Waldkirchen
Karlsbacher Kirche blickt auf 100 Jahre

Vortrag über Bau und Änderungen bei St. Josef – Maiandacht mit zwei Kantoren

25.05.2023 | Stand 16.09.2023, 21:34 Uhr |
Florian Duschl

Die Karlsbacher Sankt-Josefs-Kirche wird heuer hundert Jahre alt. −Fotos: Fl. Duschl

Zum Festprogramm „100 Jahre Kirche Karlsbach“ gehörte neben Adventsingen, Nacht der Lichter und Bilderausstellung (PNP berichtete ) auch eine besonders gestaltete Maiandacht, der sich eine Kirchenführung anschloss.

Marcus Lehmann, Kantor in St. Michael München, und Regionalkantor Gerhard Berger aus Sonnen kamen zur Maiandacht in die Pfarrkirche St. Josef und gestalteten sie mit Liedern mit. Kantor Lehmann als Solist wurde dabei von Gerhard Berger auf der Kirchenorgel begleitet.

Reinhard Meisl stellte vom Ambo aus rund den rund 50 Kirchenbesuchern die Vorgeschichte des Karlsbacher Kirchenbaus vor, wies auf zahlreiche Details im Kirchenraum hin und beschrieb auch die Veränderungen und Sanierungen im Lauf der Jahrzehnte. Meisl war als Mitarbeiter im Landratsamt Freyung-Grafenau jahrzehntelang für den Denkmalschutz zuständig und deshalb unter anderem mit der Innenrenovierung der Karlsbacher Kirche betraut, die eben unter Denkmalschutz steht.

Demnach wurde für die Kirche am 19. Juli 1922 der Grundstein gelegt. Bereits am 23. September 1923 weihte Bischof Sigismund Felix das neue Gotteshaus, das vom Münchener Architekten Eberhard Finsterwalde geplant worden war, ein. Laut dem Kunstreferenten der Diözese Passau, Alois Brunner, entsprach die Kirche, die dem Nährvater Jesu, Sankt Josef, als Kirchenpatron anvertraut wurde, dem damaligen „modernen“ Baustil – also nicht mehr neugotisch, neuromanisch oder nach dem Jugendstil ausgerichtet.

Bereits acht Jahre nach dem Kirchenbau wurde das von den Gläubigen ungeliebte Altarbild des Künstlers Karl Knappe durch ein neues Relief des Spiegelauer Künstlers Johann Lendner ersetzt (das allerdings im Jahr 1948 wiederum gegen das Altargemälde von Kunstmaler Franz Doll aus Düsseldorf ausgetauscht wurde). Ebenfalls von Professor Doll stammen die Bilder über den beiden Seitenaltären, Mariä Heimsuchung und Emmausgang. Der Kreuzweg folgte im Jahr 1950.

Eine erste große Innenrenovierung wurde im Jahr 1977 vorgenommen. Wesentlich ging es dabei um die Schaffung des neuen Volksaltares und des Ambo durch Künstler Wolf Hirtreiter aus Frauenau sowie die Entfernung der beiden Seitenaltäre, der drei Engel über dem Hochaltar und des „Speisgitters“. Zudem wurde die ursprüngliche farbige Ausmalung des Altarraumes durch weiße Farbe ersetzt. Nach der Außenrenovierung im Jahr 2004 folgte 2007 eine weitere Innenrenovierung. Neben dem Einbau eines neuen Bodens stellte man die farbige Ausmalung aus dem Jahr 1947 wieder her und stellte die drei Engel über dem Hochaltar auf.

Während das Taufbecken weiter nach vorne gestellt wurde, entstand in der früheren Taufnische ein Marienandachtsort mit einer Marienstatue als Leihgabe der Diözese Passau. Die Kirchenorgel wurde im Jahr 1923 von der Firma Weise aus Plattling gebaut. Die Karlsbacher Sankt-Josefs-Kirche steht mittlerweile unter Denkmalschutz.