Akutes Problem
Nach Brandbrief wegen Ärztemangels: Landrat lädt Lauterbach nach Rottal-Inn ein

23.12.2022 | Stand 17.09.2023, 6:57 Uhr |

In einem Schreiben hat Rottal-Inns Landrat Michael Fahmüller (r.) Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nach Rottal-Inn eingeladen. −Fotos: dpa/red

Deutliche Worte hat Rottal-Inns Landrat Michael Fahmüller in seinem Brandbrief wegen Ärztemangels im Inntal an Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und Staatsminister Markus Blume gefunden. Ein weiteres Schreiben richtet er nun an Karl Lauterbach.



Ärztlichen Unterversorgung auf dem Land - der Fehler liegt im System, hat Landrat Michael Fahmüller in seinem Brandbrief an die Ministerien in Berlin und München geschrieben. In einem weiteren Brief, der am Freitag, 23. Dezember, veröffentlicht wurde, richtet Fahmüller das Wort nun direkt an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.

Die ärztliche Versorgung, insbesondere die hausärztliche Versorgung der Bürger, ist eine unverzichtbare Säule unseres gesellschaftlichen Lebens, unseres Wohlstands und unserer Sicherheit, heißt es in dem Schreiben. „Das wissen wir nicht erst seit der Corona-Pandemie.“ Doch gerade im ländlichen Raum sei diese Versorgung bei weitem nicht mehr gewährleistet. „Und dies ist eine alarmierende Entwicklung.“

Bundesregierung müsse eingreifen



Als Beispiel führt Fahmüller den südlichen Landkreis Rottal-Inn an, der bereits unterversorgt sei. Das habe mittlerweile - „wenn auch mit starker Verzögerung“ - offiziell die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns festgestellt. Eine Lösung ist laut Fahmüller aber trotzdem nicht in Sicht.

Der Landkreis mache demnach alles in seiner Macht stehende, um zumindest eine Grundversorgung aufrecht zu erhalten. Doch das löse das Problem nicht. Hier müsse die Bundesregierung eingreifen.

Der Landrat wendet sich deshalb nun direkt an den Bundesgesundheitsminister und lädt diesen in seinem Schreiben ein, in den Landkreis Rottal-Inn zu kommen, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Eine Antwort steht noch aus.

− vr