Bayerwald Volleys vor Titelgewinn
Erik Merklinger und seine 1000 Aufschläge für die Meisterschaft

24.02.2023 | Stand 17.09.2023, 2:14 Uhr |

Übung macht den Meister: Dieses Sprichwort bemüht Erik Merklinger, wenn er über seine Sprungaufschläge spricht. Bis sie allerdings funktionierten, trainierte der Waldkirchner lange. Sehr lange. −Foto: Sven Kaiser

Eigentlich, sagt Josef Fuchs, gibt es keinen Partyplan. Aber der Volleyball-Abteilungsleiter kennt sein Team der SG Bayerwald Volleys so gut wie kein anderer und versichert lächelnd: „Wenn der Fall eintreten sollte, wird es die Mannschaft krachen lassen.“ Mit der Fall ist der vorzeitige Gewinn der Meisterschaft in der Bayernliga Süd gemeint. Am viertletzten Spieltag können die Volleyballer aus Hauzenberg und Waldkirchen ihre Erfolgsgeschichte endgültig schreiben – eine Saison „wie im Märchen“, meint Fuchs.

Um zu verstehen, was er damit meint, reicht folgende Aussage: „Ich bin seit 1998 für die Volleyballer verantwortlich. Es hat noch nie eine solche Saison gegeben, in der so eine Freude am Spiel, eine Euphorie, Harmonie und Siegeswille geherrscht hat.“ Mit acht Punkten Vorsprung führen die Bayerwald Volleys die Tabelle an. Erster Verfolger ist der MTV München II, der Gegner am Samstag (ab 15 Uhr). Und deshalb kann die SG mit einem Sieg im MTV-Dome Meister werden. „Jeder Spieler bekommt Gänsehaut, wenn er nur an das Spiel denkt“, berichtet Sepp Fuchs.

Allerdings müssen die Bayerwald Volleys eine Topleistung abliefern, denn die Gastgeber sind seit dem Hinspiel, das die SG 3:0 gewann, ungeschlagen. Danach gewannen die Münchner neun Partien in Folge! „Die Chancen stehen 50:50“, weiß Fuchs, „wir werden uns jeden Punkt hart erkämpfen müssen“.

„Einen derart sprunggewaltigen Spieler hatten wir noch nie“



Den Zuschauern winkt ein hochklassiges, nervenkitzelndes Volleyballspiel. Bislang konnten sich die Bayerwald Volleys stets auf ihre Stärken, insbesondere ihr unheimliches Angriffsspiel verlassen. Die Truppe um Spielertrainer Korbinian Sicklinger ist heiß darauf, den ersten Meister-Matchball zu nutzen. Eine Attraktion ist sie in jedem Fall.

Da wären beispielsweise die Sprungaufschläge von Erik Merklinger, eine echte Waffe. „Einen derart sprunggewaltigen Spieler hatten wir noch nie in unseren Reihen, ganz früher war Markus Janda ähnlich“, erinnert sich Josef Fuchs. Wenn sich Blondschopf Merklinger den Ball anwirft, zucken die Gegner schon. Seine Aufschläge sind eine Waffe und „spektakulär“, wie Fuchs weiß. Der Diagonalangreifer aus Waldkirchen macht damit regelmäßig Asse. Dahinter steckt nichts anderes als Trainingsfleiß: „Ich habe sehr, sehr lange geübt, bis es so geklappt hat. Ich denke, es waren über 1000 Aufschläge“, erzählte Merklinger der Heimatzeitung am Rande eines Heimspiels. Jeder Aufschlag stellt dabei ein Risiko dar: „Triffst du den Ball eine Millisekunde zu früh oder zu spät, geht’s schief“, erzählte der 19-Jährige. Es wird dieser Mannschaft nicht gerecht, nur einen Spieler als herausragend zu bezeichnen, aber Josef Fuchs gesteht ein: „Die Entwicklung von Erik ist atemberaubend. Er ist in Niederbayern der Spieler mit der größten Zukunft. Hoffentlich bleibt er uns noch lange erhalten.“

Am Samstag in München wollen der sprunggewaltige Kerl und seine Mitspieler das nächste Kapitel ihres Märchens schreiben. Der Form halber: Bei einer glatten Niederlage im direkten Duell mit ihrem Verfolger bräuchte die SG danach aus drei Spielen maximal fünf Punkte zum Titelgewinn.