Nach Felssturz
An der B388 bei Passau müssen weitere Felsen weg: Sicherung macht Sperrung nötig

12.06.2024 | Stand 12.06.2024, 17:03 Uhr |

Oberhalb des Radwegs und der Fahrbahn der B 388 am Klosterberg blieben die Gesteinsbrocken im Schutzzaun hängen. − Foto: Bauamt/Süß

Ein Felssturz an der B388 und die darauf folgenden Aufräumarbeiten hatten letztes Jahr im April für massive Verkehrsbehinderungen in Passau gesorgt. Jetzt wird erneut eine Sperrung fällig – allerdings nur für kurze Zeit.



Der Vorfall zeigte, wie gefährlich ungesicherte Felsen, Steine und Hänge sein können – ohne die bereits angebrachte Sicherung wären Felsbrocken und Gestein auf die Bundesstraße und den Radweg gestürzt. Weiter oben im Hang befindet sich nun aber noch der Rest des Felsvorsprungs, der aus Sicherheitsgründen abgetragen werden muss. Dafür ist voraussichtlich Anfang Juli eine kurzzeitige Sperrung der B388 in diesem Bereich erforderlich, der genaue Zeitpunkt wird noch bekanntgegeben. Danach werden die im Zaun hängenden Felsbrocken abgeräumt und der Zaun ertüchtigt.

Gefährlicher Frost-Tau-Wechsel



Steinschlag, Felsstürze, Rutschungen und Erdfälle sind die natürliche Folge von Verwitterungsvorgängen von Gesteinen. Der Klimawandel verstärkt diese Folgen: In den Wintermonaten kommt es vermehrt zu sogenanntem Frost-Tau-Wechsel, so das Staatliche Bauamt. Dabei dringt Wasser in Felsklüfte ein, gefriert, taut auf und gefriert erneut. Dadurch werden Felsen gelockert, es kommt zu Absprengungen und die Risiken häufen sich.
Die Felssicherungsarbeiten an der B388 zwischen Passau und Obernzell koordiniert das Sachgebiet Georisiken am Staatlichen Bauamt. Böschungsbereiche von Straßen und besonders die Felshänge im Donautal werden regelmäßig auf Steinschlagereignisse kontrolliert. Wenn es erforderlich ist, werden den Verkehr gefährdende Felsböschungen beräumt – wie im Frühjahr bei Wildenranna oder Untergriesbach: Dabei wurden lose aufliegendes Material und lockere Felsblöcke ohne Maschineneinsatz entfernt. Regelmäßig werden Bäume und Sträucher, deren Wurzeln eine Sprengwirkung entfalten können, abgeschnitten. Bei den Kontrollen wird auch festgelegt, wo Steinschlagschutznetze, Zäune, Bodenvernagelungen oder Verankerungen erforderlich sind, um den Schutz der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. „Die Planungen dafür sind umfangreich und aufwendig, denn neben der Verpflichtung, Verkehrsteilnehmer vor Gefahren durch Steinschlag und Felsabgänge zu sichern, müssen bei der Felssicherung auch hohe naturschutzfachliche und -rechtliche Anforderungen erfüllt werden“, so Pressesprecherin Sabine Süß.

− red