Schönberger Protest abgewiesen
Alle einig: Zentings „Schlitzohr-Tor“ irregulär und dennoch gibt es kein Wiederholungsspiel

17.05.2024 | Stand 17.05.2024, 17:32 Uhr

Als Rangzweiter ins Saisonfinale geht der TSV Schönberg mit seinen Trainern (von links) Mario Walter und Thomas Schwarz. − Foto: Michael Duschl

Der Einspruch des TSV Schönberg gegen die Wertung des Spiels der Kreisklasse Freyung-Grafenau beim SV Zenting (1:2) ist vom Kreissportgericht Ost abgelehnt worden. Das erfuhr die PNP am Freitagmorgen.

Alle Hintergründe zum Schlitzohr-Tor von Vesely



Wie berichtet, hatten die Schönberger Fußball-Verantwortlichen am Montag nach der 1:2-Niederlage in Zenting Einspruch beim Kreissportgericht eingereicht, weil ihrer Meinung nach der Zentinger Siegtreffer irregulär war: Torschütze Michal Vesely hatte sich bei einem Eckball im Stile eines Schlitzohrs aus der Manndeckung gestibitzt, in dem er hinter dem Tor vom kurzen zum langen Pfosten lief. Allerdings überschritt der damit den Rahmen des Erlaubten, wie Bezirksschiedsrichter-Obmann Robert Fischer bestätigte. Ein Spieler darf das Spielfeld nicht verlassen und ohne Anmeldung wieder betreten. Der Referee hätte dem Tor die Anerkennung verweigern müssen. Darüber waren sich im Nachhinein alle einig. Somit lag aus Schönberger Sicht ein Regelverstoß des Unparteiischen vor. Das sieht das Kreissportgericht anders. Grundlage für die Entscheidung der Sportrichter war die Aussage des Schiedsrichters, der angab, Veselys irregulären Laufweg nicht gesehen zu haben. Darum konnte dem Unparteiischen kein Regelverstoß nachgewiesen werden, der eine Wiederholung der Partie zur Folge gehabt hätte. Durch seinen Wahrnehmungsfehler kann die Tatsachenentscheidung nachträglich nicht angegriffen werden – somit ist der Einspruch des TSV Schönberg laut Kreissportgericht unbegründet zurückzuweisen. Der Verein kann dagegen binnen einer Woche in Berufung gehen.

Kurioserweise gab es von der Szene ein Video, das am Sonntag zwischen weiteren Spielsequenzen vorübergehend auf der Instagramseite des SV Zenting auftauchte. Auch die Redaktion von heimatsport.de sah die Bewegtbilder, war sogar in Kontakt mit den Socialmediabeauftragten des SVZ, von einer Veröffentlichung nahm die PNP auf Bitte des Vereins aber Abstand. Im Umlauf war die Sequenz aber auch nachdem die Zentinger das Video wieder offline nahmen. Veselys Tor wird als Ausdruck seiner Schlitzohrigkeit in Erinnerung bleiben. Es war der 148. Treffer für den SVZ in der Karriere des 37-Jährigen, der den Klub nach der Saison verlässt.

Die Ausgangslage vor dem Saisonfinale



Damit haben viele Klubs aus dieser Liga nun Gewissheit, wie die Ausgangslage für das Saisonfinale am Pfingstsonntag (Anpfiff 16 Uhr) ist: Hohenau geht mit zwei Punkten Vorsprung auf Schönberg ins letzte reguläre Meisterschaftsspiel und kann mit einem Sieg gegen Thurmansbang/Saldenburg zum Pfingstfest in der Gemeinde Titel und sofortigen Wiederaufstieg in die Kreisliga feiern. Schönberg dagegen muss in die Relegation, sofern der TSV nicht Schützenhilfe erhält. Ein Unentschieden in Hohenau würde den Schönbergern – einen eigenen Sieg gegen Preying/Tittling vorausgesetzt – reichen, weil die Schwarz-/Walter-Truppe den direkten Vergleich gewonnen hat.

Im Abstiegskampf hat der SV Zenting (20 Punkte) durch den überraschenden Sieg gegen Schönberg zumindest das Erreichen des Abstiegsrelegationsplatzes in eigener Hand. Es kann aber noch in beide Richtungen gehen für die Truppe von Coach Ernst Lüftl: Ein Nichtabstiegsplatz ist möglich, die „Vordermänner“ Grafenau II (20 Punkte) und Hintereben (21) sind in Reichweite. Andererseits droht der Truppe um Kapitän Andreas Vollath das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz, wenn Preying/Tittling II überraschend in Schönberg gewinnt und die Zentinger selbst in Röhrnbach nicht voll punkten.

Die Fußball-Fans im Kreis Ost warteten noch auf ein weiteres Urteil. Das Bezirkssportgericht wies am Donnerstagabend die Berufung der SG Breitenberg/Sonnen II, deren Sieg gegen Jandelsbrunn nachträglich vom Kreissportgericht einkassiert worden war, zurück. Damit ist der SSV Jandelsbrunn nun auch offiziell Meister der A-Klasse Hauzenberg und feierte spontan.


26. und letzter Spieltag / Samstag, 15 Uhr: FC Dreisessel – Freyung (Hinspiel 0:5); Sonntag, 16 Uhr: Hohenau – Saldenburg/Thurmansbang (2:0), Schönberg – Preying/Tittling II (3:0), Röhrnbach – Zenting (2:2), Karlsbach – Hintereben (0:2), Oberkreuzberg – Grafenau II (3:0); spielfrei: SG Neudorf/Neuschönau.