Erweiterung steht an
Bezirksklinikum Passau braucht bald mehr Personal

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besucht die Passauer Spezialisten für Psychotherapie, Psychiatrie und Psychosomatik

27.12.2022 | Stand 27.12.2022, 19:43 Uhr

Tut nicht weh und kann in vielen Fällen chronische Depressionen lindern: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich wurde von Gesundheits- und Krankenpflegerin Heike Thoma an das rTMS-Gerät angeschlossen, nachdem ihm Chefärztin Claudia Heuschneider und Pflegedienstleiter Jürgen Frohnmaier die Behandlungsmethode erklärt hatten. −Foto: Lang / Bezirk Niederbayern

Weichen sollen frühzeitig gestellt werden und vor allem gilt es, neue Kollegen zu finden: Der Ausbau des Bezirksklinikums in Passau war Thema beim Jahresabschlussgespräch. Wie der Bezirk Niederbayern mitteilt, traf sich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich mit der ärztliche Leiterin Claudia Heuschneider und dem pflegerischen Leiter Jürgen Frohnmaier.

Die Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik wird erweitert und benötigt mehr Personal. Mit bis zu 96 Vollzeitstellen in der Pflege rechnet Jürgen Frohnmaier, was rund 150 Mitarbeiter bedeutet. Im Moment ist die personelle Situation gut, sowohl bei den Ärzten, als auch bei den Pflegekräften.

„Wir haben in allen Bereichen gute Leute“, bestätigte die Chefärztin, die gemeinsam mit dem Pflegedienstleiter großen Wert auf ein gutes Arbeitsklima mit gegenseitiger Wertschätzung legt. „Denn die Mitarbeiter bleiben langfristig nur, wenn sie sich auch wohlfühlen und mit einbringen können.“ Teamwork stehe deshalb auch bei den Planungen zum Ausbau der Klinik im Mittelpunkt. „Die Projektgruppe ist wirklich außergewöhnlich gut“, lobte Frohnmaier, der dort gemeinsam mit den beim Bezirk für den Bau Verantwortlichen zusammenarbeitet. „Das ist auch sehr wichtig, damit der Neubau den Bedürfnissen in der Praxis gerecht wird“, so Heinrich. Darüber hinaus bat er die beiden, schon im kommenden Jahr Vorschläge auszuarbeiten, mit welchen Maßnahmen man die Personalakquise bereits im Vorfeld unterstützen könne. „Das beginnt mit einem Park- bzw. Verkehrskonzept und geht bis hin zu flexiblen Arbeitsmodellen“, sagte Heinrich.

Flexibilität sieht auch Jürgen Frohnmaier als Schlüssel für den Erfolg an. „In der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass flexible Modelle weniger störungsanfällig sind.“ Und auch was die medizinische Arbeit angeht, gehen die Überlegungen in diese Richtung. Etwa, was ambulante und stationäre Betreuung, die Nachsorge nach stationären Aufenthalten oder die Dienstplangestaltung betrifft.

Da sich die Aufgaben gerade im Pflegebereich sehr verändert haben, sind Weiterbildung und Spezialisierung der Mitarbeiter wichtig. Hier profitiert das Bezirkskrankenhaus von der engen Zusammenarbeit mit dem Bezirksklinikum Mainkofen. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin Heike Thoma zum Beispiel wurde in Mainkofen im Umgang mit dem neuen rTMS-Gerät geschult, das seit September auch in Passau im Einsatz ist. Mit der „repetitiven transkaniellen Magnetstimulation werden chronifizierte Depressionen behandelt, indem eine bestimmte Gehirnregion mit elektromagnetischen Impulsen stimuliert wird. Wie das Gerät funktioniert, konnte der Bezirkstagspräsident dann gleich am eigenen Leib ausprobieren und freute sich zu erfahren, dass bereits viele Patienten davon profitiert haben.

Und hier zeigt sich auch, dass sowohl bauliche als auch technische Verbesserungen nur dann einen Mehrwert haben, wenn man auch die Menschen hat, die sie anwenden können. Da viele Prozesse lange dauern, sei es laut Heinrich notwendig, schon jetzt neue Wege für die Zukunft zu finden, um sie rechtzeitig einzuschlagen. „Hier gibt es keine Denkverbote.“ Und auch die Kooperation mit der Kinderklinik Dritter Orden zeigt, dass sowohl der Bezirkstag als auch die Verwaltung bereit sind, tatsächlich neue Wege zum Wohle der Gesundheitsversorgung in der Region zu beschreiten.

− red