NGG ruft 350 Mitarbeiter auf
Streik bei Bergader, Meggle und Co.: Arbeitskampf bei fünf regionalen Molkereien

11.06.2024 | Stand 11.06.2024, 21:05 Uhr

Die NGG ruft Molkerei-Mitarbeiter zum Warnstreik auf. − Foto: Symboldpa

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft am Mittwochvormittag rund 350 Beschäftigte aus der Molkerei-Branche zum Warnstreik auf – auch in der Region.



Betroffen sind die Molkereien Bauer und Meggle in Wasserburg (Lkr. Rosenheim) Bergader aus Waging (Lkr. Traunstein) sowie Jäger aus Haag und Almil aus Weiding (beides Lkr. Mühldorf). Nicht bestreikt wird unter anderem die Molkerei Berchtesgadener Land.

Dass man die Pidinger schone, habe aber keinen besonderen Grund, sagt auf Anfrage Manuel Halbmeier von der NGG Rosenheim-Oberbayern. Vielmehr wolle die Gewerkschaft jetzt mit den fünf genanten Molkereien starten und dann weitersehen.

„Absolutes Magermilch-Angebot“



„Es wird Zeit, dass die Beschäftigten der Milchwirtschaft in Oberbayern jetzt einmal ordentlich auf die Sahne hauen. Den Arbeitgebern muss klar sein, dass sie ihren Fuß von der Lohnbremse nehmen müssen“, wird Halbmeier in einer Pressemitteilung der NGG zitiert. Mit dem Warnstreik protestieren die Beschäftigten nach Angaben der NGG gegen das aus ihrer Sicht „enorm zögerliche Verhalten der Arbeitgeber am Tariftisch“. Diese hatten in der ersten Verhandlungsrunde eine Lohnerhöhung von 3 Prozent in diesem und weiteren 2 Prozent im kommenden Jahr angeboten. Halbmeier, spricht von einem „absoluten Magermilch-Angebot“. Die Gewerkschaft fordert dagegen einen fixen Lohnzuschlag von 411 Euro pro Monat für alle Beschäftigten.

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Außerdem will die NGG eine „Azubi-Offensive“ für die Molkereien und Käsereien in Bayern starten: Azubis sollen 100 Euro pro Monat mehr bekommen. Darüber hinaus will die NGG eine Fahrkostenerstattung zur Berufsschule, mehr Zeit zum Lernen für die Abschlussprüfung und Prämien beim erfolgreichen Berufsabschluss erreichen. Durch mehr Ausbilder, die in den Betrieben dafür freigestellt werden, dass sie sich ausschließlich um Azubis kümmern, will die Gewerkschaft außerdem die Ausbildung in der bayerischen Milchwirtschaft verbessern.

Molkerei-Chef sieht Streik gelassen entgegen

Bisher gelassen auf die Streikankündigung reagiert Hermann Jäger, Chef der gleichnamigen Molkerei in Haag. „Schau‘ ma‘ mal, wie viele sich beteiligen“, sagt er auf Anfrage am Telefon. Jäger ist zuversichtlich, dass man sich mit der Gewerkschaft wird, „das haben wir in den vergangenen Tarifrunden auch immer - auch ohne Streik.“ Diesmal habe er aber den Eindruck, dass die Gewerkschaft unbedingt streiken will: „Das haben sie sich offenbar bei den Lokführern abgeschaut“, kommentiert Jäger süffisant.

− jag