Sportliche Lebensleistung
Ruhstorfs Tischtennis-Legende Helmut Zimmermann verabschiedet

12.05.2024 | Stand 12.05.2024, 19:00 Uhr
Hans Nöbauer

Nach 54 Jahren als Spartenleiter wurde Helmut Zimmermann (hinten 5.v.r.) während eines Festakts im neuen Mathäser-Saal verabschiedet. Hinten (v.l.) stv. SVG-Vorsitzende Roswitha Nöbauer, Lukas Jendrzej (Passau), Franz Lachner, Harald Thomandl (Rotthalmünster), Altbürgermeister Erich Hallhuber mit (hinten v.r.) Carlo Naumann (Fürstenzell), Manfred Schmidt, Bürgermeister Andreas Jakob sowie SVG-Vorsitzendem Ludwig Grasmann. Davor die Tischtennis-Champions (v.l.) Nick Unterberg, Maren Stuber (Lüneburger Heide), Paul Jendrzej (Neuhaus), Thomas Schmidhuber (Schmidham), Herbert Geisberger (Vilshofen), Michael Dura, Andreas Gaisbauer und Sebastian Lachner. − Fotos: Nöbauer

Durch Kriegswirren bedingt, existieren vom Ursprung der heutigen Ruhstorfer Sportvereinigung im Jahr 1923 keine schriftlichen Aufzeichnungen. Exakt dokumentiert ist hingegen die Historie der Tischtennisabteilung: Zu deren Gründungsmitgliedern zählte 1964 auch Helmut Zimmermann. Zwischenzeitlich 54 Jahre Sparten- und geprüfter Übungsleiter, wurde das Ruhstorfer Tischtennis-Urgestein von langjährigen Wegbegleitern und talentierten Jugendspielern während eines lockeren Festakts im neuen Mathäser offiziell mit Dank und Anerkennung verabschiedet.

„Dank Helmut Zimmermanns Engagement über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg, wurde der hiesige Tischtennissport nicht nur zum bezirksweiten Aushängeschild für den Sportverein, sondern auch der Gemeinde Ruhstorf“, brachte Bürgermeister Andreas Jakob eine „beispielhafte Erfolgsgeschichte“ auf den Punkt. Unter Zimmermanns Regie habe die Tischtennisabteilung „nicht nur sportliche Akzente gesetzt, sondern auch als beliebter Gastgeber für auswärtige Teams geglänzt“, wie Jakob betonte.

Treibende Kraft der TT-Abteilung



„Nach dem Fest zum 100-jährigen Bestehen des Sportvereins im vergangenen Sommer kann nunmehr auch die Tischtennisabteilung mit berechtigtem Stolz auf die 60-jährige Gründungswiederkehr zurückblicken“, bewahrte SVG-Vorsitzender Ludwig Grasmann dem Ruhstorfer Tischtennis-Pionier Josef Hickl ein ehrendes Gedenken. Als treibende Kraft der Tischtennissparte deklarierte Grasmann ab 1970 Helmut Zimmermann, der den Ruhstorfer Tischtennissport durch ein hohes Maß an Arbeit und Opferbereitschaft sowie durch eine intensive Nachwuchs-Förderung in die Erfolgsspur geführt habe.

Zwei Generationen lang geführt



Als Zimmermanns Erfolgsgeheimnis betrachtete der SVG-Vorsitzende neben Training und Wettkampf vor allem auch „vorbildlich gepflegte Geselligkeit, die nicht nur Kameradschaft und Freundschaft gefördert, sondern auch einen gesellschaftlichen Anlaufpunkt für viele Sporttreibende gebildet“ habe. Seinerzeit als dritte Sportvereinssparte aus der Taufe gehoben, habe Zimmermann schließlich „seine Tischtennisabteilung gut zwei Generationen lang überaus verantwortungsvoll geführt, betreut, gelenkt und damit für Sport wie Gesellschaft wertvolle Dienste geleistet“.

BTTV-Leistungsnadel für 60 Jahre Leistungssport



„Laut EDV-Statistik des Bayerischen Tischtennisverbandes (BTTV) gibt es landesweit exakt ein Dutzend Helmut Zimmermanns, aber nur einen davon mit dermaßen großer Einsatzbereitschaft in Ruhstorf“, entschuldigte BTTV-Bezirksfachwart Harald Thomandl eine „Verbands-Urkundenpanne für einen Helmut Zimmermann aus Tirschenreuth zum 35-Jährigen“. Kurzfristig noch selbst in München abgeholt, überreichte Thomandl schließlich an den „richtigen Helmut Zimmermann die BTTV-Leistungsnadel für 60 Jahre Leistungssport“ samt entsprechendem Ehrenteller.

Zimmermann schon mehrfach ausgezeichnet



„Hervorragender Organisator, akribischer Koordinator sowie speziell unermüdlicher Motivator: Weit seiner Zeit voraus, erkannte Helmut Zimmermann den sportlichen Wert gepflegter Kameradschaft wie beispielsweise mit Bayerwald-Kanutouren oder Gasteiner Schlossalm-Skiausflügen – die schon legendären Brotzeiten bei Gattin Heidi im eigenen Haus inklusive“, zeichnete Altbürgermeister Erich Hallhuber ein ganz besonderes Charakterbild des Ex-Spartenleiters, dessen Leistungen mit dem Ehrenamtspreis des Bayerischen Ministerpräsidenten (2004) sowie dem Ruhstorfer Ehrenbrief (2009) bereits eine entsprechende öffentliche Würdigung erfahren hätten.

Ständchen und stehender Applaus für die Sportskanone



„Noch vor der kirchlich-kommunalen erfährt der neue Mathäser-Saal durch die Tischtennisfeier seine sportliche Weihe“, maß Helmut Zimmermann dem lockeren Abschieds-Event sogar noch eine historische Bedeutung bei. Mustergültig organisiert und koordiniert hätten den Festakt die Jugendleiter Franz Lachner und Reinhard Mayr in enger Abstimmung mit Turnier-Manager Manfred Schmidt. Die künftigen Sparten-Geschicke legte Zimmermann in die Hände des neuen Führungsteams Carlo Naumann (Fürstenzell), Sebastian Sura (Kassenverwaltung) sowie Paul Jendrzej (Stellvertreter).

„Sechzig Jahre lang die wichtigste Person war Helmut, unsere Sportskanon“, machte sich der Tischtennis-Chor (Gitarren-Begleitung Manfred Schmidt) zu den Klängen des „Kufstein-Lieds“ einen viel beklatschten Reim auf das Ruhstorfer Tischtennis-Urgestein, dem schließlich mit Standing Ovations ein stimmungsvoller Abschied bereitet wurde.

− nö