Relegation zur Landesliga
Drama am Lerchenfeld: Ruhmannsfelden scheitert schmerzlich – Aus auch für Osterhofen und Hutthurm

26.05.2024 | Stand 27.05.2024, 6:59 Uhr

Ernüchterung in Ruhmannsfelden: Die Hoffnungen auf den Klassenerhalt enden dramatisch. − Foto: Drexler

Dramatisches Landesliga-Aus für die Spvgg Ruhmannsfelden: Nachdem die Lerchenfeldkicker am Sonntag gegen den FC Weiden-Ost zwischenzeitlich das 0:3 aus dem Hinspiel egalisiert hatten, bedeuteten zwei Gegentreffer beim 4:2-Erfolg das Ende der Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Aus auch für den SV Hutthurm nach dem 1:2 in Eggenfelden und für die Spvgg Osterhofen, die dem FC Ergolding 1:6 unterlag.

Durch das Ausscheiden der Spvgg Ruhmannsfelden steht der weitere Fahrplan für die Relegation zur Bezirksliga: Es gibt nur drei freie Plätze. Wie berichtet, qualifizieren sich die beiden Sieger der Dienstagspartien (Schöfweg – Niederalteich und Pfarrkirchen – Gangkofen) für die Bezirksliga und die Verlierer spielen am Freitagabend um den letzten verbliebenen Platz.

Die Spvgg Ruhmannsfelden und das Drama gegen Weiden

Was für ein Drama am Lerchenfeld! Die Spvgg Ruhmannsfelden hat im Relegations-Rückspiel gegen den FC Weiden-Ost einen 0:3-Rückstand innerhalb von nur einer Halbzeit ausgeglichen – und musste sich doch äußerst bitter geschlagen geben. Am Ende steht zwar ein 4:2-Sieg auf der Anzeigetafel, freuen können sich am Lerchenfeld darüber aber nur die Gäste aus der Oberpfalz, die sich nach zwei Spielen mit 5:4 durchsetzen und weiter vom Aufstieg träumen. Ruhmannsfelden steigt dagegen nach nur einer Saison in der Landesliga wieder in die Bezirksliga ab.

Alois Wittenzellner, Sportlicher Leiter Ruhmannsfelden, fasste zusammen: „Eine sehr, sehr bittere Niederlage gegen einen machbaren Gegner. Wir haben die Runde nicht heute, sondern im Hinspiel verloren. Die erste Halbzeit war die vielleicht beste in dieser Saison. Dennoch haben wir aus unseren Chancen zu wenig gemacht. Im zweiten Abschnitt haben wir zu wenig gemacht und am Ende waren wir nicht clever genug. Das Spiel war wie ein Sinnbild für die Saison. Wir haben einfach zu viele Chancen vergeben und den Klassenerhalt etwas leichtfertig hergeschenkt. Die Mannschaft ist aber intakt und der Kern bleibt auch in der Bezirksliga zusammen.“

Die Partie beginnt furios und die 637 Zuschauer erleben vom Start weg eine wilde Achterbahnfahrt. Trotz der 0:3-Hinspielpleite geht Ruhmannsfelden mit viel Selbstvertrauen zu Werke und macht das möglich, was viele noch vor dem Anpfiff für unmöglich hielten. Ein schnelles Tor von Robert Peter in der 19. Minute lässt die Hoffnungen der grün-weißen Anhänger wieder aufkeimen. Und spätestens mit dem 2:0 von Korbinian Menacher (29.), dessen eigentlich harmlosen Fernschuss Weidens Torhüter Eric Schlesinger völlig unterschätzt, spielt nur noch Ruhmannsfelden. Mit dem 3:0, dem zweiten Treffer von Robert Peter, ist der Ausgleich innerhalb von 32 Minuten wiederhergestellt – das Wunder vom Lerchenfeld nimmt Konturen an!

