Winter-Weltmeisterschaft in Tallinn
Passauerin Julia Manke schwimmt zu vier WM-Medaillen – eine fünfte verhindert der Videobeweis

15.03.2024 | Stand 15.03.2024, 13:12 Uhr |

Eine wärmende Mütze und vierfacher Glanz um den Hals – zufrieden konnte Julia Manke aus dem Baltikum abreisen. − Foto: Doris Manke

Mit einer ganz erfreulichen Erfolgsbilanz kehrte Julia Manke von den Winterschwimm-Weltmeisterschaften in Tallinn (Estland) zurück – die 18-jährige Gymnasiastin vom TV Passau durfte sich vier Medaillen umhängen lassen, dreimal wurde sie Vizeweltmeisterin, einmal blieb ihr Bronze.

Mehr als 1500 Sportlerinnen und Sportler aus 40 Ländern gingen in Europas schneereichster Hauptstadt ins Wasser, und das nasse Element forderte den Schwimmern bei einer Temperatur von knapp über null Grad bzw. überwiegend lediglich zwei Grad Außentemperatur extreme Widderstandsfähigkeit ab.

Sieben Wettkämpfe bestritt Julia Manke. In ihrer Altersklasse 15-19 Jahre erreichte sie dreimal Silber – über 50 m Freistil (35,14), 100 m Freistil (1:20,99) und 200 m Freistil (2:57,02, zwei Teilnehmerinnen) – und über 25 m Schmetterling kam sie auf den dritten Platz mit einer Zeit von 17,39 Sekunden.

Bittere Nachricht via Live-Übertragung



Bedauerlicherweise bekam die Abiturientin zwei Stunden nach dem Rennen eine Zeitstrafe von fünf Sekunden und musste sich über 25 m Freistil (16,01) mit dem vierten statt des erreichten Silbermedaillenplatzes zufrieden geben (Zeit 21,01). Das waren bittere Minuten für die Passauerin, als sie diese Nachricht über die Live-Übertragung erfuhr. Auch den eindeutigen Videobeweis, wonach die vordere Schulter wie erforderlich unter Wasser war, ließ der Schiedsrichter nicht gelten. Somit erreichten zwei Schwimmerinnen aus Estland die Plätze eins und zwei. Über 25 m (23,29 sec.) und 50 m Brust (50,81 sec.) schrammte Manke knapp an Bronze vorbei und erreichte beide Male den vierten Platz.

Am vergangenen Samstag wurde ein besonderer Eiswasser-Weltrekord aufgestellt, 807 Schwimmerinnen und Schwimmer, darunter Manke, bildeten die größte Welt-Winterschwimmstaffel, diese startete am Freitagabend um 18 Uhr und beendete den Marathon am frühen Samstagmorgen um 1.30 Uhr.

Stützpunkt-Trainer Stefan Hetzer von Serwus Burghausen und Passaus Vereinscoach Michael Rüdiger waren sehr stolz auf die Ergebnisse ihrer Athletin. Insgesamt waren rund 100 deutsche Schwimmer/innen im Baltikum, elf davon aus dem Burghauser Verein.

Nach dem gelungenen Abschneiden kann Julia Manke wieder mit dem Langstrecken-Training beginnen, Vorrang aber hat die Schule, nachdem die Vorbereitung aufs Abitur ansteht.

− red