Gegen die Wegwerfkultur
Landrat spendiert Reparaturkoffer für die Pockinger Selbstwerkstatt

23.01.2024 | Stand 23.01.2024, 15:00 Uhr

Einen reich bestückten Reparatur-Koffer überbrachte Landrat Raimund Kneidinger (hinten 4.v.l.) den Technik-Senioren der neuen Pockinger Selbstwerkstatt. Mit dabei: Bürgermeister Franz Krah (stehend 4.v.r.) und Projekt-Initiatorin Gerlinde Kaupa (rechts) mit dem Ruhstorfer Marktrat Egon Seil (3.v.l.). − Foto: Nöbauer

Wie toll so eine Selbstwerkstatt ist, hat Landrat Raimund Kneidinger schon selbst erfahren. Der alte Videorekorder streikte plötzlich. Normal landet so ein Gerät im Elektroschrott. Doch dank einer benachbarten Selbstwerkstatt läuft das Gerät wieder wie am Schnürchen. So wurden auch gleich zahllose Video-Kassetten vor dem Müll bewahrt. Überzeugt von der guten Sache, hat der Landrat nun dem Selbstwerkstatt-Team von Pocking einen gut ausgestatteten Reparaturkoffer übergeben.

„Opas Techno-Know-how erfreut sich nicht nur im benachbarten Österreich, sondern auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit und damit Nachfrage“, sagte der Landrat. Jede Menge „technisches Zeug, das sonst als Schrott im Abfall landen“ würde, erfahre durch geschickte Mechaniker-Hände eine Renaissance“. Daher begrüße Raimund Kneidinger die neue Pockinger Selbsthilfe-Institution – noch dazu in zentraler Stadtlage – voll und ganz.

Abfallvermeidung ein Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie

„Abfallvermeidung bildet eines von mehreren Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie im Passauer Land“, sagte Kneidinger. Bereits vor rund drei Jahren sei daher zusammen mit dem benachbarten „oberösterreichischen Landesabfallverbund sowie Klimabündnis ein fach- und sachgerecht bestückter Reparaturkoffer“ entwickelt worden, dessen voll „ausgestattetes Premieren-Modell“ der Landrat auch dem Pockinger Werkstatt-Personal als Antrittsgeschenk überbrachte. Die Passauer Region wolle in deren Folge auch die Gründung weiterer Reparatur-Cafés forcieren.

Zwölf Fachkräfte gehören zum Pockinger Personal

Vom ausgebildeten Elektriker und Elektroniker über Informations-Techniker, Maurer und Holzbearbeiter bis zum beschlagenen Allrounder: Zwölf Fachkräfte gehören zum Personal des Pockinger Reparatur-Cafés, das am 2. Februar öffnet. Wie Stadträtin Gerlinde Kaupa informierte, können reparaturbedürftige Geräte (außer Waschmaschinen und Gefrierschränke) ab 2. Februar jeweils zwischen 15 und 18 Uhr ins frühere Textilreinigungs-Geschäft Manz gebracht werden.

Reparatur-Café öffnet am 2. Februar

„Wenn unsere Pockinger Multifunktionärin Gerlinde Kaupa etwas in die Hand nimmt, dann funktioniert das in aller Regel auch“, meinte Pockings Bürgermeister Frank Krah. Für das Reparatur-Café konnten Räume günstig angemietet werden, außerdem finden ausrangierte Möbel der Pockinger Mittelschule wieder Verwendung. Für Reparaturen wird nichts verlangt, aber es gibt eine Spendenbox. Aus dem Erlös werden Werkzeuge beschafft.

− nö