Erfolge, aber auch Probleme
Reicht der Kiebitz-Schutz nicht aus?

29.11.2023 | Stand 29.11.2023, 5:00 Uhr

Bei der Jahreshauptversammlung der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal resümierten die zurückliegenden Aktivitäten: (von links) stellvertretender Vorsitzender Herbert Weiss, Vorsitzende Katrin Veicht, Beisitzerin und Jugend-Betreuerin Maria Watzl, Referent Adrian Wimmer vom Landschaftspflegeverband sowie Schatzmeister Hermann Koch. − Foto: Hascher

Neben der Rückschau auf das vergangene Jahr stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal vor allem der Kiebitz und die für ihn ausgerufenen Schutzmaßnahmen. Denn diese reichen möglicherweise nicht aus.

Unlängst trafen sich die Mitglieder der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal zu ihrer Jahreshauptversammlung im Kirchenwirt. Bei der Begrüßung hieß die Vorsitzende Katrin Veicht besonders auch die Regionalreferentin des BN für Niederbayern, Rita Rott, willkommen, die ihrerseits einen großen Dank an alle Aktiven in der Ortsgruppe zum Ausdruck brachte. Begrüßt wurde auch der Referent des Abends, Adrian Wimmer vom Landschaftspflegeverband.

Freude über die junge „Umweltbande“



Es folgte der Kassenbericht des Schatzmeisters Hermann Koch, dessen Ergebnis einstimmig angenommen wurde. Dann gab die Vorsitzende einen Rückblick auf das Jahr 2022 und das bisherige 2023. Sie erwähnte den Baumschnitt-Kurs auf der Ausgleichsfläche am Südhang/Kellerberg durch den Baumwart Robert Hallschmid, die Müll-Räumaktionen mit den Grundschulklassen im März und im Oktober 2023, auch erwähnte sie die Bild-Ausstellung „Bäume sind wichtig“, die in der Grundschule, der Real- und Mittelschule sowie in der Sparkasse für jeweils eine Woche gezeigt wurde.

Eine weitere Aktivität war die Kräuterwanderung mit Susanne Rothörl. Auch habe man eine Infoveranstaltung zur ökologischen Fläche am Weilnbach, wo man schon Probleme zu verzeichnen hatte, sowie das Streuobstwiesenfest in Kumpfmühl mit sehr großem Erfolg abgehalten. Die Beauftragte Frau Dachsberger-Bauer vom Landratsamt habe hierbei wertvolle Informationen gegeben.

Freude über die junge „Umweltbande“



Zusätzlich freute sich die Vorsitzende über die junge „Umweltbande“ mit Betreuerin Maria Watzl an der Spitze, die auch wieder sehr viele Natur-Erfahrungen gemacht hätten. „Ich danke allen Aktiven, die sich so um die Natur- und Artenschutz-Belange in unserem Bereich engagieren“, schloss die Vorsitzende ihren Rückblick.

Den Informationsteil der Hauptversammlung bildete ein Bildervortrag von Adrian Wimmer vom Landschaftspflegeverband, der über das seit drei Jahren laufende Kiebitz-Projekt seines Verbandes berichtete. Er verdeutlichte den Zuhörern, dass der Kiebitz als Wiesenbrüter zu den stark gefährdeten und deshalb streng geschützten Feldvogel-Arten zähle, der Kiebitz sei nicht zuletzt deshalb auch der „Vogel des kommenden Jahres 2024“. Er schilderte die für diese Vogelart unbedingt notwendigen Lebensräume, nämlich ungestörte Wiesenflächen und zeigte auch die Hauptgefahren auf, die in der Ackerbewirtschaftung und in Bau-Vorhaben bestünden.

Schutzmaßnahmenreichen nicht aus



Im Jahr 2022 seien nach seinen Worten im Landkreis 59 Brutvorkommen nachgewiesen worden, davon nur zwei im Kollbachtal. 41 Gelege seien durch Nestmarkierungen geschützt, auf über 14 Hektar seien auch flächige Schutzmaßnahmen, zum Beispiel Bewirtschaftungs-Ruhe oder verspätete Mais-Aussaat, vorgenommen worden. Doch selbst diese Brut-Erfolge würden nicht reichen, den Bestand zu erhalten, leider sei der Kiebitz deshalb auch weiterhin extrem gefährdet. Meldungen über Kiebitz-Vorkommen seien beim Landschaftspflegeverband jederzeit erwünscht, auch würde man sich über Aktivitäten von Hilfskräften freuen.

Abschließend dankte die Vorsitzende nochmals allen Mitgliedern in der Ortsgruppe sowie allen Helfern und Förderern des Naturschutz für die zuverlässige Arbeit.