Jubiläum mit drei Eigenproduktionen
„Bauhoftheater“ in Braunau feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen

19.02.2024 | Stand 19.02.2024, 15:41 Uhr

Den Auftakt macht das Stück „Acht Frauen“, das ab 4. April im „Stögerstadl“ zu sehen sein wird. − Foto: red

Was 2004 als spontane Sommertheater-Produktion im Konventgarten des Schlosses Ranshofen begonnen hat, ist mittlerweile eine der wichtigsten Kulturveranstaltungen des Sommers. Unter dem Motto „Alles Theater“ präsentiert das Ensemble des „Bauhoftheaters“ Braunau alljährlich an verschiedenen Spielorten ein vielfältiges und anspruchsvolles Programm.

Das reicht von Kriminalkomödie über Farce bis hin zu Kindertheater reicht. Dazu kommen Gastspiele, Konzerte und Kunstaktionen, die das Jubiläumsjahr zu einem kulturellen Highlight in der Region machen.

Das 20-jährige Bestehen heuer wird mit zwei Stücken begangen. Den Auftakt zum Jubiläumsjahr bildet die Premiere der Kriminalkomödie „Acht Frauen“ von Robert Thomas am Donnerstag, 4. April, um 20 Uhr in der Alten Musikschule („Stögerstadl“). Unter der Regie von Robert Ortner steht geballte „bauhoftheater“-Frauenpower aus drei Generationen auf der Bühne und sie sorgt für humorvolle, spannende Unterhaltung mit Tiefgang und viel Musik.

Aberwitziges Versteckspiel beginnt



Worum geht’s in dem Stück: Eine Familie trifft sich zu den Weihnachtsfeiertagen auf einem abgelegenen Landsitz. Doch die feierliche Stimmung wird jäh unterbrochen, als der einzige Mann im Haus tot – mit einem Messer im Rücken – aufgefunden wird. Die acht Frauen sind von der Außenwelt abgeschnitten und müssen sich der Tatsache stellen, dass eine von ihnen die Mörderin sein muss. Da keine von ihnen ein Alibi hat, aber alle ein Motiv zu haben scheinen, beginnt ein aberwitziges Versteckspiel, bei dem jede versucht, ihre Geheimnisse zu bewahren.

Das Herzstück des Jubiläumsjahres ist der traditionelle Braunauer Theatersommer auf der Freiluftbühne am Kirchenplatz. Ab Donnerstag, 4. Juli, jeweils um 20 Uhr steht als Hauptproduktion die Farce „Mein Kampf“ von George Tabori auf dem Programm. Das Stück sei nicht nur eine provokante Geschichtsbewältigung, sondern auch einer der witzigsten und tiefsinnigsten Versuche des Gegenwartstheaters, Geschichte zu betrachten. „Für uns war klar, dass wir Taboris ‚Mein Kampf‘ irgendwann mal in Braunau inszenieren müssen. Das Jubiläumsjahr scheint uns nun der richtige Zeitpunkt zu sein, um dieses Stück nach Braunau zu bringen“, so die beiden Regisseure Robert Ortner und Wolfgang Dorfner.

Gastspiel des „Cabaret Burghausen“



Der Inhalt: Der junge Adolf Hitler reist, bereits vom Größenwahn infiziert, zum ersten Mal nach Wien – im Gepäck Aquarelle von nicht allzu hoher Qualität. In seiner Selbstüberschätzung möchte er sich an der Kunstakademie bewerben, landet aber erst einmal im Männerwohnheim. Dort muss er sich mit zwei Juden das Zimmer teilen. Der eine ist ein Koch namens Lobkowitz, der Hitler eher kritisch beäugt, der andere ist Shlomo Herzl, ein Buchhändler, der sich liebevoll und väterlich um Hitler kümmert und dem Führer in spe sogar den Titel seines Buches, an dem er gerade schreibt, leiht: „Mein Kampf“. Als Hitler an der Akademie abgelehnt wird, ist es Herzl, der ihn tröstet und schließlich auf politische Bahnen lenkt. Mit bekanntlich fatalen Folgen für die Welt.

Ein Gastspiel des „Cabaret Burghausen“ mit mehreren Terminen steht dann ab Anfang August auf dem Programm. „Die grenzübergreifende Kulturarbeit war und ist ein wichtiger Bestandteil unserer Philosophie. Umso mehr freut es uns, dass unsere Freunde aus Burghausen mit einer Komödie auf der Freiluftbühne am Kirchenplatz zu sehen sein werden“, so der Vorstand des „bauhoftheaters“.

Free-Open-Air-Konzert in Planung



In Planung für den Sommer sind noch ein Free-Open-Air-Konzert am Stadtplatz und die eine oder andere Aktion und Veranstaltung auf der Bühne oder im öffentlichen Raum.

Im Herbst ist dann nochmals ein Theater-Gastspiel geplant. Anfang Dezember wird wieder der „ART.ig Kunsthandwerksmarkt“ im Schloss Ranshofen über die Bühne gehen. Zum Jahresabschluss soll es dann nochmals „Alles Theater“ heißen, wenn eine dritte Eigenproduktion um die Weihnachtszeit auf der Bühne in der Alten Musikschule zu sehen sein wird. „Die konkrete Planung dazu ist aber erst am Anfang“, so Geschäftsführer Robert Ortner abschließend.

Alle Infos zum Programm, den Stücken, sowie Karten finden Sie auf der Homepage des bauhoftheaters unter www.bauhoftheater.at und auf den Social-Media-Kanälen. Das Programm und die Infos dazu werden regelmäßig aktualisiert.

− red