Unterhaching/München

Wegen Kruzifixen in Wahllokalen: Wahlhelfer ficht Ergebnisse an

19.09.2013 | Stand 22.09.2013, 07:37 Uhr
 − Foto: dpa

Ein Wahlhelfer aus Unterhaching bei München ficht das Ergebnis der bayerischen Landtagswahl an. Wie mehrere Medien am Mittwochabend berichten, will der 48-Jährige alle Ergebnisse vom Sonntag annulieren lassen, die in Wahllokalen mit Kruzifixen zustandekamen. Dem Bericht zufolge ist er überzeugt, dass ein Kreuz an der Wand die Wähler irritiere und sie in ihrer Entscheidung beeinflusse. Der Diplom-Ingenieur soll im katholischen Pfarrheim Sankt Alto in Unterhaching eingesetzt gewesen sein. Weil er bissige Kommentare von sich gegeben habe, sei er vom Amt des Wahlhelfers jedoch entbunden worden.

In einem Fax an Landeswahlleiter Karlheinz Anding und Regierungsdirektor Werner Kreuzholz fordere der Mann nun die Annulierung der Ergebnisse, heißt es auf sueddeutsche.de. Außerdem verlange er vor der bevorstehenden Bundestagswahl alle Kreuze aus Wahllokalen zu entfernen. Dem Bericht nach beruft sich der Wahlhelfer auf das "Gesetz über Landtagswahl, Volksbegehren und Volksentscheid". Demnach sei "jede Beeinflussung der Abstimmenden durch Wort, Ton, Schrift, Bild oder auf andere Weise verboten". Weiter kündigte der Ingenieur rechtliche Schritte an, falls seinen Forderungen nicht nachgegangen werde.

Die Landeswahlleitung will das Anliegen juristisch prüfen, wie übereinstimmend berichtet wird. Dass sich daraus Anhaltspunkte zur Wahlmanipulation ergäben, hielten die Verantwortlichen jedoch für unwahrscheinlich. In dem Beitrag heißt es auch, der 48-Jährige sei vor knapp drei Jahren nach einem Streit mit dem Pfarrer von Sankt Alto aus der Kirche ausgetreten. − kna