Überraschend klares Votum
Stadtrat für Rückkehr der Grashalme-Skulptur in den Park an der Sparkasse in Pfarrkirchen

20.06.2024 | Stand 20.06.2024, 22:18 Uhr |

Hier, wo die „Drei sich aufrichtenden Grashalme“ seit über zehn Jahren standen, ehe sie aus statischen Gründen abgebaut werden mussten, kommen sie wieder hin: in den Park an derSparkasse. − Foto: Archiv PNP

Kehrtwende in der Diskussion um die Zukunft des Kunstwerks „Drei sich aufrichtende Grashalme“ in Pfarrkirchen (Landkreis Rottal-Inn): Der Stadtrat hat am Donnerstagabend den ablehnenden Beschluss des Hauptausschusses aufgehoben und sich mehrheitlich für die Wiederaufstellung der Skulptur im Park an der Sparkasse ausgesprochen.


Das Ergebnis war in dieser Deutlichkeit nicht unbedingt zu erwarten, nachdem es im Ausschuss eine Mehrheit von 7:3 Stimmen dafür gegeben hatte, aus Kostengründen (Aufstellung, jährliche Prüfung) auf die Rückkehr der Grashalme zu verzichten. Im Stadtrat dann zeigte sich ein völlig anderes Bild. Mit 18:3 Stimmen votierte das Gremium dafür, die Skulptur des im April verstorbenen Künstlers Hermann Bigelmayr wieder an ihrem angestammten Platz anzubringen.

Vorangegangen war eine intensive Debatte, zu deren Beginn Bürgermeister Wolfgang Beißmann erneut für den Erhalt der Grashalme warb und auch erläuterte, warum er das Thema trotz Beratung im Ausschuss auf die Tagesordnung des Stadtrats gesetzt hatte.

„Wahrzeichencharakter“



Beißmann erinnerte daran, dass diese Grashalme aus dem Nachlass von Waltraud Reiffenstuel finanziert worden seien. Diese habe den Wunsch geäußert, dass von dem Geld ein Kunstwerk erworben wird, das möglichst in der Nähe des Reiffenstuel-Hauses platziert wird. Somit ergebe sich seiner Meinung nach eine Verpflichtung, sich für den Erhalt des Kunstwerks einzusetzen.

Martin Wagle (CSU) sprach von einem Wahrzeichencharakter, den das Kunstwerk in diesem Quartier am Bahnhof habe. Dr. Monika Müller-Rampmaier (SPD) verwies auf das Renommee des Künstlers Hermann Bigelmayr und daran, dass dieses Werk Teil des Gesamtkonzeptes für den gesamten Bereich am Bahnhof gewesen sei.

„Wir haben die Verantwortung, uns darum zu kümmern“



Ihr persönlich gefalle diese Skulptur überhaupt nicht, gab Anja Gaßner (Junge Liste/Bürgerliste) offen zu. Es stelle sich aber die Frage, wie man mit einem Geschenk umgeht. Jemanden etwas zu schenken, sei ein Vertrauensvorschuss und mit Respekt verbunden. „Die Halme sind da. Wir haben die Verantwortung, uns darum zu kümmern“, sagte sie. Und zwar so, dass man möglichst lange Freude daran habe.

Stefan Rickinger (Freie Wähler) verteidigte mit Hinweis auf die Kosten seine ablehnende Haltung gegenüber der Wiederaufstellung des Kunstwerks. Und er kritisierte wie Karl Hafner (CSU) die Berichterstattung über die Hauptausschuss-Sitzung. Er habe auch Bedenken beim neuen Konzept angesprochen, etwa die nicht gegebene Hinterlüftung bei der Blechverkleidung am Fuß der Halme. Dies sei aber nicht geschrieben worden, stattdessen sei seine „flapsige Bemerkung“ einer thermischen Verwertung in den Vordergrund gestellt worden.

− wa