SSV zieht „Zweite“ zurück
Eggenfelden-Vorstand Sport Alexander Köberl: „Schlag in die Magengrube und ein klarer Rückschritt für uns“

10.07.2024 | Stand 11.07.2024, 11:07 Uhr |

Der SSV Eggenfelden wird in der kommenden Saison keine 2. Herren-Mannschaft stellen können. Der Verein musste aufgrund zahlreicher, kurzfristiger Abgänge die Reserve aus dem Spielbetrieb abmelden. − Foto: Caroline Wimmer

Der SSV Eggenfelden geht in der Saison 2024/25 nur mit einer Mannschaft an den Start, die in der Fußball-Landesliga Mitte um Punkte kämpfen wird. Bis Ende der vergangenen Woche war ein Spielbetrieb auch mit der 2. Herren-Mannschaft geplant, die, wie auch in der Vorsaison, in der A-Klasse Vilsbiburg eingruppiert worden war. Nach zahlreichen kurzfristigen Abgängen waren die Verantwortlichen des Vereins jedoch zu dem Schritt gezwungen, die Reserve aus dem Spielbetrieb abzumelden. Noch im Winter blickte das Lager des SSV zuversichtlich auf die anstehende Saison der 2. Mannschaft. Das Team befand sich in der A-Klasse Vilsbiburg mitten im Aufstiegsrennen, konnte mit Mario Reichenberger einen erstklassigen Coach für die Saison 2024/25 vorstellen und hatte zudem zahlreiche Zusagen aus den eigenen Reihen in der Tasche. Nach dem Ablauf der vergangenen Saison verabschiedeten sich neben acht Spielern, deren Abgang bereits frühzeitig klar war, jedoch nach und nach auch Spieler, die eigentlich einen Verbleib an der Birkenallee zugesichert hatten. Dadurch war der Rückzug des Teams Ende letzter Woche alternativlos.

„Die Abmeldung der 2. Mannschaft schmerzt uns enorm. Wir haben alles versucht, diesen Schritt zu verhindern, leider blieb uns aufgrund der Kadergröße am Ende keine andere Wahl. Für die Jungs, die uns die Treue halten wollten, jetzt aber gezwungenermaßen kommende Saison an anderer Stelle spielen müssen, ist es besonders bitter. Als Verein, der in der Landesliga spielt und auch im Jugendbereich ambitioniert arbeitet, ist eine gute 2. Mannschaft essenziell. Der Rückzug des Teams ist daher ein Schlag in die Magengrube und ein klarer Rückschritt für uns – da braucht man nicht um den heißen Brei herumreden“, sagt der Vorstand Sport Alexander Köberl.

Attraktives Paket mit top Rahmenbedingungen, klarer Fahrplan

Nach dem verpassten Aufstieg in der vergangenen Saison wollte der SSV Eggenfelden mit dem erfahrenen Trainer Mario Reichenberger die Rückkehr in die Kreisklasse schaffen. „Mario ist ein überragender Trainer und nicht viele Vereine haben in den unteren Klassen solch einen Toptrainer an der Seitenlinie stehen. Von ihm hätten die Spieler nur profitieren können“, so Köberl. Neben der Trainerlösung hat der Verein auch im Funktionsteam frühzeitig die Weichen gestellt. Aus den eigenen Reihen heraus wurde die sportliche Leitung mit zwei hochmotivierten Leuten besetzt.

In dieser Konstellation hat man ab Winter mehrmals mit allen Spielern sowie den Jugendspielern Gespräche geführt und ihnen einen klaren Weg aufgezeigt. Dass es nun anders kommt, ist für den Verein enorm bitter. „Die Rückzieher vieler Spieler, trotz der eigentlich getätigten Zusage, lassen uns ratlos zurück. Wir bedauern jeden einzelnen der Abgänge, jedoch wirft die Art und Weise schon auch einige Fragen bei uns auf, wie man als Verein in Zukunft überhaupt noch planen soll. Wir haben ein attraktives Paket mit top Rahmenbedingungen geschnürt und einen klaren Fahrplan präsentiert. Daher ist es umso bitterer, dass wir nun zu diesem Schritt gezwungen wurden. Als Verein ist man hier am Ende machtlos“, so Köberl.

Bitte um Umgruppierung findet kein Gehör

Einen weiteren Punkt will der sportlich Verantwortliche des SSV Eggenfelden zudem nicht unerwähnt lassen. „Wir haben den Verband mehrfach um die Umgruppierung in die A-Klasse Eggenfelden gebeten. Leider ist diese Bitte aber auf keinerlei Gehör gestoßen. Wir haben vor der letzten Saison bereits wegen der unverhältnismäßig langen Fahrtstrecken unsere dritte Mannschaft abgemeldet. Zudem ist die A-Klasse Vilsbiburg für einen Verein aus der Mitte des Landkreises Rottal-Inn nicht sonderlich attraktiv. Der Fußball in den unteren Ligen lebt von vielen Derbys, kurzen Wegen und Spiele gegen bekannte Gegner. Es ist mit Sicherheit nicht der entscheidende Punkt in dieser Entwicklung, aber spielt hier definitiv mit rein“, sagt Köberl.

Die kommenden Wochen und Monate will der Verein nun nutzen, um einen klaren Plan für die Zukunft der zweiten Mannschaft aufzustellen. „Wir richten unseren Blick nun nach vorne und wollen unsere Zweite in der Saison 2025/26 wieder an den Start bringen. Dabei werden wir uns auch mit allen möglichen Szenarien auseinandersetzen“, lässt Vorstand Sport Alexander Köberl wissen.

− red