Jäger-Kreisgruppe Regen
Jahreshauptversammlung mit Ehrungen und Kritik an gesetzlichen Regelungen

07.03.2024 | Stand 07.03.2024, 16:23 Uhr
Raimund Kreutzer

Die geehrten Jägerinnen und Jäger freuten sich über ihre Auszeichnungen, die ihnen bei der Jahreshauptversammlung verliehen worden sind. − Foto: Raimund Kreutzer

Zum Ende des Jagdjahres hat am vergangenen Wochenende die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Regen im Bayerischen Jagdverband (BJV) im Gasthof Ernst Falter in Poschetsried stattgefunden. Im Rahmen der Versammlung berichtete die Vorstandschaft über die Tätigkeiten der Mitglieder in der Kreisgruppe im vergangenen Jahr. Neben diesen Formalien prägten zahlreiche Ehrungen das diesjährige Treffen.

Der Vorsitzende Karl-Heinz Schupp freute sich darüber, so viele Mitglieder in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Gasthaus begrüßen zu können. Aus Eggenfelden war extra Axel Kuttner, Präsidiumsmitglied des Bayerischen Jagdverbandes und Bezirksvorsitzender, angereist, um über aktuelle Projekte und Herausforderungen auf Bezirks- und Landesebene zu berichten. Die Jagdhornbläser eröffneten die Versammlung mit den traditionellen Jagdhornsignalen.

„Dienstleistung für die Gesellschaft“



„Wir Jäger bieten der Gesellschaft eine wichtige Dienstleistung“, sagte Bezirksvorsitzender Kuttner, der damit die Hege des Wildes und die Pflege der Flora und Fauna sowie den Umweltschutz ansprach. Aufgabe der Jäger sei es aber auch, bei jedem Wetter verunfalltes Wild zu bergen oder zu erlösen und sich während der Mäh- und Setzzeiten an der Rettung der Kitze zu beteiligen. Weiterhin ging er auf den Treffsicherheitsnachweis und die für Übungszwecke zur Verfügung stehenden Schießanlagen des Bayerischen Jagdverbandes sowie das bevorstehende Verbissgutachten ein.

Anschließend berichtete der Luchsbeauftragte Heinrich Moser über aktuelle Ergebnisse seines durchgeführten Monitorings. So gebe es im Landkreis Cham bereits einige Jagden, deren mögliche Abschüsse laut Plan auf 0 gesunken seien, da sie sich mit zahlreichen Luchsrissen konfrontiert sehen. Der Luchsberater klärte anschließend darüber auf, wie bei einem Luchsriss zu verfahren sei. So sollen gerissene Tiere im Wald verbleiben, um einerseits dem Raubwild als Nahrung zu dienen und andererseits eine Beobachtung der Raubwildpopulation mit Wildkameras zu ermöglichen.

Scharfe Kritik an den Regelungen für verunfallte Luchse



Auf jeden Fall sei das Heranziehen des örtlichen Rissbegutachters sinnvoll und hilfreich, da so die Luchs-Datenbank des Jagdverbandes durch DNA-Proben unterstützt werde. Scharfe Kritik übte Moser an den gesetzlichen Regelungen für verunfallte Luchse. Die Jäger dürften nach gültigem EU-Recht angefahrene Tiere weder suchen noch erlösen. Weitreichendes tierisches Leid sei die Folge hieraus und nur durch eine Anpassung der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen verhinderbar.

Danach gab Schriftführer Walter Wenig einen anschaulichen Rückblick auf das vergangene Jagdjahr und berichtete aus der Jahreshauptversammlung 2023. Es folgte der Kassenbericht des Schatzmeisters Damian Heinzl, der von einer soliden Finanzlage sowie von Investitionen zum Verbissschutz und in die Wildrettung berichten konnte.

