Regen
Landtagsdirektkandidat Thomas Pfeffer (Bayernpartei): Das Volk als Auftraggeber

26.09.2023 | Stand 26.09.2023, 19:00 Uhr

Thomas Pfeffer (Bayernpartei) − Foto: Privat

Am 8. Oktober wird ein neuer Landtag gewählt. Der Bayerwald-Bote stellt die Direktkandidaten im Stimmkreis Regen/Freyung-

Grafenau vor. Heute: Thomas Pfeffer aus Lalling von der Bayernpartei.

Was ist Ihr wichtigstes Anliegen?
Dass Wohlstand, Sicherheit und kulturelle Identität in unserem Land gewahrt bleiben. Dazu ist es notwendig die Bürokratie abzubauen, Steuern und Abgaben möglichst niedrig zu halten, die Infrastruktur bestens instand zu setzen und eine top ausgerüstete Polizei. Im Kulturbereich ist es notwendig, die vom Aussterben bedrohte bairische Sprache viel besser zu fördern. Um Wohlstand und kulturelle Identität zu gewährleisten ist v.a. der Bildungsbereich extrem wichtig. Sprich: Massive Investitionen in die Bildung, ein differenziertes Schulsystem, Werteorientierung.

Wie wollen Sie Jungwähler ansprechen?
Einerseits mit jugendpolitischen Themen: Sprich ein modernes Bildungswesen, Perspektiven, Mitbestimmung, politische Bildung in den Schulen etc.

Andererseits mit meiner offenen und geselligen Art.

Ihre Position zur Migrationspolitik?
Mir ist Differenzierung sehr wichtig. Klassische Migration wird Vorteile bringen, aber nur wenn diese gesteuert und begrenzt wird. Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte. Hier müssen wir international attraktiv bleiben. Was wir nicht brauchen, ist eine Einwanderung in die Sozialsysteme und Parallelgesellschaften. Ein Anspruch auf Sozialleistungen darf es daher nur geben, wenn vorher lange genug ins Sozialsystem eingezahlt wurde.

Das Thema Asyl ist gesondert zu betrachten. Wer von Krieg verfolgt ist, soll vorübergehenden Schutz erhalten. Wer keinen Schutz erhalten darf, sind Wirtschaftsflüchtling und Kriminelle. Daher müssen Asylverfahren deutlich beschleunigt werden. Wer straffällig wird, ist umgehend auszuweisen. Anerkannte Flüchtlinge müssen dagegen deutlich schneller in ein Beschäftigungsverhältnis gebracht werden.

Wie kann eine Energiewende gelingen und in welche Richtung müsste sie gehen?
Essenziell ist es, die Bürger mitzunehmen, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und dezentral zu handeln. Großprojekte führen oft zu Widerständen. Daher ergibt es Sinn, u.a. auf Kleinwasserkraftwerke, Photovoltaik (auf Gebäuden, nicht auf Äckern), Pumpspeicherkraftwerke zu setzen. Windkraft sollte nur dort erlaubt sein, wo die Bevölkerung wirklich dahintersteht. Die Atomkraftwerke sollten solange wieder hochgefahren werden, bis die erneuerbaren Energien ausreichend ausgebaut sind. Biomasse und Blockheizkraftwerke sind auch wichtig. Holz muss als heimischer Energieträger dauerhaft erlaubt bleiben. Diesem kommt in unserer Region eine Schlüsselrolle zu, vor allem in der Wärmeversorgung.

Was können Sie für die heimische Wirtschaft tun?
Mich mit aller Kraft für Infrastrukturprojekte in unserer Region einsetzen, die Digitalisierung vorantreiben, auf den Abbau von weltfremden Auflagen drängen.

Haben Sie ein Rezept für eine bessere Gesundheitspolitik?
Kleine Krankenhäuser in der Fläche erhalten, die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung verbessern, Bürokratie abbauen, die medizinische Versorgung auf dem Land zu verbessern, z. B. mit Prämien. Mehr auf die Praktiker vom Fach hören.

