Ein Mann ist am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr mit dem Auto in eine Menschenmenge vor einer Bäckerei am Bismarckplatz in Heidelberg gerast. Bei dem Fahrer handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 35 Jahre alten Deutschen. Gegen ihn wurde mittlerweile Haftbefehl erlassen.
Drei Menschen wurden dabei verletzt. Zwei Personen - ein 32-jähriger Österreicher und eine 29-jährige Frau aus Bosnien-Herzegowina - wurden ambulant versorgt. Ein 73-jähriger Fußgänger, der von dem Auto erfasst wurde, erlag nach Angaben der Polizei am Samstagabend seinen schweren Verletzungen.
Anschließend sei der Mann mit einem Messer bewaffnet die Bergheimer Straße entlang auf den Platz gelaufen. Der Platz mit Straßenbahn- und Bushaltestellen war zu der Zeit stark belebt. Vor dem dortigen Alten Hallenbad hatten Passanten dann eine Polizeistreife auf den Mann aufmerksam gemacht und bestätigt, dass es sich bei dem Bewaffneten um den Fahrer handelt. Der Mann wurde von den Beamten daraufhin mit einem Schuss niedergestreckt. Er liegt derzeit mit schweren Verletzungen in einer Heidelberger Klinik und sei nicht vernehmungsfähig.
Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) zeigte sich am Samstagabend tief erschüttert, wie die "Rhein-Neckar-Zeitung" berichtete. Der Fastnachtszug am Dienstag werde aber nach derzeitigem Kenntnisstand nicht abgesagt, sagte Würzner am Ort des Geschehens. Er werde noch am Sonntag mit den Ermittlern in Verbindung bleiben und dann gegebenenfalls neu entscheiden.
Keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag
Nähere Angaben zum Täter, über sein Motiv und zum Messer konnte die Polizei bislang nicht machen. Die Lage sei noch unsicher, erklärte die Heidelberger Polizei am Samstagnachmittag auf PNP-Nachfrage. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund gab es nach Angaben der Polizei zunächst nicht.
Bis nach 23 Uhr blieb der Bismarckplatz teilweise gesperrt. Beamte der Spurensicherung untersuchten den schwarzen Wagen. Auch das Landeskriminalamt sei in die Ermittlungen eingebunden, so die Polizei. − dpa