Warnung vor gefährlichen Infektionskrankheiten



Kreisjagdberater Josef Miedl, ging auf die Abschusszahlen des vergangenen Jahres ein. Insbesondere warnte er aber die Jäger vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der Aujeszkyschen Krankheit. Letztere führt bei infizierten Hunden und anderen Säugetieren zwangsläufig zum Tod. Es sei daher bei der Nachsuche mit Hunden entsprechende Vorsicht geboten. Gleichzeitig bat er die Jäger, vermehrt Proben zur Beobachtung der Krankheiten abzugeben. Einen besonderen Dank richtete Josef Miedl an Sebastian Berndl von der Unteren Jagdbehörde für die stets zuverlässige Zusammenarbeit.

Simon Zeiler, Obmann für das Hundewesen, gab einen Ausblick auf die im Mai beginnende Ausbildung zur Brauchbarkeitsprüfung. Die Anmeldung dazu sei ab sofort möglich. Aufgrund der gestiegenen Kosten in allen Bereichen des Lebens diskutierten die Mitglieder des Vereins eine Beitragsanpassung, die dann auch einstimmig beschlossen wurde.

Viele langjährige Mitglieder geehrt



Anschließend ehrte die Kreisgruppe ihre verdienten Mitglieder: Die Treuenadel für 40-jährige Verbandszugehörigkeit erhielten: Herbert Schreiner, Franz Madl, Josef Miedl, Siegbert Miedl, Walter Pledl, Josef Hitzenbichler, Otto Kasparbauer, Josef Wartner, Stefan Zitzelsberger, Ernst Fritz, Johann Ertl und Michael Süß. Für 50-jährige Verbandszugehörigkeit wurden Adolf Holler, Josef Kreuzer und Johann Seidl geehrt. Annemarie Oesterle gehört sei 65 Jahren dem Verband an und erhielt dafür ebenfalls die Treuenadel.

Weiterhin ehrte der Verband für besondere Verdienste und Leistungen: Ralf Fürst (Ehrenzeichen des BJV in Bronze), Wolfgang Schiller (Eichenkranz des BJV in Bronze), Ludwig Brunner, Max Ernst, Johann Ertl (jeweils mit dem Hundeführer-Ehrenzeichen in Bronze) sowie Martin Paternoster, Reinhold Wenzl, Thomas Fredl und Josef Hannes (jeweils mit der Wildhegenadel des BJV).

Eine besondere Ehre wurde Xaver Schrönghammer zu teil: Er erhielt den Eichenkranz des BJV in Silber. Mit dem Vereinsehrenzeichen des Kreisgruppe wurden Georg Straßer (Gold), Alfons Hackl (Silber), Christian Stadler (Silber), Ilse Brunnbauer (Bronze), Rainer Bruchhäuser (Bronze) und Galina Rankl (Bronze) ausgezeichnet.

Auch für die Jagdhornbläsergruppe gab es allen Grund zur Freude: Neben dem Leiter Georg Straßer, der mit dem Vereinszeichen in Gold geehrt wurde, erhielt Margot Ebner die Jagdhornbläsertreuenadel für zehnjährige Mitgliedschaft. Rainer Erben konnte für seine Verdienste um die Bläsergruppe das Jagdhornbläserehrenzeichen des BJV in Gold entgegennehmen.

Verdienste um die Jäger-Ausbildung



Harald Steiner wurde für seine Verdienste um die Ausbildung der Jungjäger mit dem Ausbilderehrenzeichen des BJV in Bronze geehrt. In einer kurzen Rede dankte Steiner der Vorstandschaft für die gute Zusammenarbeit und blickte auf seine Zeit als Ausbilder beim BJV-Kreisverband zurück: „Ein voller Jagdkurs, ohne groß Werbung betrieben zu haben, war für mich stets das beste Feedback.“ Da er nun als Prüfer aktiv ist, kann er den Jagdkurses nicht mehr leiten.

Unter dem Punkt Wünsche und Anträge wiesen einige Jagdpächter auf Schwierigkeiten bei der Nachsuche verunfallter Wildtiere hin. Die Jäger bitten Autofahrer im Falle von Wildunfällen um eine Markierung des Unfallortes beispielsweise durch Äste am Straßenrand.

Mit einer Fanfare für die Geehrten und einem letzten Jagdhornsignal endete die Versammlung.