„Highlight“ für Vogelfreunde
Kunterbunte Flugkünstler: Die Bienenfresser schwärmen aus

19.06.2024 | Stand 19.06.2024, 11:29 Uhr |

Die Jungvögel fliegen schon, aber weil sie trotzdem noch nach Futter betteln, bekommen sie sich ab und zu mit den Eltern in de Federn. − Fotos: Ludwig Tradler

Eine farbenfrohe Bereicherung der heimischen Vogelwelt hat unser Naturfotograf Ludwig Tradler eingefangen. Schon zum dritten Mal machte er sich zu einer der wenigen Kolonien von Bienenfressern in Oberbayern im Freisinger Raum auf.



Wo genau sich diese befindet, will der Fotograf aus Palling Landkreis Traunstein) nicht verraten, denn die Tiere sind sehr scheu und reagieren empfindlich auf Störungen. Um sie nicht aufzuschrecken und zu riskieren, dass sie ihre Brut aufgeben, sei äußerste Diskretion nötig.

Entsprechend behutsam geht Wildlife-Fotograf Tradler vor. „Im großen Abstand mit starkem Teleobjektiv drei bis vier Stunden im Tarnzelt, das erfordert Geduld und Konzentration“, schildert er den Aufwand, der mit faszinierenden Bildern belohnt wurde. „Ein Highlight für jeden Vogelfreund.“

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Ende der 1980-er Jahre galt er in Deutschland als ausgestorben

Der Bienenfresser mit seinem kunterbunt leuchtenden Gefieder galt in Deutschland Ende der 1980er Jahre als ausgestorben. Seit 1990 wandert er zur Freude der Ornithologen jedoch wieder zunehmend in unsere wärmer werdenden Gefilde ein. Er ernährt sich überwiegend von Insekten, insbesondere von Bienen, Wespen, die er im Flug fängt, und er bevorzugt warme, offene Landschaften mit sandigen oder lehmigen Steilwänden, um dort seine bis zu zwei Meter tiefen Brutröhren zu graben. Der exotisch anmutende Vogel mit dem lateinischen Namen Merops apiaster ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, hat aber auch aufgrund des Klimawandels in den vergangenen Jahrzehnten seinen Lebensraum nach Norden ausgedehnt.

Bei seinen aktuellen Beobachtungen stellte Ludwig Tradler fest, dass die ersten Jungvögel bereits die Bruthöhlen verlassen. „Sie betteln noch immer um Futter, bekommen aber nichts mehr und werden abgewiesen, sogar in Form von Streit und Zank. Die Flugaufnahmen sind besonders schwierig, da die fast 30 Zentimeter großen Vögel sehr geschickte und schnelle Flieger sind, vergleichbar mit den Schwalben.“