Flüchtlinge an Bord
Schleuser-Auto rast mit 100 km/h durch Simbach und prallt in Mauer: Zehn Verletzte

29.08.2023 | Stand 12.09.2023, 22:39 Uhr

In diesem Unfallwagen waren zehn Insassen, sie kamen verletzt in die umliegenden Krankenhäuser. −Fotos: Feuerwehr Simbach

Heftiger Unfall mitten in Simbach (Landkreis Rottal-Inn): Ein Schleuser, der zehn Flüchtlinge im Auto hatte, wollte vor der Polizei flüchten. Er raste mit Tempo 100 durch die Stadt, prallte dann mit dem Wagen gegen eine Mauer.



„Die Schleuser gehen immer rücksichtsloser und brutaler vor“, erklärte unlängst Jürgen Bockstedt, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Passau. Dass das nicht nur eine subjektive Wahrnehmung ist, zeigt ein Unfall in der Nacht von Montag auf Dienstag mitten in Simbach: Auf der Äußeren Pfarrkirchner Straße liegt ein Auto auf dem Dach. Sechs Rettungswagen sind im Einsatz. Wie Christoph Kaiser, Einsatzleiter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Rottal-Inn, mitteilt, wurden bei dem Unfall zehn Personen verletzt. Zehn Personen? Bei einem beteiligten Auto?

Bei Flucht vor Polizei Kontrolle verloren



Daniel Gibis von der Bundespolizeiinspektion Passau kann die Hintergründe erklären: „Kollegen wollten gegen 1 Uhr einen Nissan mit französischer Zulassung kontrollieren, nachdem dieser den Grenzübergang Simbach überquert hatte. Der Fahrer ignorierte jedoch die Anhalteversuche und fuhr mit über 100 km/h durch die Stadt. Schließlich verlor der Fahrzeuglenker die Kontrolle über sein Auto und prallte gegen eine Hausmauer. Durch den Aufprall überschlug sich der Wagen und blieb auf der Straße auf dem Dach liegen. Der Bulgare floh zunächst zu Fuß vom Unfallort, konnte aber von einer Streife der Polizeiinspektion Pfarrkirchen festgenommen werden.“

Bulgarischer Schleuser festgenommen



Gibis weiter: „Im Nissan befanden sich zehn türkische Staatsangehörige, zwei von ihnen im Kofferraum. Die Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 44 Jahren klagten über Schmerzen und wurden durch die verständigten Rettungsdienste in umliegende Krankenhäuser gebracht, sechs sind noch in stationärer Behandlung. An dem Fahrzeug, das als gestohlen gemeldet war, entstand ein Totalschaden in geschätzter Höhe von rund 25.000 Euro. An einem parkenden Auto entstand ein Schaden von etwa 500 Euro und am Gebäude ein geschätzter Schaden von ca. 10.000 Euro.“

Die Feuerwehr Simbach war mit 18 Personen vor Ort. Gegen den mutmaßlichen Schleuser wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Über den Verbleib der Geschleusten wird noch entschieden, sie wurden angezeigt.