Revival des legendären Zelt-Clubbings
Ein kleines Dorf feiert seine Feuerwehr ganz groß: 150-Jahr-Feier der FFW Sankt Salvator

18.06.2024 | Stand 18.06.2024, 5:00 Uhr |
Birgit Auer

Fast 60 Vereine marschierten beim Festzug durch Sankt Salvator – mit dabei auch die Feuerwehrkameraden aus Sankt Salvator, Friesach und Zeltschach in Kärnten.

Dass kleine Orte nur kleine Feste ausrichten können, hat Sankt Salvator am Wochenende eindrucksvoll widerlegt: Drei Tage lang feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 150-jähriges Bestehen mit einem grandiosen Jubiläumsfest.



Das Wochenende stand ganz im Zeichen von Hilfsbereitschaft, Kameradschaft, Freundschaft und Dank.

Wie ein großes Uhrwerk lief das Gründungsfest ab: Große und kleine Räder griffen ineinander, präzise aufeinander abgestimmt. Nur so war es wohl möglich, dass ein relativ kleiner Ort mit gut 650 Einwohnern ein Fest mit 2.000 Teilnehmern und Gästen stemmen kann und alles reibungslos funktioniert.

Das ganze Dorf hatte sich herausgeputzt und setzte damit ein Zeichen: „Wir sind stolz auf unsere Feuerwehr!“ Gemeinsam mit den Patenvereinen Thiersbach und Reisbach präsentierte sich die Freiwillige Feuerwehr Sankt Salvator drei Tage lang als hervorragender Gastgeber.

1.400 feiern bei der Zeltdisco



Das Fest startete am Freitag mit dem legendären Zelt-Clubbing. Zur 125-Jahrfeier war die Zeltdisco zum ersten Mal ausgerichtet worden und fand bis 2014 jährlich ihren festen Termin am Freitag nach Fronleichnam. Zur 150-Jahrfeier gab es nun ein großes Revival mit nicht weniger als 1.400 Besuchern. Nach dem Bieranstich verfolgten die Gäste das EM-Eröffnungsspiel auf Großleinwand und beflügelt vom 5:1 für Deutschland feierten sie bis spät in die Nacht bei bester Party-Musik von DJ Role „so ganz wia früher“. Auf den großen Erfolg hin ist es nicht auszuschließen, dass es künftig wieder ein jährliches Zelt-Clubbing in St. Salvator gibt.

Am Samstag wurde verstorbenen Mitgliedern gedacht und verdiente Feuerwehrmänner und -frauen geehrt (PNP berichtet am Mittwochs).

Fahnenmutter und Festdamen kommen mit Tuk-Tuk-Fahrzeugen



Der Sonntag startete um halb sieben mit einem Weißwurstfrühstück im Festzelt. Nach und nach marschierten die Vereine ein, eingespielt von der Holzlandler Blasmusik, der Trachtenkapelle Fürstenzell und der Feuerwehr-Musikkapelle Ruhstorf. Schon von weitem hupend, kündigte sich ein Hingucker an: Fahnenmutter Sabine Sinnhuber und ihre Fest- und Patendamen fuhren auf zwei roten Tuk-Tuk-Fahrzeugen unter großem Applaus ins Festzelt ein. Ein prächtiger Festzug mit fast 60 Vereinen zog durch ganz Sankt Salvator, inklusive vier Musikkapellen und dem alten Spritzenwagen der Feuerwehr. Der Innenhof des ehemaligen Prämonstratenser Klosters füllte sich und bot eine beeindruckende Kulisse für den Festgottesdienst, den Stadtpfarrer Gunther Drescher großartig zelebrierte und der auch einen ganz stilvollen musikalischen Rahmen erhielt: Der Männerchor, das Orchester Sankt Salvator und die Holzlandler Blasmusik führten mit Unterstützung weiterer Musiker und Sänger die „Deutsche Messe“ von Franz Schubert auf.

