Beitrag zur Artenvielfalt
Landwirtschaftsschule Pfarrkirchen zu Besuch bei Ökobetrieben und Biotopflächen

28.05.2024 | Stand 28.05.2024, 11:34 Uhr

Beim Ökoschultag wurden mit dem Landschaftspflegeverband verschiedene Biotopstandorte besichtigt. − Fotos: Melis/AELF

Die Ökologie stand im Mittelpunkt beim Sommerschultag der Studierenden der Landwirtschaftsschule Pfarrkirchen (Landkreis Rottal-Inn), Abteilung Landwirtschaft. Erstmals wurde auch ein landwirtschaftlicher Öko-Betrieb mit Bienenzucht und Imkerei besichtigt.

Rund 24 Bienenvölker sind auf dem Hof von Landwirt Markus Fechter in Radelsbach bei Arnst-orf. Diese sind nicht nur eine Bereicherung für die Umwelt, sondern bringen auch einen honigsüßen Ertrag mit sich, erfuhr die Besuchergruppe mit stellvertretendem Schulleiter Hans Gritsch bei der Besichtigung. Spannend waren aber nicht nur die Einblicke ins Bienenhaus, sondern auch der Rundgang.

Im Rahmen des Öko-Schultages besichtigten die Studierenden laut einer Pressemitteilung auch den Betrieb von Flori Gruber in Ponzaun. Der 63-jährige Landwirt hatte selbst in den Jahren 1979/80 die Winterschule der Landwirtschaftsschule absolviert. Später besuchte er die höhere Landwirtschaftsschule. Das Thema Ökologie in der Landwirtschaft habe ihn schon damals interessiert, erzählte er seinen Gästen. Er informierte die angehenden Junglandwirte über die Umsetzung von Vertragsnaturschutzprogramm (VPN) und Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) in der Praxis. Auf der Sommerweidefläche verzichtet er auf jegliche Düngung, muss je nach Förderung bestimmte Schnittzeitpunkte einhalten und sprach bei den aktuellen Förderprogrammen von einem „riesigen Baukasten“.

Urlaub auf dem Bauernhof



Schwerpunkt auf dem Hof mit rund 22 Hektar landwirtschaftlicher Fläche und fünf Hektar Wald aber ist der „Urlaub auf dem Bauernhof“. Drei Wohnungen und ein Ferienhäuschen stehen für Urlaubsgäste bereit. Grubers Frau hat den Beruf der Hotelkraft erlernt, war Lehrerin an der Landwirtschaftsschule und hat auch den Meisterbrief. Eine Attraktion für die Erholungssuchenden sind unter anderem die beiden Esel Kathi und Fonsi. Gruber ermunterte die angehenden Landwirte auch das zu tun, was ihnen Spaß mache, ihre Betriebe ökologisch auszurichten und zu diversifizieren.

Besondere Biotopflächen zeigten Rainer Blaschke und Gerda Benner vom Landschaftspflegeverband Rottal-Inn den Studierenden. Zunächst wurde eine Weidefläche besichtigt. Sieben bis acht Jahre wurde die Wiese per Mahd bei Hausmanning in der Gemeinde Hebertsfelden gepflegt. Schließlich wurde auf einer Teilfläche mit temporärer Beweidung begonnen. Die Fläche des Landkreises wird von Landwirten mit getrennter Zuständigkeit für Mahd und Beweidung bewirtschaftet. Blaschke und Benner zeigten den Studierenden seltene und bedrohte Pflanzenarten, die durch die nachhaltige Bewirtschaftung rekultiviert werden konnten, darunter Fieberklee, Pechnelke oder das gefleckte Knabenkraut. Besichtigt wurden noch artenreiche Extensivwiesen, seggen- und binsenreiche Nasswie-sen, Seggen- und Hochstaudenflur, Röhricht und Quellmoor.

Handlungs- und Entscheidungskompetenz vermitteln



Die Landwirtschaftsschule, Abteilung Landwirtschaft, wolle angehenden Unternehmern Handlungs- und Entscheidungskompetenz sowie Grundlagen der Mitarbeiterführung vermitteln, heißt es in einer Pressemitteilung. In der umwelt- und tiergerechten Produktions- und Verfahrenstechnik vertiefe sie vorhandenes Wissen. Fachliche Schwerpunkte in Pfarrkirchen sind im Bereich Pflanzen der Marktfrucht- und Futterbau und im Bereich Tiere die Rinderhaltung. Aufnahmevoraussetzung ist ein Berufsabschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Landwirt-schaft. Anmeldeschluss für das Wintersemester 2024/25 ist der 14. August (Infos unter www.aelf-lp.bayern.de).

− red