Stimmfest mit 94
Singen im Kirchhamer Kirchenchor hält jung

03.08.2023 | Stand 13.09.2023, 0:34 Uhr

Die geehrten Kirchenchormitglieder (v.l.) Benno Lensch, Bernadette Desch, Roswitha Reisböck und Benedikt Klein. −Foto: privat

Zum Abschluss des Kirchenchorjahres gestaltete der 25-köpfige gemischte Kirchhamer Kirchenchor unter der bewährten Leitung von Klaus Wiesmüller den Sonntagsgottesdienst. Dabei konnten Pfarrer i.R. Hans Herlinger und Kirchenpfleger Konrad Herlinger vier langjährige Chormitglieder namens des Referates für Kirchenmusik ehren.

Dass Singen im Chor jung hält, Glücksgefühle hervorruft, sich positiv auf Atmung, Körperhaltung und Muskelspannung auswirkt und zur Steigerung von Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis führt, das haben die Geehrten in ihrer jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeit immer wieder erlebt.

Benno Lesch ist das älteste Chormitglied

Nicht umsonst zählt das gemeinsame Singen zu den beliebtesten Hobbys, gibt es rund 88000 Chöre mit etwa 3,5 Millionen Sängern und Sängerinnen in Deutschland. Die Mitglieder des Chores kommen aus der Pfarrei Kirchham selbst und den Nachbarpfarreien Aigen, Bad Füssing und Pocking.

Seit 20 Jahren singt Benno Lensch, mit 94 Jahren das älteste Chormitglied, mit großer Begeisterung im Kirchhamer Chor mit. Schon mit 17 Jahren begann der gebürtige Hesse, lange Mitglied im „Schubertbund“, seine Sängerkarriere bei den Männerchören in Aabergen und Wiesbaden. „Als ich 2002 mit meiner Frau nach Kirchham gezogen bin, fand ich eine herzliche Aufnahme im Kirchhamer Kirchenchor. Schnell waren alle Vorurteile gegen die Bayern abgebaut. Die Chormitglieder haben mir das Heimischwerden in Kirchham sehr erleichtert“, freut sich der immer noch stimmfeste Tenor, der die Geselligkeit im Chor besonders schätzt.

Roswitha Reisböck (73) hat noch keine Chorstunde versäumt

Seit 25 Jahren versäumt die ehemalige Ruhstorferin Roswitha Reisböck (73), vielseitig in der Pfarrei engagiert, keine Chorstunde. Auch für sie, der Lerche aus der Lerchenstraße, ist das Singen zu einer Leidenschaft geworden. Mit 14 hatte ihre Sängerinnentätigkeit für sieben Jahre beim Ruhstorfer Kirchenchor begonnen. Zu den Höhepunkten in ihrem Sängerinnenleben zählt sie die festliche Gestaltung des Primizgottesdienstes für Michael Osterholzer.

Die lateinischen Messen zu Weihnachten und Ostern, ja überhaupt die Kirchenmusik, sind für die Sopranistin Bernie Desch (65), die in ihrer Kinder- und Jugendzeit auch das Klavierspielen erlernt hat, das Highlight in ihrem Kirchenchorleben. Unter Chorleiter Ulli Kasper startete auch sie vor 25 Jahren ihre Kirchenchorkarriere. Zunächst im Alt, wechselte sie zum Sopran, als dort nur noch zwei Sängerinnen übrig geblieben waren. Über zehn Jahre wirkte Bernie Desch auch im Bad Birnbacher Konzertchor mit. Heute singt sie auch noch im Pockinger Beerdigungschor, nachdem der Singkreis seine Tätigkeit eingestellt hat.

Benedikt Klein (80) ist Urgestein des Kirchhamer Kirchenchors

Seit 60 Jahren zählt Benedikt Klein (80) zum Urgestein des Kirchhamer Kirchenchores. Bei unzähligen Beerdigungen und Hochzeiten hat er mit seiner klaren Tenorstimme ehrenamtlich zu deren festlichen Gestaltung beigetragen. „Während meiner Zeit bei der Landjugend, in der wir viele Volkslieder gesungen haben, bin ich von Pfarrer Draxinger zum Mitsingen animiert worden. Mit der damaligen Chorleiterin und Organistin Maria Hank haben wir viele lateinische Messen einstudiert“, erzählt Klein, der auch gerne beim geselligen Abschluss der Chorproben im Salettl vom Bauerwirt dabei ist.

Nach den Sommerferien werden die Chorproben zur gewohnten Zeit im Bürgerhaus wieder aufgenommen.

− di