„Viel Glück im Unglück“
Heizöl-Tanker landet bei Tittmoning in Bachbett – B20 sieben Stunden gesperrt

11.06.2024 | Stand 11.06.2024, 20:29 Uhr
Hubert Hobmaier

Der Tankwagen ist über ein Maisfeld und eine Böschung in den Stillbach gerauscht. Der Fahrer konnte mit leichten Verletzungen von der Feuerwehr geborgen werden. − Fotos: Hobmaier

Ein Lastwagen mit 8000 Litern Heizöl im Tank ist am Montagnachmittag gegen 14 Uhr bei Kirchheim im Landkreis Traunstein von der Straße abgekommen und in einem Bachbett gelandet. Der Unfall zog einen langwierigen Rettungs- und Bergungseinsatz sowie eine mehrstündige Sperre der B20 nach sich.



Erst mit zwei Spezialkränen konnte der Lkw aus dem Stillbach-Graben geborgen werden, zuvor wurde das Heizöl abgepumpt. Erst gegen 21.15 Uhr konnte die B20 wieder freigegeben werden. Der 54-jährige Fahrer kam mit leichten bis mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Wie die Polizei Laufen gestern mitteilte, wollte der Fridolfinger einem kreuzenden Tier ausweichen. Dabei kam er mit seinem Lastwagen nach rechts von der Straße ab, schlug eine Schneise durch ein Maisfeld und die Uferböschung, bevor er erst rund vier Meter unterhalb der Bundesstraße im Stillbach zum Stehen kam. Im Einsatz waren die Feuerwehren Tittmoning und Kirchheim „Unsere erste Aufgabe war es, den offensichtlich verletzten Fahrer zügig und schonend aus der Kabine zu bekommen“, erläuterte gestern der Kirchheimer Kommandant und Einsatzleiter Christoph Thalbauer. Mit Hilfe von mehreren tragbaren Leitern sei dies auch gelungen.

Spezieller Saugwagen zum Abpumpen im Einsatz

Das BRK brachte den Fahrer mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus. Bevor der Lastwagen geborgen werden konnte, mussten die 8000 Liter Heizöl im Tank mittels speziellem Saugwagen einer Fachfirma abgepumpt werden. Ein Umweltschaden entstand nicht, da weder der Fahrzeug-, noch der Heizöltank beschädigt wurden. Um auf Nummer sicher zu gehen, zogen die Feuerwehrler dennoch Ölsperren in den Stillbach ein und brachten eine Spezialausrüstung zum Beseitigen von Ölschäden in Stellung.

Zwei rollende Spezialkräne – einer 100, der andere 45 Tonnen schwer – wurden angefordert, um den Tanklaster aus dem Bachbett zu bekommen. Die Feuerwehr entfernte dafür einige Sträucher und Bäume. Nach rund einer Stunde war der Lastwagen aus dem Bachbett gehoben, der gesamte Einsatz dauerte etwa sieben Stunden. Für diese Zeit musste der Streckenabschnitt voll gesperrt werde. Da der Unfallort genau zwischen den beiden Einfahrten von Kirchheim lag, musste der Verkehr durch die Ortschaft umgeleitet werden.

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Die Wehren aus Kirchheim und Tittmoning waren mit etwa 45 Einsatzkräften im Einsatz, Kreisbrandrat Christof Grundner und Kreisbrandinspektor Günter Wambach unterstützten vor Ort.
„Alles in allem hatten wir viel Glück im Unglück, insbesondere der Fahrer. Die Tatsache, dass die Tanks dicht geblieben sind, hat uns in die Karten gespielt“, resümierte Kommandant Christoph Thalbauer.

− hob/enz