Traunstein
Kostengünstigere Alternative: Neue Flaniermeile in Traunstein wird billiger

Stadtrat vergibt Arbeiten an der Ludwig-Thoma-Straße

06.07.2023 | Stand 06.07.2023, 6:00 Uhr

Die Ludwig-Thoma-Straße am Landratsamt (rechts) vorbei soll zu einer neuen Flaniermeile in Traunstein werden. Der Stadtrat vergab nun die Arbeiten für eine kostengünstigere Alternative. −Simulation: Stadtverwaltung

Die Sanierung der Ludwig-Thoma-Straße in Traunstein hatte in der Mai-Sitzung des Stadtrates für einen kleinen Schock gesorgt: Nur eine Firma hatte ein Angebot abgegeben – für 1,13 Millionen Euro, das waren rund 400000 Euro mehr als in der Kostenberechnung angenommen. Das Gremium hatte die Vergabe der Bauarbeiten daraufhin vertagt und die Verwaltung beauftragt, nach kostengünstigeren Alternative zu suchen. Dies war bis zur jüngsten Sitzung gelungen, und mit einer Gegenstimme vergab das Gremium die Arbeiten für 779430,82 Euro an die an die Swietelsky Baugesellschaft mbH.

Am Gesamtkonzept habe man festgehalten, das Leistungsverzeichnis aber „in den kostentreibenden Positionen verändert“, wie Richard Hagenauer, Fachbereichsleiter für Planen und Bauen in der Stadtverwaltung, erläuterte. So habe man ein gängigeres Großstein-Granitpflaster gewählt, dessen gesägte Oberfläche komplett plan und damit auch für Fußgänger und Radfahrer optimal zu nutzen sei. Die sogenannten Baumquartiere mit den aufwendigen Rigolen zur Bewässerung sowie die Sitzbank beim Jahn-Denkmal wurden gestrichen. Letztere könne im Winter durch die städtische Bauhof-Schreinerei gefertigt werden. Die vorgesehenen Standorte der Bäume werden vorerst mit Wanderbäumen bestückt. Mittelfristig plane man aber fest verpflanzte Bäume, so Hagenauer.

Die Ludwig-Thoma-Straße soll zu einer neuen Flaniermeile am Landratsamt vorbei werden, wo der Landkreis derzeit den Papst-Benedikt-XVI.-Platz saniert und bis August fertig sein will. Die Arbeiten an der Straße sollen unmittelbar im Anschluss starten und bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Der Zeitplan könne trotz der einmonatigen Verzögerung bei der Vergabe eingehalten werden, versicherte Hagenauer. Der Bereich wird dabei über das Turnvater-Jahn-Denkmal und die Weselinger Straße hinaus in Richtung Stadtpark geöffnet.

Das Projekt ist Bestandteil des Zehn-Punkte-Programms, das der Stadtrat in den vergangenen Jahren erarbeitet hatte, um mit vielen Einzelmaßnahmen die Innenstadt noch attraktiver zu machen, wie Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) erinnerte. Bei den baulichen Verschönerungen nannte er neben der Ludwig-Thoma-Straße den Max-, den Bahnhofs- und den Karl-Theodor-Platz, die neue Stadtmöblierung und mehr Begrünung. Man wolle die Innenstadt für alle erreichbar machen – also barrierefrei und für Radfahrer und Fußgänger ebenso wie für Autofahrer. „Erlebbar und spannend“ soll die Innenstadt etwa durch den „KulTSommer“, aber auch durch konsequentes Leerstandsmanagement werden. „Und schließlich wollen wir das Wohnen ins Herz der Stadt zurückbringen“.

− rse



In Traunstein sind unterdessen die Diskussionen um eine Umbenennung der Ludwig-Thoma-Straße und -Schule wieder aufgeflammt.