Ehrung
Hermann Maier und Wolfgang Freudenstein seit 25 Jahren Feldgeschworene in Kirchham

08.09.2023 | Stand 12.09.2023, 16:15 Uhr

Seit 25 Jahren Kirchhamer Feldgeschworene: Für ihre 25-jährige ehrenamtliche Siebener-Tätigkeit erhielten (ab 2.v.l.) Wolfgang Freudenstein und Hermann Maier die Ehrenurkunde des Freistaates Bayern. Von rechts Vermessungsamtsdirektor Klaus Eisgruber mit Landrat Raimund Kneidinger sowie den Bürgermeistern Anton Freudenstein (Kirchham) und Franz Krah (Pocking/l.). −Foto: Nöbauer

„Feldgeschworene, die trotz modernster GPS-Vermessungstechnik nach wie vor nicht aus der Eigentumssicherung von Hab und Gut der Bevölkerung wegzudenken sind, bekleiden ein in höchstem Maße verantwortungsvolles Ehrenamt.“ Mit diesen Worten würdigte Landrat Raimund Kneidinger kürzlich in Kirchham die 25-jährige mustergültige Tätigkeit von Hermann Maier und Wolfgang Freudenstein mit einer „Ehrenurkunde des Freistaates Bayern“, verliehen durch Finanzminister Albert Füracker.

Denn: „Die Sicherung des individuellen Grund- und Bodeneigentums besitzt auch angesichts satellitengesteuerter Messverfahren eine wichtige soziale Komponente, die das Wirken der Feldgeschworenen nicht nur besonders wert-, sondern auch sehr anspruchsvoll macht“, wie der Passauer Landrat in diesem Zusammenhang ausdrücklich betonte.

„Leisten wichtigen Beitrag zum Grenzfrieden“

„Mit ihrer Ortskenntnis und langjährigen Erfahrung, vor allem aber auch ihrem persönlichen Ansehen leisten Feldgeschworene wie Hermann Maier und Wolfgang Freudenstein schon seit einem Vierteljahrhundert einen wichtigen Beitrag zum Grenzfrieden und damit gutnachbarlichem Auskommen“, so Kneidinger.

Mit der öffentlichen Auszeichnung der beiden Kirchhamer Feldgeschworenen, die damit auch entsprechende Aufmerksamkeit der Bevölkerung hervorrufe, hoffte der Landrat darüber hinaus „zuversichtlich, neue lokale Vertrauens-Personen für dieses wichtige Ehrenamt finden“ zu können.

„Großes Lob und ein noch größeres Dankeschön“ zollte nicht minder Bürgermeister Anton Freudenstein den beiden Jubilaren, „deren reicher Erfahrungsschatz für ganz Kirchham Gold“ wert sei. „Demokratisch gewählt auf Lebenszeit“, hoffte der hiesige Rathaus-Chef auch für die weitere Zukunft auf sachlich versierte und fachlich engagierte Feldgeschworene wie Hermann Maier und Wolfgang Freudenstein.

„Demokratisch gewählt auf Lebenszeit“

„Grenzzeichen anbringen, deren Er- und Einhaltung überwachen sowie bei Grenzstreitigkeiten ein gerichtsverwertbares Urteil abgeben: Seit rund acht Jahrhunderten kümmert sich die elitäre Gruppe der Feldgeschworenen mehr oder weniger um den nachbarschaftlichen Grenzfrieden“, bescheinigte auch Direktor Klaus Eisgruber vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Vilshofen den Jubilaren hervorragende Arbeit. Laut entsprechender Bekanntmachung, seien die gegenwärtig 27.000 vereidigten Feldgeschworenen in ganz Bayerns (im Amtsbezirk Vilshofen rund 180) zur gewissenhaften und unparteiischen Ausübung ihrer Funktion sowie zur Verschwiegenheit verpflichtet – und das auf Lebenszeit“, umriss der Amtsdirektor eine „sehr verantwortungsvolle Aufgabe“.

„Wie deren unter dem Grenzstein vergrabenes Geheimnis gleichfalls Siebener genannt, stellen die Feldgeschworenen quasi seit der Historie her sicher, dass Grenzsteine nicht mutwillig versetzt oder bei Grab-, Erd- und Ackerarbeiten unfreiwillig verrückt werden konnten“, setzte Klaus Eisgruber das „Siebener-Geheimnis zentimetergenauen GPS-Justierungen von heute“ gegenüber.

Bayernweit jährlich rund 31.000 Grundvermessungen

Jede Grenzveränderung der landesweit rund elf Millionen Flurstücke werde heutzutage durch eine Kataster-Vermessung registriert und damit gleichzeitig dokumentiert, was durch die Abmarkungspflicht auch direkt vor Ort mittels Grenzstein erkennbar gemacht werde, erläuterte der Amtsdirektor eine „klassische Aufgabe der Feldgeschworenen, daran aktiv mitzuwirken – und das gegenwärtig bayernweit jährlich bei rund 31.000 Grundvermessungen“.

„Feldgeschworene sind meist mit Leib und Seele bei Grenzvermessungen dabei“, bündelte Pockings Bürgermeister Franz Krah als frisch gebackener Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages „hinlänglich gesammelte Diensterfahrungen bei gelegentlich etwas strittigen Grundstücksgrenzen, die größtenteils mit „Vertrauen und Diplomatie der Siebener wieder ins Reine gebracht“ worden seien.

− nö