Fürstenzell
Demo gegen Rechts: Darf eine Schule darauf hinweisen?

27.01.2024 | Stand 27.01.2024, 7:30 Uhr

60 Institutionen, Vereine und Gruppen aus Passau und dem Umland haben sich für die Demonstration gegen Rechts angemeldet. − Symbolbild: Imago

60 Institutionen, Vereine und Gruppen aus Passau und dem Umland haben sich für die Demonstration gegen Rechts angemeldet, die am Samstag um 14 Uhr in Passau stattfindet – darunter auch das Maristengymnasium Fürstenzell.



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PNP-Leser Dr. Michael Bauer kritisierte dies nicht nur Schulleiter Dr. Roland Feucht gegenüber, sondern brachte seine Bedenken auch in einem Leserbrief zum Ausdruck. „Auch für eine öffentliche Ersatzschule wie das MGF gilt das gesetzliche Neutralitätsgebot“, schrieb Dr. Bauer darin.

Auf Nachfrage der PNP erklärt der Schulleiter des Maristengymnasiums Dr. Roland Feucht nun dazu: „Der Veranstalter der Demonstration ist keine Partei, sondern ein Bündnis von Menschen, die sich für Demokratie stark machen. Darauf hinzuweisen, dass es diese Veranstaltung gibt, hat nichts mit politischer Neutralität zu tun.“ Im Nachgang habe er sich mit dem Elternbeirat zu dem Thema ausgetauscht, der zu hundert Prozent hinter ihm stehe. „Auch die Rückmeldungen aus dem Kollegium sind ausdrücklich positiv“, sagt er.

„Es gehört zum Bildungsauftrag jeder Schule“

„Es geht darum die Demontierung demokratischer Grundprinzipien offenzulegen und Schüler als mündige Bürger einer Demokratie vorzubereiten“, erklärt er der Heimatzeitung weiter. Auch dem Vater schrieb er per Mail eine ausführliche Stellungnahme zu dem Thema, die er der PNP zukommen lässt. Darin heißt es: „Es gehört zum Bildungsauftrag jeder Schule, Jugendliche mit gesellschaftspolitischen Themen zu konfrontieren, sie reif für die Demokratie zu machen und sie für die Gefährdung unserer Grundwerte zu sensibilisieren. Gerade in Bayern wird derzeit vom Kultusministerium eine regelmäßige Unterweisung in Demokratie geplant, um sie dann ab kommenden Schuljahr in die Praxis umzusetzen (‚Viertelstunde Demokratie jede Woche‘).“

„Einladung, die niemanden verpflichtet“

Weiter schreibt Dr. Feucht: „Die Tatsache, dass auch Vertreter der Kirchen und zahlreiche kirchliche Gruppierungen, Gewerkschaften, der BLLV, aber auch Gruppierungen, die sich explizit für Menschenrechte etc. einsetzen, daran teilnehmen, zeigt doch, dass es nicht um parteipolitisches Kleinklein geht, sondern dass es in Deutschland Bestrebungen gibt, die Grundfesten unserer Demokratie zu beschädigen, letzteres übrigens auch eine Feststellung des Bundespräsidenten. (...) Natürlich ist der Hinweis auf diese Veranstaltung nur eine Einladung gewesen, die niemanden verpflichtet oder unter Druck setzt. Aber ich denke, manchen Dinge in der Bundesrepublik zuzuschauen und schweigend zu tolerieren, ist nicht akzeptabel. Mündige Bürger haben hinsichtlich des Verhaltens einzelner Gruppen zu lange – wenn auch grollend – geschwiegen. Und darauf wird bundesweit hingewiesen.“