Drei Sprachen – ein Glaube
Feierlicher Abschluss: Gottesdienst im Rahmen der Jubiläumsfeier in Eggenfelden

24.06.2024 | Stand 24.06.2024, 14:36 Uhr |
Andrea Malota

Zelebrierten den Gottesdienst: (von links) Diakon Robert Rembeck, Stadtpfarrer Egon Dirscherl, Pastoralreferent Jürgen Willkofer und Prädikantin Sabine Schindler.  − Fotos: Andrea Malota

Mit dem Kreuzzeichen, dem Symbol des Glaubens, erwartete die Gläubigen am Sonntag „Im Namen des Vaters – du Fils (des Sohnes) – a Szentlélek nevében (und des Heiligen Geistes) eine sehr besondere Feier beim ökumenischen Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche in Eggenfelden (Lkr. Rottal-Inn) zu Ehren der Städtepartnerschaftsjubiläen mit Carcassonne und Balatonalmádi.

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Europahymne leitet ein



Gleich zu Beginn ertönte, wunderbar gesungen von vier Solistinnen und Solisten sowie dem Kirchenchor und jubilierend begleitet von Orgel und vier Bläsern, „Beethovens Neunte“ – die Europahymne. Sie stimmte ein auf einen Gottesdienst, der im Zeichen der Gemeinsamkeit, der Freundschaft und der Völkerverständigung stand.

So wurde die erste Lesung von Sven Frei, 2. Vorsitzender des Freundeskreises Carcassonne, in französischer Sprache gelesen; die zweite Lesung in ungarischer Sprache hielt Monika Hinterwinkler vom Freundeskreis Balatonalmádi. Auch die Fürbitten wurden in französischer, ungarischer und von Brigitte Starzner in deutscher Sprache verlesen. Diakon Robert Rembeck trug das Evangelium wieder in deutscher Sprache vor.

Nach dem Evangelium stellte Prädikantin Sabine Schindler von der evangelischen Kirchengemeinde in Vertretung von Pfarrerin Dr. Ulrike Kuschel und Pfarrer Thomas Weinmair geistliche Gedankenimpulse in den Raum. Sie betonte, dass in jedem von uns Christus lebe und wenn man sich für seinen Geist öffne, handle man in Nächstenliebe. Die Liebe Gottes entschärfe Konflikte und verbinde die Menschen. Durch die Taufe sei jeder ein Teil einer weltweiten Gemeinschaft. Die Liebe Gottes gelte allen Menschen und auch der einzigartigen Schöpfung.

Ganz bestimmtes Motto



Seine Predigt stellte Stadtpfarrer Egon Dirscherl unter das Motto des ökumenischen Gottesdienstes des „Tags der deutschen Einheit“ aus dem Jahr 2018 – „Nur mit Euch!“ Eine Gesellschaft könne nicht sagen, dass manche Menschen nicht dazu gehören. Es gehe nur miteinander, nie gegeneinander. Der Wert eines Staates sei auch erkennbar bei der Frage „Wie geht man mit Menschen um, die es aus eigener Kraft nicht schaffen?“ Er zitierte Papst Franziskus, der einmal gesagt hat: „Wenn wir den Egoismus überwinden und uns der Liebe öffnen; wenn wir Bande der Geschwisterlichkeit pflegen, wenn wir an den Leiden unserer Brüder und Schwestern teilhaben und all unsere Talente für sie einsetzen, dann brechen wir das Brot unseres Lebens wie Jesus.“ Dann sei eine Gemeinschaft von Christen fähig aufeinander zuzugehen und in Verständnis und Frieden zu leben. Auch Europa gehe „nicht ohne Euch“, so der Geistliche. Dies gelte für alle Staaten. Bei Städtepartnerschaften werde dies aktiv gelebt. Nur miteinander im Zusammenhalt in Glauben und Gesellschaft könne es eine gute Entwicklung geben.

Dankesworte vom Bürgermeister



Zum Abschluss des Gottesdienstes nahm auch Bürgermeister Martin Biber das Motto „Nur mit Euch“ wieder auf. Er bedankte sich beim Organisten Markus Asböck, den Bläsern, dem Chor und den Solistinnen und Solisten, die die „Missa Brixensis“ unter der Leitung von Johannes Buxbaum bravourös dargeboten hatten. Ein großer Dank ging auch an Edeltraud Huber und ihre Tochter Elisabeth für den wunderbaren Blumenschmuck, der in den Nationalfarben Frankreichs und Ungarns gestaltet war. Sein Dank ging auch an alle, die diese mehrtägige Partnerschaftsfeier und den Gottesdienst vorbereitet, begleitet und mitgestaltet hatten. Ebenso bedankte er sich bei seinen Bürgermeisterkollegen aus Carcassonne und Balatonalmádi, den Gästen aus beiden Städten für ihr Kommen und bei den Mitgliedern der Partnerschaftsvereine. So etwas funktioniere nur wenn man „von Herz zu Herz“ dabei sei, so der Bürgermeister.

Nach dem Abschlusssegen wünschte Stadtpfarrer Egon Dirscherl allen Gästen eine gesegnete Heimreise und weiterhin tiefe Verbundenheit. Feierlich und ergreifend ertönten zuletzt noch die französische, die ungarische und die deutsche Nationalhymne, die von den Gottesdienstbesuchern aus voller Brust mitgesungen wurden.