Streben nach Frieden
Gedenkfeiern zum Volkstrauertag auch im Landkreis Rottal-Inn

27.11.2023 | Stand 27.11.2023, 17:48 Uhr

In der Pfarrei Nöham zelebrierte in diesem Jahr Pfarrer Ludwig Limbrunner (rechts) den Gottesdienst, die Reden wurden von Bürgermeister Stefan Hanner (links) und VdK-Ortsvorsitzenden Franz Graber (Mitte) gehalten. Die KSK Nöham entbot den Gefallenen und Vermissten mit militärischem Gruß ihre Ehrenbezeugung. − Foto: red

Den Volkstrauertag im Pfarrverband Dietersburg-Nöham-Peterskirchen haben die Redner auch dieses Jahr zum Anlass genommen, eine Mahnung und Erinnerung an die Schreckensjahre der Weltkriege, an die gefallenen und vermissten Männer der drei Pfarreien zu richten.

Die Gedenkfeiern am Samstagabend und Sonntagvormittag wurden von den KSK-Vereinen, den Kirchenbesuchern sowie den anwesenden Vereinsabordnungen in den Pfarrkirchen und im Anschluss an den Kriegerdenkmälern der Pfarrei begangen. Bürgermeister Stefan Hanner sowie seine Stellvertreter Johann Brandstetter und Gabi Kahler, VdK-Ortsvorsitzender Franz Graber und Vorstandsmitglied Marianne Snaga richteten dabei Worte an die Anwesende.

Gefühl des „Zerissenseins“



Bürgermeister Hanner, der seine Rede beim Gottesdienst in Nöham hielt, machte deutlich, dass dieser Tag besonders für jene, die selbst noch Angehörige im Krieg verloren haben, besonders wichtig sei. Sie würden trauern, weil Krieg und Diktatur ihnen einen nahestehenden Menschen und damit einen Teil ihres Lebens genommen haben. Es sei das Gefühl des „Zerissenseins“ entstanden. Nicht nur im eigenen Leben sei dieses Gefühl präsent gewesen, auch in den Familien, der Dorfgemeinschaften, den Staaten und Ländern sowie in Städten und Kommunen mit ihren geschädigten und zerstörten Infrastrukturen. Hanner sprach mit Blick auf den Volkstrauertag von einer „Mahn- und Erinnerungskultur für Frieden“. Nicht nur aufgrund der bedrückenden Kriege in der Ukraine und Israel, sondern aufgrund der Vielzahl an Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen auf der Welt, erfahre dieser Tag wieder tragische Aktualität.

Die Anwesenheit der Bürger an diesem Gedenktag wertete Bürgermeister Hanner als eine wichtige Botschaft, als Mahnung und Aufforderung für die Versöhnung, zur Verständigung für inneren und auch äußeren Weltfrieden.

Die Kostbarkeit von einem Leben in Frieden



VdK-Vorsitzender Graber stellte zu Beginn fest, dass dieser Gedenktag inzwischen eine andere Bedeutung gewonnen habe. „Es geht nicht mehr darum, vermeintlichen Helden zu gedenken, die ,auf dem Feld der Ehre‘ gefallen sind, der Gedenktag bietet vielmehr die Möglichkeit, über die Kostbarkeit des Lebens in Frieden nachzudenken.“ Man müsse sich dessen bewusst sein, dass man seit Mai 1945 in Deutschland von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont geblieben ist und im Frieden Leben darf.

Gedenken an Opfer von Antisemitismus und Rassismus



Das Gedenken richte man an die Opfer von Gewalt und Krieg, an die Soldaten, die in den beiden Weltkriegen starben, aber auch an jene, die in Gefangenschaft, als Vertriebene oder Flüchtlinge ihr Leben lassen mussten, fuhr Graber fort. Im Hinblick auf die Auseinandersetzungen der Gegenwart, würden sich die Gedanken und Erinnerung auch an die Opfer von Terrorismus, politischer Verfolgung, an die Bundeswehrsoldaten und anderen Kräfte, richten, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren haben. Auch die Opfer von Antisemitismus und Rassismus schloss der VdK-Vorsitzende in seine Worte ein. Zum Abschluss betonte Graber, dass das Leben im Zeichen von Hoffnung auf Versöhnung stehe und die Verantwortung für alle gelte, dem Frieden zuhause und auf der ganzen Welt anzustreben.

Sowohl der VdK-Vorsitzende als auch Bürgermeister Hanner stellten am Kriegerdenkmal eine Schale zur Erinnerung und Mahnung nieder. In der Pfarrei Peterskirchen übernahmen dies 3. Bürgermeisterin Gaby Kahler und VdK-Vorstandsmitglied Marianne Snaga. Der Gedenkfeier in Dietersburg wohnte 2. Bürgermeister Johann Brandstetter bei.

− red