Obernzell

Gesungene Gebete in der Vorweihnacht

Adventsvesper kommenden Donnerstag um 19.30 Uhr in Pfarrkirche mit Liedertafel Obernzell

05.12.2022 | Stand 05.12.2022, 16:00 Uhr

Bei einem Chorwochenende vor kurzem im Kloster Schweiklberg bereitete sich der Konzertchor der Liedertafel Obernzell mit den neuen Chorleitern Tobias Klein (3. Reihe r.) sowie Bernadette Klein (2.v.r.) auf die Aufführung der Adventsvesper an diesem Donnerstag um 19.30 Uhr in der Obernzeller Pfarrkirche vor. −Foto: Ratzka

Musik schafft für viele den besten Zugang zum Geheimnis der kommenden Weihnacht. Mit einer gesungenen Adventsvesper bietet die Liedertafel Obernzell am Donnerstag dieser Woche, 8. Dezember, um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche Obernzell ein besonderes Angebot dazu.

Diese 45 Minuten mit Gesängen, Klängen und Texten der adventlichen Vesperliturgie stehen unter der Überschrift „Bring, Herr, dein Licht“. Die Musik soll ein Licht der Ruhe entzünden, ein Licht der Hoffnung, ein Licht im Dunkel dieser Tage.

Dieser Abend ist auch das erste musikalische Unternehmen des Chors unter seinen neuen Leitern Tobias und Bernadette Klein.

Zum liturgischen und musikalischen Hintergrund: Die Vesper ist das abendliche gesungene Gebet der christlichen, mönchischen Tradition. Das Meditieren von Psalmen, Hymnen und Gebeten in dieser Form soll zur inneren Ruhe bringen. Die vorweihnachtliche Vesper soll einen Raum schaffen, um der adventlichen Zuversicht und Hoffnung neu zu begegnen.

Zum Programm: Die Vesper hat einen festen Ablauf mit gleichbleibenden und wechselnden Abschnitten. Am Beginn steht ein Lichtritus mit dem Kanon „Bring Herr Dein Licht“. Auf die gleichbleibende Eröffnung „Herr öffne mir die Lippen, dass mein Mund dein Lob verkünde“ folgt im Advent „Gott, heilger Schöpfer aller Stern“ . Daran schließen sich zwei Psalmen an, die in der Regel wechselweise gesungen meditiert werden. Es folgt ein neutestamentlicher Gesang, hier in der Form des bekannten Taizerufs „Nah ist der Herr“.

Eine kurze Schriftlesung ist einer der drei gesprochenen Abschnitte, auf den als Antwort das
Responsorium folgt: Wiederum ein Canon aus Taizè: „Ostende nobis, Domine, misericordiam
tuam“ – „Zeige uns, Herr, deine Barmherzigkeit“.

Das Canticum, in der Vesper das Magnificat, der Lobgesang Mariens, bildet den Höhepunkt. Daher erklingt es in der Fassung des irischen Komponisten Sir. Charles Viliers Standford für Chor und Orgel. Auch die Fürbitten als Ausdruck der Nächstenliebe sind ein wichtiger Bestandteil, an den sich das „Vater unser“ anschließt, in der klangvollen ostkirchlichen Fassung von Michail Rimsky- Korsakov. Mitsingen ist bei dieser Adventsvesper ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Am Ende stehen Segen und Entlassung, auf welche die Marianische Antiphon der Adventszeit „Alma Redemptoris Mater“ in der fein gewobenen Polyphonie des italienischen Renaissance-Meisters Giovanni Pierluigi da Palestrina die Liturgie ausklingen lässt.