Betriebsbeginn nach Ferien
Neue Schule in Simbach: Weiter Warten auf die Möbel

30.11.2023 | Stand 30.11.2023, 14:00 Uhr

Jedes Klassenzimmer ist mit modernster Technik unter anderem digitalen Tafeln ausgestattet.

Eigentlich hätte man schon nach den Herbstferien mit dem Schulbetrieb starten wollen. Jetzt hofft man im Landratsamt in Pfarrkirchen, dass es zumindest nach den Weihnachtsferien klappt. Die neue Betty-Greif-Schule in Simbach ist nämlich im Grunde fertig, noch immer fehlt aber das Mobiliar.

Grund sind Lieferschwierigkeiten des Möbelherstellers. Die Schulmöbel sollen aber jetzt in der ersten Dezember-Hälfte noch kommen, damit vor Weihnachten noch umgezogen werden kann. So der Plan.

Augenmerk auf Umweltfreundlichkeit



Was den Bau sonst betrifft, so setzt die Betty-Greif-Schule neue Maßstäbe. In einer Gesamtbauzeit von rund 17 Monaten ist ein völlig neues Schulgebäude unter höchst funktionellen und ökologischen Gesichtspunkten entstanden, so das Landratsamt Rottal-Inn in einer Presseaussendung. „Der Bau ist so konzipiert, dass bei einer Steigerung der Schüleranzahl problemlos aufgestockt und somit auf eine weitere Flächenversiegelung verzichtet werden kann“, weiß Thomas Klobeck, der das Projekt am Landratsamt leitet.

Beim Neubau und der Neuanlage des Geländes legte der Landkreis Rottal-Inn besonderes Augenmerk auf ökologische und umweltfreundliche Gesichtspunkte. Für den Bau des Schulgebäudes wurden rund 650 Kubikmeter Holz verwendet, welches wiederum rund 650 Tonnen CO² speichern kann. Für den Bau erhielt der Landkreis Rottal-Inn eine Holzbauförderung in Höhe von 200000 Euro. Voraussetzungen dafür sind unter anderem die Verwendung von Holz in den tragenden Konstruktionselementen der Gebäudehülle und weiteren Elementen sowie die Erfüllung des Energiestandards entsprechend dem Effizienzhausstandard 55.

Schule ist nahezu autark



Zum Auffüllen des Grundstücks wurde auf recycelten Beton zurückgegriffen. Des Weiteren befindet sich auf dem Dach des Schulgebäudes eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 60 kWp. Die gesamte Schulanlage wurde an das Fernwärmesystem der Stadt Simbach angeschlossen. Im Freigelände befindet sich eine 10000 Liter Wasser fassende Zisterne, mit der die Grünanlagen des Schulgeländes versorgt werden können. Mit diesen Maßnahmen ist die Betty-Greif-Schule in Simbach nahezu autark, lediglich für die Frischwasserversorgung muss auf das öffentliche Netz zurückgegriffen werden.

Beim gesamten Gebäude wurde auf den Baustoff Holz gesetzt. Die in Holzmassivbauweise gebauten Wandelemente wurden mit Zellulose gedämmt und mit einer Fassadenschalung aus lasierter Weißtanne verplankt. Auch im Inneren findet sich der Werkstoff Holz an den Decken und Wänden und es wurden mordernste Geräte verbaut. Die einzelnen Klassenzimmer sind mit dezentralen Lüftungsgeräten ausgestattet. Den Lehrern stehen nach Fertigstellung hochmoderne digitale Tafeln für den Unterricht zur Verfügung. In insgesamt fünf Klassenzimmern können schon bald die derzeit 64 Schulkinder unterrichtet werden, die maximale Auslastung liegt bei 75 Kindern.

Gesamtkosten von 6,4 Millionen Euro



Insgesamt umfasst das Schulgebäude fünf Klassenzimmer sowie zwei Räume für die Offene Ganztagsschule, einen Werkraum, eine Küche und einen IT-Saal. Die lichtdurchfluteten Innenhöfe sind so konzipiert, dass sie auch für Unterrichtsstunden im Freien genutzt werden können.

Bis März 2024 sollen auch die Arbeiten an den Außenanlagen fertiggestellt sein. Neben dem Schulgebäude soll ein weitläufiger Außenbereich mit Pausenhof, Klettergerüst, Boulderwand, Tartanbahn und Hochbeeten für die Schulküche entstehen.

„Mit dem Neubau der Betty-Greif-Schule in Simbach haben wir eine Schule geschaffen, die ökologisch wie auch technisch auf dem neuesten Stand ist und sich an die Anforderungen der Zeit anpassen kann“, so Landrat Michael Fahmüller in der Pressemitteilung.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 6,4 Mio. Euro. Davon erhält der Landkreis Rottal-Inn rund 3,6 Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen wie FAG (3050000 Euro), Kfw (385320 Euro) sowie der Holzbauförderung (200000 Euro). Somit muss der Landkreis für das gesamte Projekt rund 2,8 Millionen Euro aus Eigenmitteln aufwenden.

− red/ab