Regionalentscheid „Ideen machen Schule“
Vilshofener Schüler gewinnen mit Firma zur Herstellung von Motorradersatzteilen

11.06.2024 | Stand 11.06.2024, 7:00 Uhr

Die fünf Gewinner ließen sich eigens T-Shirts mit Firmenlogo drucken. Das beeindruckte nicht nur die Jury um Heidemarie Bartl (v.r.), Sabine Zittelsperger, Bernhard Reischl und Michael Hasenberger (von 5.v.l.), sondern auch stellv. Landrat Hans Koller und Bürgermeister Andreas Rother. − Foto: Krenner

Dass für die fünf Schüler des Gymnasiums Vilshofen ihr im Rahmen des Gründungswettbewerbs „Ideen machen Schule“ ausgearbeitetes Geschäftsmodell mehr als nur ein Schulprojekt und reine Fiktion ist, zeigen allein ihre T-Shirts mit Firmenlogo. Diese haben sie eigens für die Präsentation ihres Unternehmens „H.U. Parts GmbH“ beim Regionalentscheid gestern an der Staatlichen Berufsschule 2 in Passau drucken lassen. Das und ihre Idee einer Firma zur Herstellung von Ersatzteilen für sämtliche Motorräder, Mofas und Mopeds beeindruckte auch die Jury. Und so sicherte sich das Team aus Vilshofen vor Schülern aus Grafenau und Passau 150 Euro und das Ticket zum Finalentscheid in Mariakirchen.



Noch nie haben so viele Teams ihr Gründungskonzept bei der Hans Lindner Stiftung, die den Wettbewerb in Niederbayern und Teilen der Oberpfalz seit dem Jahr 2000 organisiert, eingereicht: Insgesamt waren es 1057 Schülerinnen und Schüler in 265 Teams, darunter 32 aus der Region Passau/Freyung-Grafenau. Fünf Monate hatten sie Zeit, ihre Idee auszuarbeiten. Dazu erstellten sie wie reale Gründer auch einen Businessplan, errechneten eine Finanzplanung, informierten sich bei Steuer- und Bankberatern sowie Werbefachleuten.

„Das ist die Höhle der Löwen auf regionaler Ebene“



„Das ist die Höhle der Löwen auf regionaler Ebene“, sagte stellvertretender Landrat Hans Koller in seiner Begrüßung beim Regionalentscheid gestern. „Mit diesem Wissen haben Sie beste Voraussetzungen für das spätere Leben.“ Und Bürgermeister Andreas Rother schloss sich an: „Wir brauchen besonders heute engagierte Menschen, die eigene Ideen entwickeln und Verantwortung übernehmen. Denn das kann KI und die Automatisierung nicht. Deshalb ist es schön, dass so viele mitgemacht haben.“

Von den 32 Teams in der Region wurden letztlich fünf Teams zum Regionalentscheid eingeladen. Schon zuvor war klar, dass die fiktiven Unternehmen „TB – Think Big“ vom Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasium Grafenau und „BildYourBike“ vom Maristengymnasium Fürstenzell die Plätze vier und fünf, dotiert mit je 75 Euro Preisgeld, belegen. Die anderen durften ihr Geschäftsmodell beim Regionalentscheid noch mal der Jury um Sabine Zittelsperger (VR-Bank), Unternehmer Michael Hasenberger, Bernhard Reischl (Sparkasse) und Heidemarie Bartl (Gründerzentrum) vorstellen.

Tipps für den Finalentscheid gab‘s auch noch



Den Anfang machten vier Schülerinnen der Berufsschule 2 in Passau. Ihre App „Aniship“ soll heimatlosen Haustieren „wieder ein Zuhause schenken“, erklärten sie. Über die Plattform können, so die Idee, Tierheime oder Personen, die ein Tier gefunden haben, mit möglichen Interessenten in Kontakt treten. Das Team bekam letztlich für Platz drei 100 Euro.

130 Euro und Platz zwei sicherte sich das Grafenauer Team „MaMaJo“. Die drei Schüler entwarfen ein Konzept für ein Beratungsunternehmen im Bereich erneuerbare Energien. Sie haben als einer der besten Zweitplatzierten der sieben Regionalentscheide auch noch die Chance, beim Finalentscheid am 3. Juli in Mariakirchen teilzunehmen. Sicher dabei sind dort die fünf Schüler des Gymnasiums Vilshofen.

Ihnen gab dafür Juror Michael Hasenberger am Ende noch ein paar Tipps mit auf den Weg: So sollten sie beim Finalentscheid auf sämtliche Notizzettel verzichten, an der lebendigen Präsentation noch ein bisschen feilen und den Motorradzylinder, den das Team hergestellt und ein Video davon in die Präsentation eingebaut hatte, auch mal durch das Publikum geben, sagte Hasenberger. „Dann bin ich überzeugt, dass Ihr Euch den Gewinn von 500 Euro und ein Wochenende im Ferienhaus in Sudelfeld holt.“