Schwarzer Protest
Aktivisten färben Brunnen vor Schloss Herrenchiemsee ein – Schaden unklar

25.08.2023 | Stand 12.09.2023, 22:50 Uhr |

Das Wasser im Latona-Brunnen färbten die Aktivisten schwarz. −Foto: Letzte Generation

Fünf Aktivisten der Letzten Generation haben am Mittwoch gegen 14.30 Uhr einen Brunnen vor Schloss Herrenchiemsee schwarz eingefärbt, um gegen die Bedrohung von Grundrechten zu demonstrieren. Ob Schaden entstanden ist, ist noch unklar.

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Laut Polizei verhielten sich die Aktivisten „sehr kooperativ“. Sie konnten nach Feststellung der Personalien ihren Heimweg antreten. Aktuell wird noch geprüft, ob an dem Brunnen ein Schaden entstanden ist.

75 Jahre nach Entwurf des Grundgesetzes auf Herrenchiemsee



Wie die Letzte Generation mitteilt, wurde für die Aktion bewusst der Tag gewählt, an dem vor 75 Jahren auf Herrenchiemsee der Entwurf unseres Grundgesetzes vom Verfassungskonvent fertiggestellt worden ist: „Damit wurde der Grundstein für unser Grundgesetz gelegt. Grundrechte, die unser Grundgesetz gewährleistet, sind durch die Klimakatastrophe bedroht.“

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Aus mitgeführten Kanistern färbten die drei Frauen (21, 27 und 33 Jahre) sowie zwei Männer (25 und 28 Jahre) das Wasser des Brunnens „schwarz wie Erdöl“ und zitierten Passagen aus dem Grundgesetz wie „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und „,Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“. Anschließend versenkten sie einige Ausgaben des Grundgesetzes im „Erdöl“, um darauf aufmerksam zu machen, dass „all die Werte und Grundrechte, die uns verbinden und als Gesellschaft ausmachen, durch das Nicht-Handeln der Politik in der Klimakrise vernichtet werden“.

Aktion nach Eintreffen der Polizei schnell beendet



Die Aktivisten kamen laut Polizeisprecher Stefan Sonntag aus der ganzen Republik, nur die 21-Jährige ist im Landkreis Traunstein aufgewachsen; sie lebt aber jetzt in Berlin. Als die Polizei vor Ort eintraf hätten die jungen Leute die Aktion schnell beendet und seien mit zur Polizei Prien gefahren, wo ihre Personalien festgestellt worden sind. Jetzt wird geprüft, ob sie eine Umweltstraftat begangen haben oder am Brunnen Schäden entstanden sind, die als Sachbeschädigung Folgen hätten. Schäden am Bauwerk können laut Florian Schröter, Sprecher der Schlösserverwaltung, derzeit nicht ausgeschlossen werden: „Eine eingehende Untersuchung möglicher Schadensbilder am Latona-Brunnen durch die Restauratoren der Bayerischen Schlösserverwaltung wird schnellstmöglich nach Schadstoffprüfung des Brunnenwassers durch die Wasserwirtschaft erfolgen.“