Doch dem lauten Jubel folgt der schnelle Schock. Mit ihrer ersten gefährlichen Aktion verkürzen die Gäste zum 1:3. Aus dem Getümmel heraus netzt Max Wittmann zum 1:3 (36.) ein. Die Ruhmannsfeldener schütteln sich kurz – und erhöhen mit dem nächsten Angriff prompt zum 4:1. Simon Bayerl nimmt vom rechten Strafraumeck Maß zu und trifft traumhaft in den Winkel (37.). Gegen völlig desillusioniert wirkende Gäste gehen nun plötzlich die Ruhmannsfeldener als Favorit in den zweiten Abschnitt. Dieser bleibt aber weitestgehend ereignislos, beide Teams haben ihr Pulver offenbar verschossen. Ruhmannsfelden ist überlegen, macht aber zu wenig aus den sich bietenden Möglichkeiten. Und so kommt es wie es im Fußball häufig kommt: In der Nachspielzeit kontert Weiden die Hausherren aus – und Max Wittmann vollendet zum 2:4, das den Ruhmannsfeldener Abstieg trotz einer tollen kämpferischen Leistung besiegelt.

Während für Ruhmannsfelden der Traum vom Klassenerhalt also geplatzt ist, zieht der FC Weiden-Ost in die zweite Relegationsrunde ein und darf weiter auf den Aufstieg träumen. Nächster Gegner ist der TV Parsberg. Gespielt wird am Mittwoch (18.30 Uhr) und am Samstag (16 Uhr).

Osterhofen sang- und klanglos runter in die Bezirksliga

Mit Pauken und Trompeten treten die Kicker der Spvgg Osterhofen den Gang in die Bezirksliga an. Mit 1:6 kommen die Osterhofener gegen den Vizemeister der Bezirksliga West den FC Ergolding im Rückspiel der Landesliga-Relegation unter die Räder.

In den gesamten 90 Minuten ließen die Kicker von Spielertrainer Andreas Stadler alles vermissen, was es in einem Entscheidungsspiel braucht. Kampf, Leidenschaft und der absolute Siegeswille, bei den Herzogstädter an diesem Nachmittag vor knapp 900 Zuschauern: Fehlanzeige! Zu Beginn hatte Osterhofen noch Oberwasser und Kapitän Armin Mesic hatte mit einer „Hundertprozentigen“ die Führung auf dem Schlappen. Dabei schob er die Kugel am leeren Tor vorbei. Dann kamen die Gäste jedoch immer besser ins Spiel, spielten schnörkellos und kamen relativ einfach vor die Kiste. Das 0:1 ließ auch nicht lange auf sich warten. Rocco Schmidleitner eroberte im Mittelfeld den Ball, umkurvte die komplette Osterhofener Deckung und setzte die Kugel unhaltbar in die Maschen. Kurz vor der Pause der nächste Nackenschlag für die Hausherren. Die Situation kann nicht geklärt werden und Max-Leon Blass vollendet zum 0:2. Osterhofen konnte nach dem Wechsel den Schalter nicht umlegen und mit dem 0:3 durch Julius Drück schien die Messe gelesen. Das 1:3 durch Pascal Fischer und die zwischenzeitliche Hoffnung auf eine Wende konterte Ergolding prompt mit dem 1:4. Osterhofen gab sich auf und die Gäste schraubten das Ergebnis noch auf 1:6. Trainer Andreas Stadler sagte das aus, was alle gesehen haben. „Über die gesamte Spielzeit war Ergolding einfach besser. Sie waren fitter, handlungsschneller und wollten es unbedingt. Das hat meiner Mannschaft heute leider gefehlt!“

Zweimal Schie: Eggenfeldener 2:1 gegen Hutthurm

Das Hutthurmer-Wunder bleibt aus. Zu groß ist die Hypothek aus dem Hinspiel. 4:0 gewannen die Eggenfeldener in Hutthurm. Zuhause im Stadion an der Birkenallee, mit den eigenen Fans im Rücken, lässt der SSV nichts mehr anbrennen. 2:1 gewinnt Eggenfelden. Für Hutthurm ist der Traum vom Aufstieg damit geplatzt, Eggenfelden qualifiziert sich über zwei Spiele souverän für die nächste Runde und darf noch an den Klassenerhalt hoffen.