Pfarrer hat für gutes Wetter gesorgt



„Ich habe beim Patenbitten einen Strohhut bekommen, um für Heiterkeit, schöne Stunden und Sonnenschein zu sorgen“, sagte Stadtpfarrer Drescher. Als Pate für gutes Wetter hatte er gute Arbeit geleistet. „Genau diesen Hut ziehe ich vor allen, die die Feuerwehren unterstützen und ihre Arbeit ehren, vor jeder Feuerwehrfrau und jedem Feuerwehrmann, der oder die bereit ist zu retten, zu bergen, zu löschen und zu schützen.“

Drescher bat um den Segen für die neuen Fahnenbänder von Festmutter Sabine Sinnhuber, den Festdamen Maria Wimmer, Theresa Auer und Johanna Krompaß, von Sophia Krompaß (Patenbraut für die FF Thiersbach), Lea Auer (Patenbraut für die FF Reisbach) und Claudia Sichhart und Lisa Hartl (Patendamen der FF Thiersbach und Reisbach) und die Damen hielten ihre Prologe und hefteten die Bänder an die Fahnen an. Die Fahnenjunker des Festvereins und der Patenvereine tauschten im Anschluss den Fahnengruß aus.

„Ihr solltet das mal von hier oben sehen“, sagte Vorstand Matthias Aumüller bei seinen Dankesworten von der Bühne herab, „dieses Bild hier im Klosterhof ist der Wahnsinn.“ Viel habe sich in den letzten 150 Jahren verändert. „Aber Zusammenhalt und Kameradschaft sind geblieben. Wir wollen auch weiterhin miteinander arbeiten, ausrücken, helfen und feiern.“

Bürgermeister schickt Grüße aus dem Krankenstand



Viel Vorbereitung und Organisation sei nötig für so ein großes Fest, betonte stellvertretender Bürgermeister Bernhard Gruber, der Schirmherr Jürgen Fundke vertrat. Im Krankenstand konnte der Bürgermeister nicht am Jubiläum teilnehmen, wünschte aber per WhatsApp-Nachricht an Stadtpfarrer Gunther Drescher praktisch „live“ alles Gute für das Fest. „Ein großes Kompliment an Andreas und Michael Krompaß“, lobte Bernhard Gruber den Festgottesdienst, bedankte sich bei der gesamten Feuerwehr als „wichtige Stütze der Gesellschaft“ und hob besonders Kommandant Uli Sinnhuber als „Motor der Jubiläumsfeier“ heraus.

Auch Landrat Raimund Kneidinger gratulierte der Wehr zum großen Jubiläum, ebenso wie KBI Christian Gründl im Namen der Kreisbrandinspektion, Stefan Drasch als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Passau e.V., Bürgermeister Peppi Kronlechner aus Friesach sowie Leonhard Schnitzler, Kommandant der FF Sankt Salvator in Kärnten.

Zwischen den beiden Friesacher und Bad Griesbacher Ortsteilen Sankt Salvator besteht schon seit über 50 Jahren eine sehr enge und freundschaftliche Verbindung. So war auch zu diesem Gründungsfest eine große Abordnung mit Mitgliedern der Feuerwehren Sankt Salvator, Friesach und Zeltschach gekommen. Alle miteinander feierten ein großartiges Gründungsfest, das ganz im Zeichen der Feuerwehr für Kameradschaft und Zusammenhalt stand. Die Organisation war perfekt und unheimlich viele helfende Hände haben dazu beigetragen, ein unvergessliches Fest zu veranstalten.

EHRENGÄSTE

Stadtpfarrer Gunther Drescher, die MdLs Christian Lindinger und Stefan Meyer, ehem. Abgeordneter Walter Taubeneder, Landrat Raimund Kneidinger, stellv. Landrat Hans Koller, 3. Bürgermeister Bernhard Gruber, Bad Griesbacher Stadträtinnen und Stadträte, Bürgermeister Franz Gerleigner (Haarbach), Ehrenkommandant Hans Zieringer, Kreisbrandinspektor Christian Gründl, Kreisbrandmeister Alexander Wahle, Stefan Drasch, Vors. Kreisfeuerwehrverband Passau e.V., Bezirks- und Kreisjugendwart Robert Anzenberger, Ehrenkreisbrandinspektor Hans Wimmer.

Gäste aus Kärnten: Bürgermeister Peppi Kronlechner (Friesach), die Botschafter Helmut Khom, Theodor Staduan sowie Ehrenabschnittskommandant Waldemar Eicher, Ehrenabschnittskommandant Walter Kofler.