MdB Alois Rainer zu Besuch im Regener Werk
Auch bei Rodenstock herrscht Sorge wegen PFAS-Verbot

Die umstrittene Chemikalie wird auch in Brillenbeschichtungen verwendet

08.11.2023 | Stand 08.11.2023, 14:26 Uhr

Sie tauschten sich über aktuelle Wirtschafts-Themen aus: (von links) Rodenstock-Werkleiter André Goller, COO Roland Dimbath, MdB Alois Rainer und Dr. Matthias Neumann. − Foto: Büro Alois Rainer

Das 125-jährige Bestehen des Regener Werks der Firma Rodenstock wird in diesem Jahr gefeiert. Dieses Jubiläum nahm MdB Alois Rainer zum Anlass, das Werk zu besuchen und sich über aktuelle Entwicklungen in der Branche zu informieren, wie das Büro des Abgeordneten mitteilt.

Zu den Rodenstock-Neuerungen der vergangenen Jahrzehnte zählt auch der Einsatz von PFAS, per- und polyfluorierte Chemikalien – diese werden unter anderem als Antibeschlagbeschichtung bei Brillengläsern verwendet. Im Januar 2023 reichte Deutschland gemeinsam mit den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Norwegen einen Entwurf bei der Europäischen Chemikalienagentur ein, um ein Beschränkungsverfahren für PFAS zu erreichen, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Das sieht man bei Rodenstock mit Sorge.

„Wir als Unternehmen unterstützen das Ziel einer nachhaltigen Strategie für Chemikalien, um so Mensch und Umwelt zu schützen“, betont Roland Dimbath „Wichtig ist für uns allerdings, dass keine Pauschalverbote erlassen werden“. Der aktuelle Entwurf beinhalte genau ein solches Pauschalverbot, ohne Ausnahmeregelungen oder ausreichende Übergangsfristen.

„Es muss genauestens geprüft werden, welche PFAS beschränkt werden müssen. Eine voreilige Beschränkung könnte zu einer Abwanderung von Unternehmen sowie einer schrumpfenden Wettbewerbsfähigkeit der verarbeitenden Unternehmen führen“, ergänzte Alois Rainer. Er versicherte Rodenstock, in dieser Sache für das Unternehmen Partei zu ergreifen und auf die zuständigen Stellen zuzugehen.

Rodenstock sei ein herausragendes Beispiel für eine innovative und heimatverbundene Unternehmenskultur, so wird Alois Rainer zitiert. Trotz der Möglichkeiten, das Werk ins Ausland zu verlegen und dort kostengünstiger zu produzieren, setze Rodenstock auf die bayerischen Fachkräfte. Das Interesse an einer Beschäftigung bei Rodenstock sei weiter hoch: derzeit absolvieren 24 Azubis ihre Ausbildung im Regener Werk. Rodenstock wolle nachhaltige Produktionsstandorte betreiben, betonte Roland Dimbath, COO der Rodenstock Group, „deshalb liegt uns sehr viel daran, die jungen Generationen für unser Werk in Regen zu gewinnen.“

− bb