Wo würden Sie Schwerpunkte in

der Verkehrspolitik setzen?
Straße, Schiene und Radwege sind gleichermaßen zu fördern. Ebenso dürfen Individualverkehr und ÖPNV nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das Auto zu verteufeln, ist ein vollkommener Irrweg, da es ein Stück individuelle Freiheit ist. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es wichtig, eine Wasserstoff-Infrastruktur zu fördern, Kaufanreize für E-Fuels- und Hybrid-Fahrzeuge zu geben. Die Zahl der E-Ladestationen im öffentlichen Raum ist zu erhöhen. Der Bahnbetrieb nach Viechtach gehört in den Dauerbetrieb, langfristig muss die Strecke München-Plattling-Eisenstein-Pilsen-Prag durchgehend elektrifiziert werden. Die Taktung auf den wichtigsten Buslinien ist zu erhöhen. Die Erstellung eines Radwegenetzes, das die wichtigsten Hauptorte verbindet, ist eine große Aufgabe für den nächsten Jahre.

Was kann der Freistaat wohnungspolitisch bewirken?
So wenig Auflagen wie möglich zu machen. Private Wohnungsbesitzer und Vermieter investieren so wenig wie schon lange nicht mehr, einfach weil Vermieten in der Regel sehr unattraktiv ist. Sanierungen und die Reaktivierung von Leerständen sind finanziell zu fördern. Hier ist noch sehr viel Luft nach oben. Der Freistaat selbst sollte im Bereich des sozialen Wohnungsbaus wieder stärker tätig werden.

Was macht Ihnen Angst, wenn Sie

an die Zukunft denken?
Dass wir wirtschaftlich und gesellschaftlich absteigen. Vor allem die Berliner Politik macht mir aktuell viel Sorgen, aber auch in München wird viel verschlafen. Dieses Versagen treibt die Bevölkerung in die Arme der Radikalen, egal ob linkes oder rechtes Spektrum.

In einem Satz: In der Region fehlt

es vor allem an …
Geld. Wir Bayern zahlen Jahr für Jahr Milliarden in den Länderfinanzausgleich ein, wovon wir einen Teil davon besser im Bayerwald investieren sollten.

In einem Satz: Was ist mit Ihnen

auf keinen Fall zu machen?
Die Zielsetzungen und Werte zu verraten, für die ich stehe.

Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz: Wir Politiker sollten …


...viel besser für das einstehen, wofür wir gewählt worden sind. Das Volk ist unser Auftraggeber.


ZUR PERSON: Thomas Pfeffer
Alter: 33 Jahre
Wohnort: Lalling
Familienstand/Kinder: ledig
Beruf: zwei abgeschlossene Berufsausbildungen (Lagerlogistiker + Erzieher); seit 2014 Erzieher in der ambulanten Familienhilfe, seit 2017 in leitender Position
Politischer Werdegang: 2015 Eintritt in die BP, Aufstieg zum BP-Kreisvorsitzenden und Landesvorstandsmitglied; seit 2020 Mitglied im Lallinger Gemeinderat + Jugendbeauftragter sowie Kreisrat im Kreistag Deggendorf
Ehrenämter: Landesschriftführer Bund Bairische Sprache, 2. Kreisvorsitzender Bayernbund DEG, Beisitzer im Erholungsflächenverein Lalling, weitere Vereinsmitgliedschaften u.a. beim Trachtenverein…
Hobbys: Wenn es die begrenzte Zeit erlaubt: Andere Regionen und Länder bereisen, Freunde treffen, Konzerte und Veranstaltungen besuchen, Volksfeste
Lieblingsmusik: Stimmungsabhängig - Rock, Pop (z. B. Ed Sheeran), bairischer Rap
Liebster Urlaubsort: Barcelona
Meine größte Stärke: Mein Fleiß
Schwach werde ich bei… Leberkas und dazu ein Helles
Wütend macht mich… wenn Menschen nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind
Mein Leitspruch fürs Leben: „A bisserl was geht imma!“