Dunkler Rauch hüllt den Platz in Eggenfelden und verspätet den Anpfiff um wenige Minuten. Vereinzelte Hände wedeln Bengalos aus den Büschen auf der Gegenseite der Tribüne. Die Ansage des Stadionsprechers, dass Pyrotechnik nur schadet und im Sport nichts zu suchen hat, ist zwar Pflicht, aber dennoch sinnlos. Zu laut stimmen die Fans des SSV ihre Mannschaft auf das Spiel ein. „SSV kämpfen und siegen“ ist das Motto.

Beide Mannschaften starten „angezündet“ in die Partie. Allein drei Hochkaräter in den ersten zwei Minuten lassen beide untereinander liegen. Mit der allerersten Aktion kombiniert sich Eggenfelden flink in den Strafraum, Simon Schie verpasst aber den Moment des Abschlusses. Auch in der zweiten Aktion hat Schie seine Füße mit im Spiel. Abraham ist zu schnell für die letzte Kette des SV, legt den Ball in den Rückraum auf den blank stehenden Ungur, der sich gegen den Abschluss und für den Pass auf Schie entscheidet. Die Nummer 10 des SSV trifft zwar, steht aber im strafbaren Abseits.

Auf der Gegenseite hat der Schlussmann der Eggenfeldener enormes Glück. Eine flache Flanke von rechts kann Koskowski nicht festhalten. Den Nachschuss entschärft er aber mit einer großartigen Parade. Nach 30 Minuten ist es erneut Koskowski, der im Mittelpunkt des Geschehens steht. Rustikal räumt der Schlussmann einen Hutthumer im Strafraum ab. Patrick Kaltenecker verwandelt den fälligen Strafstoß. Kurios: Eggenfelden beschwert sich im Nachgang vehement bei den Offiziellen. Der Torschütze Kaltenecker ist bei der Ausführung ausgerutscht und soll den Ball zweimal berührt haben. Nach kurzer Besprechung mit seinem Linienrichter entscheidet sich der Schiedsrichter aber für den Hutthurmer-Treffer.

Doppelter Schie wird zum Matchwinner



Im zweiten Durchgang beginnt dann die Schie-Show. Die Nummer 10 des SSV holt kurz nach Wiederanpfiff einen Elfmeter raus und verwandelt ihn entgegen der Regel „Niemals soll der Gefoulte schießen“, souverän in den Knick. Eine Viertelstunde vor Schluss trifft Schie erneut. Nach Vorlage des eingewechselten 18-jährigen Johannes Häglsperger schließt er aus der Drehung ab und trifft ohne Chance für den Keeper zum Siegtreffer.

„Schonen. Ausruhen. Eistonne“



Noch ist der Klassenerhalt für Eggenfelden nicht sicher. Bereits am Mittwoch geht es für Jungs von Spielertrainer Tobias Huber bereits weiter. Es wartet der Bezirksligist FC Ergolding. Durch die bedingt nur kurze Pause bis zum nächsten Spiel fällt die Vorbereitung drastisch aus: „Schonen. Ausruhen. Eistonne“, lautet der Plan von Huber. Natürlich aber auch Vorbereitung auf den Gegner: „Wir werden jetzt nicht mehr viel taktisch machen, dafür ist die Zeit zu kurz. Wir werden jetzt runterfahren und die Analyse zu Ergolding machen“, erzählt der Coach. Viel mehr bleibt dem SSV im Vorfeld der Entscheidungskracher nicht übrig.

− fed/fn/sg