Auftritt im Scharfrichterhaus

Die Kinder der Biermösl-Blosn: „NouWell Cousines“ überzeugen in Passau

„NouWell Cousines“ überzeugen in Passau

23.01.2023 | Stand 23.01.2023, 11:43 Uhr
Christian Hofmann

Drei im Quartett stammen aus der Musikerfamilie Well: von links Matthias, Maresa, Alex und Maria. −Foto: Christine Pierach

Mit ihrem gewichtigen Erbe gehen die „NouWell Cousines“ unbeschwert um. Auch deshalb erobert die nächste Generation der großen Well-Musikantenfamilie Kleinkunstbühnen wie die im Scharfrichterhaus in Passau mit ihrer „Boaz’n Klassik“ mühelos.

Die NouWell Cousines sind die erwachsenen Kinder Maria (Cello) und Matthias (Geige) von Biermösl-Blosn-Musiker Michael Well. Cousine Maresa (Akkordeon und Geige) ist Trompeter Stofferl Wells Tochter. Das Trio, das, so erfährt die PNP im Gespräch, schon als Kinder mit Riesengaudi gemeinsam musizierte, hat an der Münchner Musik-Uni einen Kommilitonen aus Berlin adoptiert, den Multiinstrumentalisten Alex Maschke. Und wenn der nicht kann, weil er mal wieder in Manchester herumstudiert, springt eben Maresas Bruder Maximilian ein. So war das vor drei Jahren, beim Scharfrichter-Debüt. Diesmal hatte Max frei und Alex seinen Spaß mit den Well-Cousines.

Und mit der „Boaz’n Klassik“. Schon mit dem Titel huldigen sie der Lieblingskneipe, viele der Lieder, die meist von Maresa und Maria geschriebenen sind und an die Wellküren-Tanten denken lassen, drehen sich um diese kleine, heile Welt. Nicht nur das Vorlaute, Trockenhumorige der Wellküren, auch das Temperament und die tiefe Liebe zur alpenländischen Tradition, zur Stub’n- und Volksmusik haben die Cousines im Blut. Wandten die Väter und Onkel sich rotzfrech gegen die Politik, nageln die Nachkommen Trends ihrer Generation fest: Tindern, Schönheitswahn, ewiges Rumnörgeln.

Musikalisch toppt das junge Quartett, alle studiert, die Vorfahren. Unter den 15 Geschwistern ist allein Stofferl auch Akademiker. Maresa kann Lehramt, Alex Filmmusik, Cellistin Maria und Geiger Matthias satteln noch Kammermusik drauf. So klingen die Cousines bei ihrem Crossover von Klassik über Zwiefache, Weltmusik, Landler und Eigenkompositionen samt Marias Schuhplattler auf High Heels virtuos, diszipliniert, souverän und professionell.

Was sagen die Altvorderen dazu? Sie hätten zum Studium ermuntert, seien froh, dass die Kinder die gleiche Freude am Musizieren haben, sie ausleben mögen, schildert Maria Well der PNP. Übrigens arbeiten sie und die erneut schwangere Maresa schon an einer weiteren Well-Generation.

Christine Pierach