Freyung-Grafenau
Spektrum zwischen 0,1 und 59,4 Prozent

Wo gab es für die Parteien in FRG viel Sympathie, wo Antipathie? Eine Europawahl-Nachlese

10.06.2024 | Stand 10.06.2024, 19:00 Uhr

Unterschiedlichste Sympathien und Antipathien, die auch in den Urnen landeten, und entsprechende Ausschläge bei den Prozenten gab es in vielen Wahllokalen der 25 Kommunen (auf dem Foto das Bürgerhaus Waldkirchen). − Foto: Schreiber

Das Zahlen-Spektrum quer durchs Parteien-Spektrum ist nach der Europawahl nachvollziehbar ein ambivalentes. Eine Montags-Nachlese nach der Sonntagswahl mit Blick auf die Extreme in den 25 Wahl-Kommunen des Landkreises FRG – auf die vermeintlichen Partei-Sympathien in einzelnen Städten und Gemeinden, aber auch auf offenbare Antipathien da und dort.

So gehört Ringelai schon fast zu einem solchen Extrem-Ort – zumindest aus der Sicht der CSU-Sympathisanten. Dort hat die regionale Wahlsieger-Partei (47,8 Prozent/2019 noch 57,52), die in Fürsteneck mit 59,4 Prozent ihre Hochburg hatte, nämlich mit „nur“ 40,1 Prozent ihr geringstes Ergebnis eingefahren.

Anderswo würde man das wohl als Luxusproblem bezeichnen. Zum Beispiel in Grainet, wo die Partei „Die Partei“ nur 0,1 Prozent notierte. Deren Topergebnisse (jeweils 1,1 Prozent) im Landkreis wurden hingegen gleich in drei Gemeinden (Jandelsbrunn, Schönberg und St. Oswald-Riedlhütte) registriert. Am Ende sollte es für die kleinste Partei, die das Landratsamt auf der Ergebnisliste notierte, zu 0,8 Prozent reichen – und damit 0,2 Prozent mehr als für die weitaus bekanntere Die Linke, die in Perlesreut mit 1,5 Prozent die meisten Sympathisanten fand. Unterm Strich sollte die Linke ihr 2019-Ergebnis (1,42 Prozent) um mehr als die Hälfte auf 0,6 Prozent minimieren.

Wohl mit ein Grund dafür ist der Lauf der neuen Konkurrenz im linken Spektrum: Die erst im Frühjahr gegründete Partei der einstigen Vorzeige-Linken Sahra Wagenknecht fuhr mit ihrem Bündnis (BSW) aus dem Stand bayerwald-imposante 4,1 Prozent ein – die meisten in Thurmansbang (6,2), die wenigsten in Haidmühle (1,7).

Nicht nur bundesweit, sondern auch regional hatten zwei Ampelparteien massive Einbußen. Die Grünen, die 2019 in FRG noch 7,7 Prozent registrierten, haben ihr Ergebnis diesmal mit 4,2 Prozent fast halbiert. Der meiste Zuspruch kam noch in Ringelai (6,4), der wenigste in Eppenschlag (1,9).

Weniger, aber trotzdem ernüchternde Einbußen erlitt die SPD, die am Sonntag in der Region 5,1 Prozent verbuchte (2019: 5,82). Den wenigsten Zuspruch für die Kanzlerpartei gab es in Philippsreut mit gerade noch einem einstelligen Ergebnis (1,0), den meisten in St. Oswald-Riedlhütte hingegen sogar knapp zweistellig (10,1).

AfD ist in allen 25 Kommunen zweistellig

Apropos zweistellige Ergebnisse: Die AfD (2019 in FRG 11,46 Prozent) verbuchte selbige in gleich allen 25 Wahl-Kommunen – die höchsten in Haidmühle mit 26,3, die geringsten in Perlesreut und Grafenau (jeweils 15,8). Am Ende sollte es in der Region für einen insgesamt satten 8-Punkte-Zuwachs und ein Gesamtergebnis von 19,7 Prozent reichen.

Zu den Siegern dürfen sich in der Region auch die Freien Wähler zählen, die am Ende bei 10,2 Prozent landeten und ihr Ergebnis fünf Jahre zuvor (5,52) fast verdoppelten. Die meisten Sympathien an der Urne erhielten die FW in Perlesreut (15,0). In der Stadt Freyung hingegen sammelten sie die wenigsten Stimmen (6,4 Prozent).

Solide – weil mit Blick auf 2019 nahezu vergleichbare Resultate – gab es für die vom Landratsamt in den Wahlergebnissen ebenfalls gelisteten Parteien ÖDP und FDP. Erstgenannte kam auf 1,8 Prozent und verlor gegenüber 2019 genau einen Punkt. Mit jeweils 2,7 Prozent lagen die ÖDP-Wähler in Freyung und Schöfweg überm Schnitt, mit nur 0,7 Prozent in Fürsteneck deutlich darunter.

Ihr Ergebnis von 2019 (1,8 Prozent) konnte die FDP mit ihrer TV-bekannten bundesweit aktiven Spitzenkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann in FRG minimal auf 1,9 Prozent verbessern. Den meisten Zuspruch gab es in Grafenau (3,0 Prozent), den wenigsten in Haidmühle (0,7).

Die Prozente, Zahlen und Stimmen der „sonstigen“ 25 Parteien, die ebenfalls auf dem Wahlzettel standen, aber weitaus weniger „Ausschläge“ da und dort hatten, wurden bei der Nachlese nicht berücksichtigt.