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Shorthander-Schock für Straubing: Mannheim bestraft in Unterzahl die Fehler der Tigers

04.02.2024 | Stand 04.02.2024, 19:45 Uhr

Das zwischenzeitliche 1:3 Ryan Maclnnis verwandelt den Puck unter dem linken Schoner von Tigers-Torwart Florian Bugl. − Foto: Harald Schindler

Das Zittern um das Heimreicht im Playoff-Viertelfinale beginnt am Pulverturm: Die Straubing Tigers haben am Sonntag im Heimspiel gegen die Adler Mannheim beim 3:6 (1:0, 1:3, 1:3) die zweite Niederlage in Serie kassiert und nun nur mehr drei Punkte Vorsprung auf den Rangvierten der DEL, Wolfsburg, und fünf auf den Fünften Schwenningen.

Gegen Angstgegner Mannheim setzte es wie vor wenigen Wochen eine empfindliche Heim-Niederlage im mit 5635 Zuschauern ausverkauften Eisstadion am Pulverturm. In einem packenden Duell machte ein Powerplay den Unterschied: Als die Tigers einen Mann mehr auf dem Eis hatten, erzielten die Gäste binnen 32 Sekunden zwei Shorthander durch Maximilian Eisenmenger (50.) und Stefan Loibl (52.). Diese beiden Gegentreffer in Überzahl machten die fünfte Heimniederlage der Tigers perfekt. Den Schlusspunkt ins leere Tor setzte Kris Bennett Sekunden vor der Schlusssirene (60.). „Wir müssen im Powerplay einfacher spielen, dann passieren uns solche Fehler nicht“, meinte nach der Niederlage ein enttäuschter Nick Mattinen im Interview mit „MagentaSport“.

Wie vier Tage zuvor in München (4:6) war die Mannschaft von Trainer Tom Pokel auf Anhieb gut ins Spiel gekommen. Sogar in Unterzahl hatte sie die besseren Chancen, doch Mike Connolly und Joshua Samanski konnten bei Kontern Adler-Goalie Arno Tiefensee nicht bezwingen. Gegen den Onetimer von Mattinen im Powerplay war der junge Torwart kurz darauf jedoch machtlos (11.). „Es war schwierig für uns ins Spiel zu kommen“, stellte der gebürtige Straubinger im Trikot der Adler, Stefan Loibl, fest.

JC Lipon im Fokus: Platzwunde und Anschlusstreffer



Spätestens mit Beginn des zweiten Abschnitts änderte sich aber die Statik der Partie. Plötzlich liefen die Tigers häufig hinterher, die Akzente setzten die schnell kombinierenden Gäste aus der Kurpfalz, die das Spiel auch ergebnistechnisch drehten: Markus Hännikäinen fälschte unhaltbar ab, (26.), Jordan Murray wuchtete den Puck ins Netz (28.) und Ryan Maclnnis (28.) schob Tigers-Torwart Florian Bugl die Scheibe aus nächster Nähe unter den Schonern durch (29.). Wie schon in München kassierte die Tigers binnen kurzer Zeit (diesmal 206 Sekunden) drei Gegentreffer. „Das ist sehr bitter, da sind wir drei, vier, fünf Minuten nicht auf der Höhe“, analysierte Mattinen und vermutet ein „körperlich oder mentales Problem“, das es in der bevorstehenden Länderspielpause zu beheben gilt.

Es dauerte einige Minuten, ehe sich die Straubinger erholten. Sinnbildlich für diese Phase: JC Lipon wurde unglücklich vom Puck getroffen und erlitt eine blutende Wunde unter dem linken Auge. Der kanadische Stürmer musste kurz in die Kabine, um die Wunde nähen zu lassen. Kaum war der 30-Jährige zurück, stand er wieder im Fokus: Mit einem präzisen Handgelenksschuss zum 2:3 brachte Lipon die Hoffnung in den Köpfen seiner Mitspieler zurück.

Die Partie war danach ausgeglichen – auch auf der Anzeigetafel: Justin Scott fälschte einen Schuss von Mattinen zum 3:3 ab (47.). Kurz darauf witterten die Tigers im Powerplay die Gelegenheit auf den erneuten Führungstreffer (50). Aber sie leisteten sich zwei folgenschwere Scheibenverluste und gerieten endgültig auf die Verliererstraße. Erst leitete – wie in München – Philip Samuelsson den ersten Shorthander mit einem Fehlpass ein und dann war Loibl auf und davon und stocherte den Puck ins Tor.

Länderspielpause und dann steht eine ungeliebte Reise an



Während vier Spieler am Montag mit der Nationalmannschaft in die Slowakei reisen, hat der Großteil des Teams ein paar Tage frei, ehe es in den Endspurt der Hauptrunde (acht Spiele bis Freitag, 8. März) geht. Am Dienstag, 13. Februar, steht für die Straubinger die kurze, unliebsame Auswärtsreise nach Nürnberg an. Bei den Ice Tigers konnten die Gäubodenstädter fünf Jahre lang nicht mehr gewinnen, die letzten sieben (!) Gastspiele in Mittelfranken gingen alle verloren.