Großer Arber
3D-Technik soll bei Schneeräumung helfen

ILE Nationalpark-Gemeinden tauscht sich mit japanischem Unternehmen über neues System aus

17.03.2023 | Stand 17.09.2023, 0:52 Uhr

Besprachen sich im Arber-Schutzhaus (v. li.): Takuya Taniguchi, Masataka Nishizaki und Keisuke Tajima von der Firma DMP, St. Oswald-Riedlhüttes Bürgermeister Andreas Waiblinger, ILE-Vorsitzender Karlheinz Roth, ILE-Geschäftsführer Willi Biermeier, Bayerisch Eisensteins Bürgermeister Michael Herzog und Xaver Ebner, Geschäftsleiter der Gemeinde Spiegelau. −F.: ILE

„Bewältigung der Herausforderungen der Schneeräumung durch die Nutzung von 3D-HD-Kartendaten“, das war das Thema einer Konferenz im Arber-Schutzhaus, bei der die Bürgermeister von St. Oswald-Riedlhütte und Bayerisch Eisenstein, Andreas Waiblinger und Michael Herzog, und der Vorsitzende der ILE Nationalpark-Gemeinden, Karlheinz Roth, sich mit Vertretern der japanischen Firma Dynamic Map Platform Co. Ltd. (DMP) trafen. Organisiert hatte die Zusammenkunft die ILE mit ihrem Geschäftsführer Willi Biermeier.

Das Unternehmen DMP stellt hochauflösende 3D-Kartendaten für automatisierte Fahrsysteme in Japan und Nordamerika her. Mit der Gründung einer Niederlassung in München hat die Firma im vergangenen Jahr auch in Europa die Geschäftstätigkeit aufgenommen. Für die Unterstützung einer reibungslosen Schneeräumung hat DMP mit der Technik der hochauflösenden 3D-Kartendaten das „Snow Removal Support System“ (SRSS) entwickelt.

Dieses System unterstützt Schneepflugfahrer dadurch, dass es unter dem Schnee verborgene Schachtabdeckungen, Gullygitter, Randstreifen und dergleichen auf einem Tablet-Computer sichtbar macht, der am Fahrersitz installiert ist. So kann der Pflugfahrer Kollisionen mit solchen Hindernissen vermeiden. Mit diesem System können Schneeräumarbeiten auch in den späten Abend- und frühen Morgenstunden sicher und effizient durchgeführt werden.

Die Gemeinden können die 3D-Kartendaten nicht nur für die Schneeräumung, sondern auch als Grundlage für das Infrastrukturmanagement verwenden und für zukünftige autonom fahrende Busse.

Der Konferenz war im vergangenen Dezember ein Treffen von ILE-Vorsitzendem Karlheinz Roth mit Vertretern von DMP EU vorausgegangen, bei dem er über das System informiert wurde. Bei dem Treffen am Arber erläuterte DMP nun die Funktionsweise, die Vorteile und die Wirksamkeit des Systems sowie die Ergebnisse und Erfolge von Demonstrationstests in Japan.

Laut KeisukeTajima, der für die Konferenz aus der DMP-Firmentzentrale in Japan angereist war, hat DMP zahlreiche Tests in ganz Japan durchgeführt. Das System habe jeweils sehr gute Bewertungen erhalten. Es wurde auch darüber gesprochen, wie die Schneeräumung in den sechs Gemeinden, die in der ILE zusammengeschlossen sind – Spiegelau, St. Oswald-Riedlhütte, Neuschönau, Frauenau, Lindberg und Bayerisch-Eisenstein –, durchgeführt wird.

Die Schneesaison der sechs ILE-Gemeinden dauere von November bis März, es könnten große Schneehöhen erreicht werden, was eine häufige Räumung erforderlich mache, erfuhren die Gäste. Da viele Straßen schmal sind oder ein starkes Gefälle aufweisen, würden bei der Schneeräumung häufig Schachtabdeckungen, Gullygitter sonstige Straßenobjekte beschädigt. Deren Reparatur belastet die Gemeinden.

Bei der ILE erwartet man, dass mit dem System von DMP die strukturellen Schäden verringert, die Instandhaltungskosten gesenkt und ein effizienterer Schneeräumbetrieb ermöglicht werden kann. Die sechs ILE-Gemeinden haben sich darauf verständigt, dass mit DMP die Möglichkeit der Einführung des Systems erörtert werden soll, mit dem Ziel, dass im nächsten Winter ein Demonstrationsversuch stattfindet. Einzelheiten wie der Ort, an dem der Versuch durchgeführt werden soll, und die Sicherstellung des erforderlichen Budgets werden noch besprochen.

Im Anschluss an das Treffen hatten die DMP-Teilnehmer auf Vermittlung der ILE die Gelegenheit, zwei Tage lang in den sechs Gemeinden Schneeräumbasen, an denen Schneeräumfahrzeuge stationiert sind und gewartet werden, sowie Straßen, auf denen aktuell Schnee geräumt wird, zu besichtigen. Die Bürgermeister von St. Oswald-Riedlhütte und Neuschönau, Andreas Waiblinger und Alfons Schinabeck, begleiteten die Gruppe auf ihrer Tour.

DMP-Vertreter Tajima betonte: „Wir wollen nicht die Art, wie die Dinge in Japan gemacht werden, hier einführen, sondern ein an den Bedürfnissen dieser Gemeinden orientiertes System bereitstellen, das für jeden von Nutzen ist, der mit der Schneeräumung zu tun hat.“

− wb