Festgottesdienst am Samstag
Die evangelischen Dekanate Cham, Sulzbach-Rosenberg und Weiden fusionieren

10.07.2024 | Stand 10.07.2024, 15:25 Uhr |

Sie übernehmen die Leitung des neuen Großdekanates Cham/Sulzbach-Rosenberg/Weiden: Dekan Thomas Guba aus Weiden und Dekanin Ulrike Dittmar, die schwerpunktmäßig für die Region Süd mit Sulzbach-Rosenberg und Cham zuständig ist.  − Fotos: ELKB

Aus drei evangelischen Dekanaten in Nordostbayern wird eines: Seit 1. Juli gehören die Dekanate Cham (zu dem die evangelischen Gemeinden im Landkreis Regen gehören), Sulzbach-Rosenberg und Weiden zusammen. In der Christuskirche in Sulzbach-Rosenberg findet am Samstag, 13. Juli, um 16 Uhr ein Festgottesdienst statt.

Thomas Guba und Ulrike Dittmar leiten Großdekanat



Mit dem Zusammenschluss bilden sie nun das größte Flächendekanat der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern. Offiziell besiegelt werden soll die Fusion mit dem Festgottesdienst, wie das Dekanat in einer Pressemitteilung informiert.

Die Leitung des neuen Großdekanates übernehmen Dekan Thomas Guba aus Weiden und Dekanin Ulrike Dittmar, die schwerpunktmäßig für die Region Süd mit Sulzbach-Rosenberg und Cham zuständig ist. Regionalbischof Klaus Stiegler aus Regensburg führt beide im Festgottesdienst in ihre Ämter ein. Sitz des Dekanates ist in Weiden mit Thomas Guba als Geschäftsführendem Dekan.

Gehört zu den ersten umstrukturierten Dekanten



Zwischen Arber und Rauhem Kulm leben aktuell rund 70000 evangelische Christen in 69 Kirchengemeinden. Die Fläche umfasst 7435 Quadratkilometer. Das Gebiet reicht von Waldsassen im Norden bis Zwiesel im Südosten und von Etzelwang im Landkreis Amberg-Sulzbach bis zur tschechischen Grenze. Es umfasst sechs Landkreise sowie die Kreisfreien Städte Amberg und Weiden. Der größte Teil gehört zur Oberpfalz, aber auch der niederbayerische Landkreis Regen ist dabei, ebenso zwei Gemeinden, die im oberfränkischen Landkreis Bayreuth angesiedelt sind.

Das neue Dekanat mit dem offiziellen Namen Cham/Sulzbach-Rosenberg/Weiden gehört zu den ersten, die mit den Umstrukturierungen in der bayerischen Landeskirche Ernst machen. Denn aus derzeit 66 Dekanatsbezirken sollen bis 2032 44 werden.

Regionalbischof Stiegler: „zukunftsträchtige Strukturen schaffen“



Regionalbischof Stiegler sieht deshalb in dem Zusammenschluss ein wichtiges Zeichen für die zukünftige Gestaltung des kirchlichen Lebens. „Als kleiner werdende Kirche gilt es, kluge und zukunftsträchtige Strukturen zu schaffen. Der Rückgang an Mitgliedern, Finanzen und Personal fordert uns als Kirche stark heraus. Wir brauchen innovative Ideen und mutige Entscheidungen.“

Dass es dabei vor allem um die Botschaft der Kirche geht, macht Dekanin Ulrike Dittmar deutlich: „Unser Glaube und die Kirche haben eine starke Botschaft. Die Struktur der Kirchen ist an vielen Punkten in der Vergangenheit geblieben. Das hat Halt und Sicherheit gegeben, aber in der sich schnell verändernden Gesellschaft brauchen wir andere Wege.“ Und diese sieht sie in erneuerten Strukturen, die Bürokratie und Verwaltung bündeln und es ermöglichen, kooperativ zu arbeiten.

Pfarrer sollen wieder mehr Zeit für Menschen vor Ort haben



Pfarrerinnen und Pfarrer sollen wieder mehr Zeit dafür haben, nahe bei den Menschen zu sein. „Eine Frage ist, wie können Menschen heute Zugang zu dieser Botschaft bekommen? Die Antwort quer durch alle Untersuchungen lautet: durch Nähe und persönliche Kontakte. Dadurch, dass man zu „seinen“ Pfarrerinnen und Pfarrern noch eine Beziehung aufbauen kann. Der Ort, wo das geschieht, kann ein Stadtfest, das Internet, eine Wanderung genauso sein wie ein Gottesdienst oder eine Seelsorgebegegnung.“

Für das Leben in den Kirchengemeinden vor Ort sieht Dekan Thomas Guba deshalb einige Vorteile. „Größere Dekanate stellen sicher, dass wir weiterhin die Menschen vor Ort gut betreuen können, denn im Hintergrund arbeiten viele in den Werken und Diensten und in der Verwaltung mit. Durch unsere Größe können wir diese Arbeit tun, kleinere Dekanate kommen hier an personelle und finanzielle Grenzen“, sagt er. Dass die große Ausdehnung des Gebietes eine Herausforderung darstelle, sei allen Beteiligten klar.

Dekanatskonferenzen nur mehr viermal jährlich



Die Dekanatskonferenzen der Hauptamtlichen sollen deshalb nur rund viermal jährlich mit allen gemeinsam stattfinden und dazwischen in den Regionen. Der Dekanatsausschuss wird, wie manch andere Arbeitsgruppe auch, gelegentlich per Videokonferenz tagen, um die Entfernungen zu überbrücken. Auch bei der Synode stehen Veränderungen an. Weil die Zahl der Delegierten aus Cham, Sulzbach-Rosenberg und Weiden gemeinsam den Rahmen sprengen würde, soll im Herbst ein Beschluss zur Änderung der Zusammensetzung gefasst werden.

− vbb