Er wurde nur 43 Jahre alt
Abschied von Tommi Reisinger: FC Viechtach trauert um „das Gesicht des Vereins“

24.11.2023 | Stand 24.11.2023, 17:00 Uhr

So wird er in Erinnerung bleiben: Tommi Reisinger, hier als sportlicher Leiter bei der FC-Jahreshauptversammlung im Mai 2019. − Foto: Franz Hackl

Eine überaus große Trauergemeinde, zu der vor allem junge Leute gehörten, hat am Donnerstagnachmittag in der Stadtpfarrkirche Abschied von Tommi Reisinger genommen, der im Alter von erst 43 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben war. In der Predigt von Stadtpfarrer Dr. Werner Konrad und in einem Nachruf von Franz Lobmeier für den 1. FC Viechtach und den Bajuwarischen Pfinsda Disch wurde das außergewöhnliche Engagement Reisingers für die beiden Vereine und das Viechtacher Gesellschaftsleben gewürdigt.

Tommi Reisinger wurde am 24. Juli 1980 geboren und wuchs zusammen mit der älteren Schwester Claudia bei seinen Eltern Anneliese und Rudi Reisinger – der Vater ist schon 2005 verstorben - in der Bahnhofstraße auf. Nach der Schule erlernte er in Viechtach das Elektrohandwerk und wechselte dann zur Elektronikfirma Zollner in Zandt, wo er innerhalb weniger Jahre zum Projektleiter aufstieg.

Die Regeninsel war seine zweite Heimat

2014 heiratete Tommi Reisinger die Betriebswirtin Corinna Breu aus Viechtach und zog mit ihr in das eigene Haus Am Regen. Das junge Familienglück machten die 2016 und 2019 geborenen Kinder Johannes und Isabella komplett. Daneben gehörte seine ganze Leidenschaft dem Fußball und seinem 1. FC Viechtach, die nahe Regeninsel war von klein auf seine „zweite Heimat“ geworden.

Im Sommer 2021 begann der lange Leidensweg. Die anfänglichen Rückenschmerzen stellten sich letztlich als unheilbare Krankheit heraus, am 13. November ist Tommi Reisinger daheim, so wie er es sich gewünscht hatte, gestorben. Der Tod sei eine Erlösung gewesen, sagte Stadtpfarrer Dr. Werner Konrad in seiner Ansprache, aber als Christen dürfe man auch an die Erlösung danach, an die Auferstehung, glauben.

Emotionaler Nachruf



Eingebunden in den Gottesdienst war der Nachruf, den der 2. Vorsitzende des 1. FC Viechtach, Franz Lobmeier, für die Fußballer und die Stammtischfreunde vom Pfinsda Disch hielt. Tommi Reisinger habe vom Führungsspieler der ersten Mannschaft bis zum sportlichen Leiter beim Fußballclub immer wichtige Funktionen ausgefüllt, er sei meinungsstarkes Mitglied der Vorstandschaft und Repräsentant nach außen gewesen, „der Tommi war schlichtweg das Gesicht des FC Viechtach“, sagte Lobmeier. Zugleich habe er den FC zu einer großen Einheit geformt, ehrliche Fußballer und Kameradschaft seien ihm mindestens genauso wichtig gewesen wie sportliche Erfolge. Und beim Pfinsda Disch habe er zu den Initiatoren gezählt, war Gründungsmitglied und viele Jahre in der Vorstandschaft. Beide Vereine hätten ihm für sein beispielhaftes Wirken viel zu danken, „wir trauern um einen wunderbaren Menschen“, schloss Lobmeier.

Von der Instrumental- und Gesangsgruppe „s’Herzwerk“ wurde der Gottesdienst einfühlsam gestaltet und als der letzte Ton verklungen war, hatten nicht wenige in der Stadtpfarrkirche Tränen in den Augen.