Mutmaßlicher „Reichsbürger“
Gericht befasst sich mit Waffen von Ex-Oberst aus dem Bayerwald

26.09.2023 | Stand 26.09.2023, 19:11 Uhr

Ein mutmaßlicher „Reichsbürger“ und Terrorverdächtiger geht zum Verhandlungssaal des Verwaltungsgerichts. − Foto: Lex

Ex-Oberst Maximilian E. aus dem Landkreis Freyung-Grafenau, ein mutmaßlicher „Reichsbürger“ und Terrorverdächtiger, ist am Dienstag vor dem Verwaltungsgericht Regensburg zum Verbleib seiner Waffen befragt worden.





Der ehemalige Bundeswehrsoldat gab an, diese in einer Art Abschiedszeremonie zwischen Deggendorf und Hengersberg in der Donau entsorgt zu haben. An den exakten Ort könne er sich nicht erinnern.

Das Landratsamt Freyung-Grafenau hatte 2021 die Waffenerlaubnis des Mannes widerrufen und die Sicherstellung der Waffen angeordnet. Anlass waren nach Justizangaben eine Trunkenheitsfahrt des Mannes sowie Hinweise auf sicherheitsgefährdende, demokratiefeindliche Bestrebungen des Mannes.

Habe seine Waffen damals nicht der „Obrigkeit“ übergeben wollen



Da der Mann seine Waffen nicht abgab, wurde im Januar 2022 dessen Haus durchsucht. Dabei tauchten die Waffen nicht auf, und die Behörde legte Zwangsgelder fest. Um diesen Zwangsgeld-Bescheid von Mai 2022 geht es nun vor Gericht, der Waffenbesitzer klagt dagegen.

Er habe seine Waffen damals nicht der „Obrigkeit“ übergeben wollen. Er habe es als demütigend empfunden, dass man ihm - der als Soldat für den Staat sein Leben riskiert habe - unterstellte, er würde nicht sachgemäß mit Waffen umgehen, sagte er am Dienstag.

Sitzt inzwischen in Untersuchungshaft



Zu damals von ihm vorgebrachten Erinnerungslücken sagte er, er sei damals in einer anderen Phase gewesen, etwa in der Hoch-Zeit seiner Corona-Kritik und mit Alkoholproblemen.

Der Mann sitzt inzwischen in Untersuchungshaft, nachdem ihm den Angaben nach die Bundesanwaltschaft im Dezember 2022 unter anderem die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorwarf.

„Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ zweifeln die Legitimität der Bundesrepublik an. Das Bundesamt für Verfassungsschutz geht von rund 23.000 Menschen aus, die dieser Szene angehören.

− dpa/vr