Diskussion mit FW-MdL
Wählen mit 16 Jahren – Pockinger Gymnasiasten sind dafür

22.05.2024 | Stand 22.05.2024, 17:00 Uhr

Podiumsdiskussion am WDG mit (v.l.) Sebastian Gumminger, Kursleiter Stephan Wrana, Anton Bönisch, Joseph Brummer, MdL Christian Lindinger, Bruno Dötter, Lukas Hausberger, Justin Geier und Benjamin Gruber. − Foto: red

Regelmäßig werden am Wilhelm-Diess-Gymnasium Pocking politische Mandatsträger aus der Region eingeladen, um mit den Schülerinnen und Schülern über aktuelle gesellschaftspolitische Themen zu diskutieren. Dieses Jahr debattierte der Ruhstorfer Landtagsabgeordnete Christian Lindinger (Freie Wähler) mit Schülern des Rhetorikkurses der Abschlussklasse Q12 im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Thema: „Was spricht für oder gegen eine Wahlalterabsenkung in Deutschland auf 16 Jahre?“

MdL Christian Lindinger betonte zunächst die hohe Bedeutung der kommenden Europawahl am 9. Juni, bei der ja bereits ab 16 Jahren gewählt werden kann. Es sei sehr wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler wählen gehen.

Argumente Pro und Contra ausgetauscht



Moderator Justin Geier erteilte in der Podiumsdiskussion den Diskutanten das Wort, abwechselnd Pro- und Contra-Argumente einer Wahlalterabsenkung in Deutschland auf 16 Jahre vorzutragen. Anton Bönisch (Contra) unterstrich einen nötigen Zusammenhang zwischen Wahlalter und Volljährigkeit, die nun mal erst mit 18 Jahren eintritt. Joseph Brummer (Pro) verwies darauf, dass bei vielen Themen wie zum Beispiel der jährlichen Neuverschuldung die Jugend unmittelbar betroffen sei und daher auch mit dem Wahlrecht eine Mitsprache erhalten solle. Des Weiteren sei man bereits mit 14 Jahren strafmündig, weshalb ein Wahlrecht ab 16 Jahren vertretbar sei.

Laut Bruno Dötter (Contra) sind Jugendliche generell leichter von außen beeinflussbar, weshalb eine Wahlalterabsenkung im politischen Betrieb die Protestwählerschaft vergrößern könnte. Lukas Hausberger (Pro) betonte die Problematik des demografischen Wandels. Es gebe ohnehin zunehmend mehr ältere Menschen, weshalb Belange der Jugend durch die Wahlalterabsenkung als Gegenmaßnahme gestärkt werden sollten.

MdL Lindinger: „Jungwähler täten Demokratie gut“



MdL Christian Lindinger schloss sich vollumfänglich dem Pro-Lager an: „Es täte unserer Demokratie gut, wenn mehr als eine Million zusätzliche Jungwähler die Geschicke des Landes mit beeinflussen würden und die Meinung der Jugendlichen ab 16 Jahren in ihrem Wahlverhalten gespiegelt würde.“

In der anschließenden freien Aussprache, moderiert von Sebastian Gumminger, wurde von vielen Schülerinnen und Schülern die Notwendigkeit einer umfassenden Demokratie- und Politikbildung im Jugendalter hervorgehoben. Populismus und Extremismus sollen durch eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre nicht gestärkt werden, so die einhellige Meinung der Schülerinnen und Schüler. Man solle den Sozialkundeunterricht stärken oder gar ein eigenes Fach „Politik“ einführen, um zum Beispiel die Wahlprogramme der Parteien ungefiltert vermittelt zu bekommen.

Wahl mit 16 ja, aber mit mehr Politikbildung



In den Schlussstatements einigten sich die Schüler des Podiums einhellig auf die Formel: Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre „Ja“, aber mit weiterführenden Maßnahmen der Politikbildung. MdL Christian Lindinger warb dafür, an Gemeinderats-, Stadtrats- und Kreistagssitzungen als Besucher teilzunehmen. Zuletzt appellierte MdL Christian Lindinger an die Schülerinnen und Schüler, sich für politische Ämter zu bewerben. Unsere Demokratie sei umso stärker, je mehr Menschen sich kompetent in ihren Institutionen einbringen.

Kursleiter Stephan Wrana dankte am Ende allen Beteiligten und zeigte sich erfreut, wie professionell die Debatten in dieser Klausur des Rhetorikkurses moderiert und geführt wurden.

− red