40 Teilnehmer mit der Naturpark -Rangerin auf Tour
Der faszinierenden Kreuzotter in Langdorf auf der Spur

14.05.2024 | Stand 14.05.2024, 10:23 Uhr

Respekt vor der seltenen Schlange: Paul Hien zeigt den Mitwanderern eine der von ihm zur Exkursion mitgebrachten Kreuzottern.  − Fotos: Biebl

Die Kreuzotterführung von Paul Hien hatte Zugkraft: 40 Teilnehmer fanden sich am Startpunkt, der Langdorfer Tourist-Info ein. Gemeinsam mit Naturpark-Rangerin Samantha Biebl und Erhard Dick, 2. Vorsitzendem des LBV-Kreisverbandes, führte der Schlangen-Fachmann die große Gruppe zu den Brandtener Mooren.

Die Veranstaltung wurde vom Naturpark zusammen mit der LBV-Kreisgruppe Regen und der Touristinfo Langdorf veranstaltet und stand unter dem Motto Umweltbildung.Bayern. Es war ein guter Zeitpunkt und ein gutes Gebiet, um Kreuzottern zu suchen. Auf Höhe des Sagberges wurde haltgemacht. Hier befinden sich Feuchtflächen, die seit kurzer Zeit in der Landschaftspflege sind und deren Verbuschung dadurch verhindert wird. Idealer Schlangen- Lebensraum: Feuchtflächen mit Heckenstreifen sowie Lesesteinhaufen, auf denen die Tiere sich aufhalten können.

Es sind solche Flächen, die immer weniger werden. In Zeiten der intensiven Landnutzung schrumpfen diese Lebensräume immer weiter zusammen, werden zerschnitten oder verschwinden gar ganz. Ein Schicksal, das nicht nur die Kreuzotter betrifft, sondern die komplette Natur. All das will der Naturpark mit Führungen wie dieser in den Fokus rücken.

Trotz der vielen Menschen in der Exkursion zeigten sich nach kurzer Zeit erste Exemplare der meist scheuen Reptilien. Zauneidechsen sonnten sich hie und da am Wegesrand. Ein gutes Anzeichen, wie Hien erklärte, denn diese stehen auf dem Speiseplan der Kreuzotter. Die Gruppe wanderte weiter über einen Feldrain in den Wald hinein in Richtung Waldbahnlinie.

Offene Strukturen, Reisighaufen zum Verstecken sowie Sonnenplätze boten hier wieder die Chance, ein Tier zu sichten. Die Hälfte der Führung war bereits vorbei, da kam plötzlich der Ausruf: „Da liegt eine!“ Und die Teilnehmer hatten Glück: Sie bekamen ein großes, stattliches Weibchen zu sehen, vollkommen schwarz gefärbt. Die Färbung ist innerhalb der Art sehr variabel und das typische Zickzack-Band am Rücken der Kreuzotter ist nicht immer sichtbar.

Auch im weiteren Verlauf der Führung konnten die Teilnehmer noch zweimal Kreuzottern beobachten. Ein echter Glücksfall, denn die extrem scheuen Reptilien ergreifen meist sofort die Flucht, bevor man einen Blick auf sie erhaschen kann. Und so machte Langdorf seinem Ruf alle Ehre, gibt es doch im Ort einen Reptilienlehrpfad, der einst im Rahmen des Projektes „Tierisch Wild“ und in Zusammenarbeit mit dem Naturpark entstanden ist.

Höhepunkt der Führung: Paul Hien zeigte Exemplare der Schlange, die er selbst mitgebracht hatte. Hier konnten die Teilnehmer die Tiere nochmal aus nächster Nähe bestaunen – und wurden nochmals positiv überrascht. Wer kennt sie nicht, die Geschichten der bösen Kreuzotter, die einfach so zubeißt? Die Tiere, die Hien zeigte, verhielten sich jedoch ruhig, versuchten nicht zu beißen, sondern eher zu flüchten.

Auch der Biss der Tiere ist für einen erwachsenen, gesunden Menschen nicht lebensgefährlich. Natürlich sollte man sich nach einem Biss in ärztliche Behandlung begeben, da eine allergische Reaktion und Kreislaufprobleme nie auszuschließen sind. Bei Kindern, alten Menschen sowie Hunden kann jedoch durchaus Lebensgefahr bestehen. Gefährliche Situationen lassen sich aber durch Aufklärung und respektvollen Umgang vermeiden.

− bb