150000 Euro Gesamtschaden bei Unfall in Mögling
Trostberger Feuerwehrkommandant: „Personell anspruchsvoller Einsatz“

Hans-Peter Heimbach berichtet über uneinsichtige Verkehrsteilnehmer – Autofahrer gefährdet Feuerwehrleute

24.05.2024 | Stand 24.05.2024, 18:13 Uhr

Der vom Hänger zu kippen drohende Kleinlaster musste erst gesichert werden, bevor die Einsatzkräfte die Fahrzeuge entfernen konnten. − Foto: FDL/Benje

Etwa vier Stunden hat am Donnerstag der schwere Unfall mit einem leicht verletzten 66-jährigen Autofahrer aus Altenmarkt auf der B299 im Trostberger Ortsteil Mögling (Landkreis Traunstein), in den gegen 16.20 Uhr drei Fahrzeuge verwickelt waren, die Einsatzkräfte gefordert (wir berichteten). An der havarierten Zugmaschine, die von einer Lastwagenfahrerin gelenkt wurde, samt Auflieger entstand laut Polizeiinspektion Trostberg wirtschaftlicher Totalschaden. Den Gesamtschaden, den alle Beteiligten erlitten, beziffert die Polizei mit circa 150000 Euro. Der Grund des Unfalls war, dass sich die Kupplung des Anhängers, auf dem sich ein Kleintransporter befand, löste. Daraufhin verselbstständigte sich der Anhänger, den ein 23-jähriger Garchinger mit seinem Audi zog, wie die Polizei mitteilt.

Die Freiwilligen Feuerwehren Trostberg, Oberfeldkirchen und Altenmarkt waren mit insgesamt zehn Fahrzeugen und 64 Kräften vor Ort, berichtet Hans-Peter Heimbach, Kommandant der Trostberger Feuerwehr, der den Einsatz leitete, im Gespräch mit der Heimatzeitung. Gegen 20.30 Uhr konnte die Feuerwehr den Einsatz beenden.

Bundesstraße in beide Richtungen blockiert



Fünf Fahrzeuge der Wehren waren direkt an der Unfallstelle, die weiteren fünf brauchten die Feuerwehrleute, um für die Verkehrslenkung zu sorgen. „Es war ein personell anspruchsvoller Einsatz, weil wir jede kleinere Straße absichern mussten“, sagt Heimbach. Die Bundesstraße selbst war zwischen Trostberg und Altenmarkt in beide Richtungen blockiert und für dreieinhalb Stunden gesperrt. Am Einsatzort waren zudem das BRK, die Polizei, die Kreisbrandinspektion, diverse Abschleppunternehmen und das Straßenbauamt.

Um den Personenwagen und den Kleintransporter, die in den Unfall verstrickt waren, vom Einsatzort zu entfernen, reichte laut Heimbach ein „normaler“ Abschleppdienst aus. Aufwendiger gestaltete es sich, das dritte Fahrzeug – die Zugmaschine samt Auflieger – von der Stelle wegzubringen. Dafür kam eine Spezial-Abschleppdienst aus Unterneukirchen mit einem Vierachser-Lastwagen nach Mögling und zog den Unfalllaster samt Auflieger weg.

Spezial-Abschleppdienst vor Ort



Zuvor hatte die Feuerwehr jedoch Vorbereitungen für dieses Manöver treffen müssen: Da der Dieseltank der Zugmaschine so beschädigt war, mussten ihn die Feuerwehrleute auspumpen und den Kraftstoff in einen Behälter, den das Abschleppunternehmen mitgebracht hatte, einleiten. Um das verunglückte Gespann überhaupt „schleppfähig“ zu machen, musste es die Spezialfirma erst ertüchtigen, da unter anderem die Reifen beschädigt waren, erläutert Heimbach.

Da sich der Diesel auf der Fahrbahn verteilt hatte, rückte das Straßenbauamt mit einem Spezialreinigungsgerät an. Die Feuerwehr dichtete nach Rücksprache mit der Trostberger Kläranlage rund um die Unfallstelle alle Einläufe ins städtische Kanalsystem ab, um zu vermeiden, dass der Diesel ins Oberflächengewässer gelangt. Auch der parallel zur Straße laufende Mühlbach blieb unbeeinträchtigt. „Der gesamte Kraftstoff konnte gebunden werden“, sagt Heimbach. Ein Spezialreinigungsgerät säuberte die Straße „final“, damit sie angesichts des starken Regens nicht mehr rutschig werden konnte, erklärt der Kommandant.

Weiterer Einsatz mit der Drehleiter in Altenmarkt



Probleme bereitete den Einsatzkräften der dichte Feierabendverkehr. Die Situation beschreibt Heimbach „sehr vorsichtig formuliert als katastrophal“, da unter anderem die Sperrung der Straße zwischen Deisenham und Kienberg wegen Bauarbeiten im Bereich von Kienberg die Bemühungen, den Verkehr umzuleiten, zusätzlich erschwerte.

Zudem kam noch ein weiterer Einsatz hinzu, für den die Trostberger Feuerwehr gegen 18.02 Uhr mit der Drehleiter nach Altenmarkt ausrückte, um eine verunfallte Person zu retten. Dazu musste die Feuerwehr die kleinen Straßen um Mögling für Rettungswagen freihalten. Das Drehleiterfahrzeug erreichte Altenmarkt über Lindach und Stein, berichtet Heimbach.

Uneinsichtigem Autofahrer drohen Konsequenzen



Die Verkehrsteilnehmer, die die wegen des Unfalls bei Mögling blockierte Bundesstraße passieren wollten, bezeichnet Heimbach als „größtenteils genervt“. „Da würden wir uns schon mehr Verständnis wünschen.“ Einem dieser „genervten“ Autofahrer drohen nun Konsequenzen: An der Einmündung von der B299 auf den Schwarzerberg gefährdete der uneinsichtige Fahrer die Einsatzkräfte der Feuerwehr, als er trotz Sperrung einfach durchfuhr. „Eine Kollegin konnte gerade noch wegspringen“, erzählt Heimbach. Die Feuerwehr hat die Polizei mit der Angelegenheit betraut und das Autokennzeichen des betreffenden Wagens übermittelt.