In der Wallfahrtskirche St. Hermann
Konzert bringt fast 1000 Euro für Bischofsmaiser Kirchenorgel

Exzellent besetztes Konzert des Fördervereins Wallfahrtsstätte St. Hermann – Erlös fließt in die Instandsetzung der Orgel

12.06.2024 | Stand 12.06.2024, 16:40 Uhr |
Aurel Bismarck von

Begleitet von Erika Tauber an der Zither, sangen Helmut Wengler und Sonja Stündler.  − Fotos: v. Bismarck

Die altehrwürdige Orgel der Wallfahrtskirche St. Hermann hat eine kostspielige Instandsetzung erfahren – Grund genug für den Förderverein Wallfahrtsstätte St. Hermann, sein alljährliches Konzert diesmal als Benefizkonzert zugunsten der Orgel abzuhalten.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bestand und Unterhalt der Kirche und ihres Umfeldes zu unterstützen. Diese alte Kirche ist nicht nur für sich gesehen etwas besonderes, sie besitzt auch noch eine originale Orgel mit sieben Registern von Ludwig Edenhofer aus dem Jahr 1842, die aber vor kurzem instandgesetzt werden musste. Mäuse hatten sich offenbar im Gebläse des Instrumentes sehr wohl gefühlt und es unspielbar gemacht.

Diese Orgel ist in der Vergangenheit oft auch für Konzerte benutzt worden. Und es ist in St. Hermann ein bisschen so, wie der Autor aus eigener Erfahrung weiß: wenn man die Kirche betritt, sei es als Spieler oder als Zuhörer, und hinter sich die Kirchentüre schließt, dann ist die übrige Welt da draußen auf einmal ganz weit weg... Das schon traditionelle Konzert wurde diesmal etwas vielseitiger gestaltet – getreu dem Motto von Goethe „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen.“ Die Organisation lag in den Händen von Helmut Wengler, der selber auch als Solist zu hören war.

Wengler konnte wieder tolle „Mitstreiter“ für das Konzert gewinnen. Er und Sonja Stündler sangen zu Beginn „Wisst’s, wo mei Hoamat is“, einfühlsam begleitet von Erika Tauber auf der Zither. Helmut Wengler war mit „klassischen“ Liedern voll in seinem Element – was man schon beim Lied „O du mein Trost“ (Johann Wolfgang Frank) merkte. Seine schöne Tenorstimme strahlte wie eh und je! Ganz berührend auch Franz Schuberts „Der Wanderer an den Mond“, passend begleitet von Tanja Wenzl am Klavier. Wengler sang noch „Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde“ von Robert Schumann. Das stimmliche „Gegenstück“ war Ulrich Walter Stöger mit gewaltigem und tiefgründigem, aber auch warmen Bass. Er sang „Brunnquell aller Güter“ und „Es ist vollbracht“ von Johann Sebastian Bach.

Wengler und Stöger sangen zusammen noch „Wenn ich ein Vöglein wär“ von Robert Schumann. Gesanglich mit von der Partie war auch Stündler, die mit kräftiger Stimme „Miss your touching smile“ von Walter Theisinger sang, einfühlsam begleitet von Bettina Scholz auf dem Hackbrett. Später sang sie noch „Über sieben Brücken musst Du gehen“ des „Karat“-Keyboarders Ullrich Swillms, auch bekannt geworden durch Peter Maffay. Sie begleitete sich geschickt am Klavier – toll, wie sich Piano und Hackbrett ergänzten!

Scholz und Stündler waren dann noch zu hören mit einer deutschen Version von Bette Midlers entzückendem Lied „The rose“ und mit „Lavender’s blue“, einem englischen Volkslied. Hackbrett und Klavier sind ja verwandter miteinander, als man denkt – sind es doch beide (wenn nicht, wie in St. Hermann, ein – hier sehr gutes – E-Piano verwendet wird) Saiteninstrumente.

Eine große Bereicherung war Erika Tauber mit ihrer Zither. Sie spielte ein Siciliano und ein entzückendes Menuett von Tobi Reiser.
Taubers Beiträge auf der Zither brachten eine wunderschöne meditative Dimension in den Abend herein. Ein guter Kontrapunkt waren die beiden Musiker vom Duo „Waidlerschneid“, die sich sowohl gesanglich als auch mit Akkordeon und Gitarre wundervoll ergänzten. Von ihnen hörte man „Die Rose von Südtirol“ (Hans Greiner), „Wenn weiße Wolken“ (Werner Scharfenberger), „Drei Peseten, Señor“ (Chamer Buam) und „Wenn die Sonn’ aufgeht“ (Gerhard Spitäler). Georg Pledl bereicherte die Veranstaltung mit nachdenklichen Texten. Zum Schluss sangen Sonja Stündler und Helmut Wengler „Der Tag ist um“ nach dem auch in Deutschland bekannten englischen Kirchenlied „The day thou gavest“.

Dieses schöne Konzert war nebenbei noch eine Lehrstunde, wie verschiedene Instrumente und menschliche Stimmen auf verschiedenartige Weise sehr schön zusammen klingen können. Und es hat sich auch finanziell gelohnt: 954 Euro kamen als Beitrag zur Orgelreparatur zusammen.Aurel v. Bismarck