Kulturwochen Hauzenberg
Symposium: Wie die Kirche die Entwicklung von Hauzenberg beeinflusst hat

15.06.2024 | Stand 15.06.2024, 8:10 Uhr |

Sie war ein Zeichen der Macht des Fürstbischofs, als zum Hochstift Passau auch der Raum Hauzenberg gehörte: die Veste Oberhaus in Passau (hier ein Blick in den Innenhof). − Foto: Thomas Jäger

Der Geschichte und Kultur der Stadt widmet sich jedes Jahr das Forum Hauzenberg im Rahmen der Kulturwochen. Das ist auch beim Symposium des Forums am kommenden Freitag, 21. Juni, nicht anders. Das Thema heißt heuer „Impulsgeber Kirche – Zur Geschichte Hauzenbergs in Mittelalter und früher Neuzeit“. Dazu referiert ab 19.30 Uhr im Granitzentrum Hauzenberg Prof. Dr. Hannelore Putz, Direktorin des Archivs des Bistums Passau.

In ihrem Vortrag zeichnet sie zunächst die frühe Geschichte der Orte und Pfarreien nördlich der Donau nach. Danach konzentriert sie sich am Beispiel Hauzenbergs auf das Charakteristische dieses Raums, der zum Hochstift Passau gehörte und so über Jahrhunderte hinweg in besonderer Weise durch die Kirche geprägt worden ist. Mit einem kurzen Ausblick auf die Säkularisation 1803, den Weg Hauzenbergs ins Königreich Bayern und damit in die Moderne finden die Ausführungen ihren Abschluss.

Zum Hintergrund: Die Kirche von Passau und seine umliegenden Märkte – das ist eine Verbindung, die bis in die mittelalterlichen Anfänge zurückgeht.

Bis zur Säkularisation 1803 beim Hochstift Passau



Die gesamte Umgebung gehörte bis zur Säkularisation 1803 zum Hochstift Passau. Hier war der Bischof nicht nur geistlicher Oberhirte, sondern auch weltlicher Fürst. Sein Land, das Hochstift Passau, stand zumindest rechtlich gesehen den viel größeren Nachbarn Bayern und Österreich in nichts nach. Das vergleichsweise kleine Territorium umfasste rund 900 Quadratkilometer Fläche mit etwa 24000 Bewohnern.

Damit war das Hochstift Passau flächenmäßig etwas größer als das heutige Königreich Bahrain und hatte in etwa so viele Einwohner wie San Marino. Wie alle selbstständigen Territorien des Alten Reichs bildete auch das Hochstift Passau über Jahrhunderte hinweg seinen ganz eigenen wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Rahmen aus. So gab es eigene bischöfliche Verwaltungsbehörden, rechtliche Institutionen sowie soziale Einrichtungen.
In der bischöflichen Haupt- und Residenzstadt Passau lebten Mitte des 16. Jahrhunderts 5000 bis 6000 Einwohner, an der Wende zum 19. Jahrhundert waren es etwa 10000. Begrenzt durch Stadtmauer und Landesgrenzen konnte die Stadt nur wenig wachsen.

Märkte wie Hauzenberg hatten große Bedeutung



Wirtschaftliche Bedeutung hatten vor allem die zehn Märkte des Hochstifts. Einer von ihnen war der Markt Hauzenberg. Am Beispiel dieses wichtigen Zentralortes soll gezeigt werden, wie man sich dieses Hochstift vorstellen kann, wie es sich entwickelte und welchen Logiken es folgte.

In ihrem Vortrag beim Forum Hauzenberg (Leitung Alexander Feßl) wird Dr. Hannelore Putz spannende Einblicke in die Vergangenheit der hiesigen Gegend geben und die Rolle beleuchten, welche die Kirche in dieser Zeit gespielt hat. Dazu gehören die vielfältigen Einflüsse und Entwicklungen, die diesen Raum im Mittelalter und in der frühen Neuzeit geprägt haben.

− mr