Dorferneuerung
Bisher nichts Überraschendes in der Straße

Gerücht über erhöhte Kosten für Aushubmaterial in Pisling – Stadt Hauzenberg und TG: Alles wie geplant

30.11.2023 | Stand 30.11.2023, 5:00 Uhr

Mit der Dorferneuerung richtet die Stadt Hauzenberg in Pisling auch die Wasserleitung her. Die Arbeiten laufen seit Ende Mai. Im nächsten Frühjahr soll alles abgeschlossen sein. − Fotos: Riedlaicher

Das Statement der Bauamtsleiterin überraschte die Stadträte zum Ende der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Nein, es gebe keine außergewöhnliche Steigerung bei den Kosten für das Entsorgen des Aushubmaterials bei den Bauarbeiten in Pisling, erklärte Stefanie Stemplinger. Wie mehrfach berichtet, laufen dort in der Dorfstraße Arbeiten im Rahmen der Dorferneuerung. Gleichzeitig richtet die Stadt dort die Wasserleitung her.

Die Arbeiten laufen seit Ende Mai. Im nächsten Frühjahr soll alles abgeschlossen sein. Im Rahmen der Arbeiten in der Straße fiel natürlich Aushubmaterial an. Nun hatte es in den letzten Wochen ein Gerücht gegeben. Demnach seien für das Entsorgen des Aushubmaterials in Pisling exorbitant erhöhte Kosten angefallen.

Dieses Gerücht lässt die Bauamtschefin etwas ratlos zurück, berichtete sie nach der Sitzung des Bauausschusses der PNP. „Was in Pisling passiert, ist eine routinemäßige Geschichte.“ Bisher seien an keiner Stelle ungeplante Sachen festgestellt worden. „Es gibt keine exorbitante Kostenerhöhung.“

Kosten für Entsorgung sind immer mitkalkuliert

Sie vermutet dahinter ein Missverständnis über das Vorgehen und Verfahren bei derartigen Straßenbauten. Was sie meint: Altgediente Gemeinde- und Stadträte berichten, dass man vor Jahrzehnten das Aushubmaterial bei Straßenbauten einfach abgefahren hat und in örtlichen Feld- und Forstwegen verbaut hat. Ja, manchmal hat sich ein Nachbar eine Schubkarre geholt und für seinen Privatgarten abgefahren. Das geht jetzt längst nicht mehr. Der Boden aus Aushüben bei Straßenbauten muss ab einer gewissen Menge beprobt und dann je nach Belastung mit Schwermetallen und anderen schädlichen Stoffen teils in verschiedenen Deponien entsorgt werden. Dafür gelten verschiedene Schadensklassen: Z0 steht für „unbelasteter Boden“, ein Einbau anderswo ist uneingeschränkt möglich; bei Z1 ist ein Einbau „nur eingeschränkt zugelassen“, bei „Z2“ ist ein „Einbau nur sehr eingeschränkt zugelassen“. Häufig sind auch Zwischenstufen wie Z 1.1 oder Z1.2.

In Pisling war der Ablauf wie bei allen Straßenbauten im Freistaat und Bund. Das Aushubmaterial wird gelagert. Es werden Proben genommen. Und je nach Schadensklasse muss der Aushub ordnungsgemäß entsorgt werden. Wie überall wurden schon bei den Ausschreibungen Kosten für das Entsorgen je nach Schadensklassen einberechnet. In Pisling sei da bisher nichts Außergewöhnliches aufgetaucht, bestätigt Manuel Paster. Er hat dort die Bauoberleitung für die Teilnehmergemeinschaft. Die TG ist Auftraggeber der Dorferneuerung. In Pisling sei hauptsächlich Material mit der Schadensklasse Z0 aufgetaucht, aber auch Material mit Z 1 bis 2, erklärt Paster, „das man nicht einfach so wieder irgendwo einbauen kann“. Zum Entsorgen war auch noch Teer. Der werde auch schon recycelt. In Holland gebe es einen Betrieb, der das macht.
Fazit: Es habe auch in Pisling etwas entsorgt werden müssen, wie von vornherein geplant und einberechnet. Laut Paster komme man da aber sogar besser davon als gedacht. „Die Preise sind relativ gering für das Material, das man hat entsorgen müssen.“

Streusalz oft Ursache für Belastung des Aushubs

Woher kommt die Belastung?
Hintergrund und Ursache seien oft Streusalzeinträge, erzählt Manuel Paster. Das betreffe vor allem Material aus dem Bankett. In der Straße selbst unten drunter gäbe es viele Möglichkeiten der Belastung, zu hohe Kupferwerte, zu hohe Arsenwerte. Das müsse natürlich entsorgt werden. In Pisling habe man bisher keine ungeplanten Sachen festgestellt.
Durch die Salzstreuung und viele andere Ursachen ergäbe sich belastetes Material, bestätigt auch Bauamtsleiterin Stefanie Stemplinger. Hauptursache könne schon mal sein, dass da Öl durchgesickert ist. Es passiere schon mal, dass man bei den Entsorgungskosten unliebsame Überraschungen erlebe, zum Beispiel vor Jahren in Auhäusl.

Nichts davon deute sich in Pisling an. „Bis jetzt schaut es so aus, als wären die Werte eingehalten, mit denen wir geplant haben.“

− mr