Starker Algenwuchs
Baden auf eigene Gefahr im Jandelsbrunner Naturfreibad

10.07.2024 | Stand 10.07.2024, 5:00 Uhr |

Ein grüner Teppich hat sich am Uferbereich gebildet. Da ein Blaualgenbefall nicht ausgeschlossen werden konnte, hatte die Gemeinde übers Wochenende vorsichtshalber ein Badeverbot verhängt, das gestern einer Warnung wich. − Foto: Schinagl

Von Christoph Seidl

An so eine Maßnahme kann sich auf die Schnelle keiner der Verantwortlichen erinnern: Dass das Naturfreibad in Jandelsbrunn wegen eines Algenbefalls geschlossen werden muss. Am vergangenen Freitag hat sich die Gemeinde zu diesem Schritt entschlossen, nachdem an den Rändern ein schleimig-grüner Teppich gewachsen war. Der Verdacht: Blaualgenbefall. Dienstag Nachmittag konnte jedoch Entwarnung gegeben werden.



Die Auswertung von Proben, die das Gesundheitsamt am Montag genommen hatte, ergab nach Angaben von Bürgermeister Roland Freund nur eine geringe Konzentration an Blaualgen. Das Verbot wurde sogleich wieder aufgehoben und der Bauhof stellte neue Schilder auf mit dem Hinweis, dass das Baden auf eigene Gefahr erfolge.

Bei dem sichtbaren Befall handelt es sich indes um Grünalgen, wie die Laboranalyse ergab, die gesundheitlich unbedenklich seien. „Wir werden die Entwicklung weiter beobachten und das Wasser laufend beproben, um zu überprüfen, ob sich die Blaualgenkonzentration erhöht“, sagt der Bürgermeister. In Absprache mit dem Gesundheitsamt würden dann weitere Maßnahmen besprochen.

Denn Blaualgen-Bakterien können gefährlich werden, wenn sie sich stark vermehren. Man sollte deshalb kein Wasser schlucken und auf Wassersport verzichten, da sie bei Menschen Übelkeit, Hautreizungen, Erbrechen, Durchfall und Atemnot auslösen könnten.

Wie es zu dem rasanten Algenwachstum im idyllischen Naturfreibad kommen konnte, ist den Verantwortlichen in der Gemeindeverwaltung ein Rätsel. „Die Schüttung ist nach wie vor sehr gut“, sagt der Bürgermeister. 160 Kubikmeter frisches Wasser würden täglich in den See fließen und abfließen. Auch eine Einleitung etwa von nährstoffreicher Gülle sei nicht erkennbar.

Zwar ist nach Angaben des Bürgermeisters im Laufe eines heißen Sommers auch im Jandelsbrunner Gewässer Algenbewuchs feststellbar – wie überall in Naturbädern dieser Art –, doch bislang sei er nur in einem im Vergleich sehr geringen Ausmaß aufgetreten. Unerwartet sei der frühe und starke Befall auch deshalb, weil die Jahreszeit bislang eher wechselhaft war und es große Temperaturschwankungen sowie starke Niederschläge gab. Ideale Bedingungen für ein großflächiges Wachstum sind den Angaben zufolge eher lange heiße und trockene Perioden.

Auch am Hauzenberger Freudensee wird übrigens seit gut zwei Wochen vor dem Baden gewarnt – hier ist ein Blaualgenbefall nachgewiesen. Es werde geprüft, ob es Einleitungen gebe, die nicht in den See hineingehörten, kündigte Bürgermeisterin Gudrun Donaubauer an.

Das Gesundheitsamt Passau rät Badenden, nicht in sichtbare Algenteppiche zu schwimmen und das Wasser im Freudensee nicht zu schlucken. Kleinkinder sollten sich nicht im Wasser und insbesondere nicht im Uferbereich aufhalten.