Persönlich erfolgreiches Premierenjahr
„Das hat sehr gut getan“: Auch ohne Drittliga-Aufstieg ist Tobias Stockinger glücklich in Berlin

15.06.2024 | Stand 15.06.2024, 7:00 Uhr |

13 Tore in 31 Spielen gelangen Tobias Stockinger (links) im Trikot des BFC Dynamo Berlin. − Foto: imago images

Sie wollten zurück in die 3. Liga – „doch am Ende ging uns leider die Luft aus“, sagt Tobias Stockinger (24). Lange mischte der aus Straßkirchen bei Passau stammende Offensivspieler mit seinem Team BFC Dynamo in der Regionalliga Nordost ganz, ganz vorne mit. Doch ausgerechnet im Saisonendspurt schwächelten die Berliner und rutschten am Ende auf den vierten Rang ab.

„Viele Stammspieler sind ausgefallen, wir haben zu viele Gegentore kassiert und sind dann nicht mehr in die Spur gekommen“, sagt Stockinger, der persönlich auf ein starke Premierensaison beim Hauptstadtklub blicke kann. Nach seinem Wechsel aus Bayreuth in den Berliner Osten hat sich Stockinger schnell akklimatisiert, sowohl bei Coach Heiner Backhaus, der im September gehen musste, als auch bei dessen Nachfolger Dirk Kunert war der frühere Schaldinger immer gesetzt. Das Vertrauen zahlte der Flügelspieler voll zurück. Mit 13 Treffern in 31 Partien schaffte er sogar den Sprung in die Top-Ten der Ligatorjäger. „Das hat sehr gut getan“, urteilt Stockinger. Im Jahr zuvor war er in 22 Drittliga-Einsätzen für Bayreuth ohne Tor geblieben, am Ende stand zudem der Abstieg aus der 3. Liga.

Was ihn ebenfalls freut: Der Profi muss sich in diesem Sommer keine Gedanken über die Zukunft machen. Sein Vertrag beim BFC Dynamo läuft noch bis 2025, „ich kann die Pause jetzt wirklich genießen. Ich habe eine Woche Urlaub gemacht in Kreta, derzeit bin ich daheim in Straßkirchen, lade meine Akkus wieder voll“, erzählt Stockinger, der gerade einen individuellen Trainingsplan abarbeitet. In ein paar Tagen wird er dann zurück nach Berlin reisen, wo Mitte des Monates die Vorbereitung mit der Mannschaft beginnt.

Die sportliche Perspektive ist weiter gut beim ambitionierten Viertligisten. „Die Verantwortlichen haben gleich am Saisonende gesagt, dass man einen neuen Angriff starten will“, berichtet Stockinger. Trainer Kunert musste nach dem verpassten Aufstieg gehen, als Nachfolger verpflichtete Sportchef Angelo Vier den Österreicher Andreas Heraf aus Lustenau, der auch schon beim damaligen Drittligisten Türkgücü München arbeitete und eine klare Linie fährt. „Ich stehe für Ergebnis-Fußball. Leistungssport ist Ergebnissport! Wenn ein Klub 1000 Pässe im Spiel sehen will, dann soll er mich nicht anrufen. Wenn man aber einen Trainer braucht, der Resultate bringt, dann wissen sie, wen sie anrufen sollen", sagte Heraf einst gegenüber dem kicker.

Leichter wird es im Aufstiegskampf für Stockinger und Co. aber nicht. Zwar ist Energie Cottbus als Meister zurückgekehrt in Liga 3, mit dem Halleschen FC kommt aber ein starker Absteiger hinzu. „Was man so liest, rüsten einige Vereine in der Liga auch kräftig auf“, sagt Stockinger. Erschwerend hinzu kommt, dass der Champion der Regionalliga Nordost in der neuen Saison nicht direkt aufsteigt, sondern in die Relegation muss.

So oder so – mit der Wechsel-Entscheidung zum BFC „habe ich alles richtig gemacht“, befindet Stockinger nach dem ersten Jahr. Das sportliche Niveau in der Liga sei sehr hoch, viele Vereine arbeiten unter reinen Profibedingungen. Das merkt man auch an den Stadien, die stets gut gefüllt sind. So spielte Stockinger gegen Cottbus vor fast 8000 Besuchern, zu Heimspielen ins Stadion Hohenschönhausen kommen im Schnitt rund 2700 Zuschauer. „Die Atmosphäre ist oft echt beeindruckend, das ist im Osten schon nochmal alles eine Spur emotionaler. Da sind viele Positiv-Verrückte unterwegs“, sagt Stockinger, dem es auch in der Hauptstadt selbst bestens gefällt. „Berlin hat sehr viel zu bieten. Wenn ich frei habe, bin ich oft in der Stadt oft unterwegs, es gibt viele Sehenswürdigkeiten und interessante Plätze“, sagt der Niederbayer, der sich in diesem Sommer am Ende doch noch über einen Aufstieg freuen konnte. Die DJK Straßkirchen schaffte als Meister der Kreisklasse Passau den Schritt in die Kreisliga. „Das hat mich echt wahnsinnig gefreut. Ich habe zwei Spiele gesehen, wenn es beim Heimatverein so gut läuft, ist das eine schöne Sache.“